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Quentin Tarantino rettet Kino seiner Jugend
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Stolzer Kinobesitzer: Quentin Tarantino kann "Inglourious Basterds" jetzt jeden Tag spielen (Foto: Kurt Krieger)
Durch den Kauf des New Beverly Cinema in Los Angeles mitsamt dem Grundstück, auf dem es steht, hat Quentin Tarantino das Traditionshaus, das sich auf klassische, Independent- und ausländische Filme spezialisiert hat, davor bewahrt, Teil einer Kinokette zu werden. "Ich komme ins New Beverly, seitdem ich alt genug bin, von South Bay dorthin zu fahren, also so etwa seit 1982. Daher konnte ich das nicht zulassen", erklärt Quentin Tarantino, der dem Kino, seit 1978 im Besitz der Familie Torgan, schon einmal aus der Patsche geholfen hat.
Als Mitte der 00er-Jahre die Konkurrenz durch die DVD immer stärker wurde und das Kino in finanzielle Schwierigkeiten kam, bot Tarantino dem Familienoberhaupt Sherman Torgan seine Hilfe an und unterstützte fortan mit 5.000 Dollar monatlich. 2007 verstarb Torgan überraschend und schon eine Woche später traten die damaligen Eigentümer mit einem Kaufangebot eines Interessenten an die Erben heran. "Mein Vater war gerade gestorben, so dass es ohnehin keine gute Zeit für unsere Familie war. Nun sollten wir auch noch unser Kino verlieren. Meine Mutter telefonierte mit Quentin und erklärte ihm die Situation", schildert Michael Torgan, Sherman Torgans Sohn, die Lage. Quentin Tarantino beschloss daraufhin, das Grundstück zu kaufen. "Ich habe das New Beverly immer als ein Benefizobjekt betrachtet, eine Investition, die ich niemals zurückhaben wollte. Ich hatte bereits eine sehr gute Beziehung zu der Familie und dem Kino und so war das für mich ein selbstverständlicher Schritt", so Tarantino.
Quentin Tarantino "versenkte" aus Liebe zum Kino monatlich 5.000 Dollar.
Doch ganz so einfach war die Sache nicht, stellten sich die damaligen Grundstücksbesitzer zunächst quer. Erst als sich Quentin Tarantino und die Familie Torgan bereit erklärten, eine Vereinbarung zu unterzeichnen, wonach sie weder den Kaufpreis noch den Namen des Verkäufers preisgeben dürfen, kam der Deal nun letztlich zustande.
"Wir können uns keinen besseren Eigentümer als Quentin vorstellen. Er macht Vorschläge über Filme, die wir zeigen können, wenn er Lust dazu hat, überlässt uns die Planung aber im Großen und Ganzen", so Michael Torgan. Diesen Vorzug genießt auch Tarantino selbst: "Ich machen Programmvorschläge wann immer ich will. Es ist cool, ein Kino zu haben, wo ich zeigen kann, was ich will." So nutzte Quentin Tarantino beispielsweise kürzlich das New Beverly Cinema zur Präsentation der DVD von "Inglourious Basterds".
jom, Los Angeles, 22.02.2010, 11:00
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