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"Regie führen ist wie Urlaub"
» Die Theatervorlage von Anthony Shaffer wurde bereit 1972 verfilmt. Warum ärgert Sie das Wort Remake?
KENNETH BRANAGH: Weil wir mit "1 Mord für 2" einen ganz anderen Film gedreht haben als "Mord mit kleinen Fehlern" von 1972. Unser Drehbuchautor Harold Pinter hat den Originalfilm nie gesehen. Das Resultat beantwortet die Frage, bestätigt die Vorurteile oder auch nicht. Remakes sind immer ein Minenfeld, wir waren an neuen Facetten interessiert.
Es wäre ein Mangel an Fantasie, wenn wir uns nicht etwas Neues hätten einfallen lassen. Bei "Henry V." hat kein Mensch etwas von Remake gesagt. Ich habe vier Versionen von "Hamlet" gespielt. Es gibt Tausende von "Hamlets", das ist doch kein Problem. Sonst dürfte man keinen Shakespeare mehr inszenieren.
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"1 Mord für 2" ist ein cleveres Katz- und Mausspiel, das Krimifans begeistern wird (Foto: Concorde)
» Sie sind quasi in ein fertiges Projekt eingestiegen.
Das fand ich gar nicht so schlecht. Normalerweise - wie bei "Die Zauberflöte" - dauert es ungefähr 18 Monate, bis alles in trockenen Tüchern ist. Ich leide wie ein Hund und renne von Meeting zu Meeting. Hier fragte mich Michael Caine, ob ich Regie führen wolle, und ich konnte mich ganz auf meine Aufgabe konzentrieren. Fast so was wie Urlaub.
» Wie war die Zusammenarbeit mit dem Autor Harold Pinter?
Ganz entspannt. Er kam zu den Proben, beobachtete und schlug uns Änderungen vor. Alles verlief in guter Atmosphäre. Als ich einstieg, war dieses intelligente Drehbuch so gut wie fertig.
» Wie kamen Sie auf die Idee mit den Überwachungskameras?
Die hängen bei uns an jeder Straßenecke. Wir Briten sind das meist fotografierte Volk, 300 Mal am Tag werden wir aufgenommen. Diesen Wahnsinn der Überwachungskultur mit einzubeziehen, fand ich amüsant.
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