Story

Jackie Chan im Interview

"Respektiere jeden!"

Als Meister Han schlüpft Jackie Chan in der Neuverfilmung von "Karate Kid" in eine legendäre Rolle. Die Kampfkunst-Legende im Gespräch über Respekt, Karate - und seinen Putzfimmel.

Jackie Chan lehrt in Großansicht

Jackie Chan lehrt in "Karate Kid" Jaden Smith die Kampfkunst (Foto: Sony)

Mr. Han wendet einige unkonventionelle Methoden an, um "Dre" (Jaden Smith) Kung-Fu beizubringen. Hat Ihr Kampfkunst-Lehrer Sie jemals auf eine Weise unterwiesen, die anfangs keinen Sinn zu haben schien?

Jackie Chan: Ja, mein Meister ließ mich in ein- und derselben Position eine Stunde lang verharren. Das hatte für mich zunächst keinen Sinn, half mir aber dabei, mich zu konzentrieren und lehrte mich Geduld.

Im Film sagt Ihre Figur: "Reglos zu sein und Nichts zu tun ist nicht dasselbe." Wie kann das auch aufs Schauspielen übertragen werden - besonders in Bezug auf Ihren Auftritt, bei dem viel Kraft aus Stille geschöpft wird?

Es ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich jemanden spiele, der sich nicht viel bewegt. Während der Dreharbeiten schaute ich mir Jaden an und stellte fest: Diese Rolle spielte ich früher. Ich war in den Filmen immer der Schüler, nun bin ich der Lehrer. Je weniger man manchmal spricht, desto mehr sagt man.

Seine Lehrmethoden sind dabei äußerst unorthodox (Foto: Sony) Großansicht

Seine Lehrmethoden sind dabei äußerst unorthodox (Foto: Sony)

Mr. Hans Hobby ist das Reparieren von Autos. Haben Sie ein Hobby, dem Sie nachgehen, wenn Sie gerade keinen Film drehen?

Ich putze gern. Klingt das verrückt? Ich putze überall. Ich wische sogar die Böden an Filmsets. Als ich noch kein Haus in L.A. hatte, habe ich nicht nur vor meiner Wohnung gewischt, ich half auch meinen Nachbarn beim Wischen draußen. Ich mag es, gut organisiert zu sein und ich liebe eine saubere Umgebung. So fühle ich mich wohl. Außerdem trainiere ich gern im Fitnessstudio.

Im Film gibt es einen wirklichen Austausch von Wissen zwischen Dre und Mr. Han. Gab es einen vergleichbaren Austausch auch zwischen Jaden und Jackie?

Ja, ich brachte Jaden Zaubertricks und verschiedene Kampfstile bei - und er mir Rappen und Tanzen. Ich denke, ich bin ziemlich gut. Allerdings fürchte ich, er würde das anders sehen.

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"Respekt": Das Zauberwort im Film wie auch in Jackie Chans Leben (Foto: Sony)

Dres Peiniger trainieren an einer Akademie mit dem Motto "Keine Schwäche, kein Schmerz, kein Erbarmen". Wenn Jackie Chan eine Kampfschule hätte, was wäre sein Motto?

Respektiere jeden!

Dieser Film war bereits im Kino ein weltweiter Erfolg. Was genau ist es, das die Geschichte für die ganze Welt solange attraktiv und interessant macht?

Ich denke, viele Menschen haben sich den Film angeschaut, weil sie sich damit identifizieren konnten. Ein Lehrer, ein Fiesling, ein Kind, das gequält wird, jemand, der Kampfkunst mag, jemand, der China mag, jemand, der aus seiner Heimatstadt an einen neuen Ort gezogen ist - im Film ist für jeden etwas dabei. Außerdem gibt es einige gute Botschaften, an die die Leute sich immer erinnern werden.

25.11.2010, 14:52
 
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