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Yo, M'am!

Richterin rappt Eminem-Urteil

Da würde manch biederer deutscher TV-Richter Bauklötze staunen!

Denn in einem Gerichtssaal im US-Bundesstaat Michigan fielen folgende Worte:

"Mister Bailey ist der Meinung, dieser Rap ist nicht wahr,
Also will er hier Rache - und das in bar.
Bailey will, dass man ihm einen Geldregen spendet,
Weil Eminem einfach seinen Namen verwendet.
Doch die Texte sind Geschichten, die man nicht ernst nehmen kann:
Es sind nur übertriebene Erinnerungen, mehr ist da nicht dran.
So kommt das Gericht zu diesem Beschluss,
Nämlich dass Eminem nicht zahlen muss!"

Mann, die Alte ist richtig gut... (Foto: UIP) Großansicht

Mann, die Alte ist richtig gut... (Foto: UIP)

Der Clou dabei: Richterin Deborah Servitto hat das Ganze in bester Eminem-Manier als Rap vorgetragen. Völlig verblüfft verließen die beteiligten Parteien anschließend den Gerichtssaal.

Der erste, der halbwegs seine Sprache wiederfand, war Byron Nolen, der Anklagevertreter im Fall gegen Eminem: "Ich bin gespannt, was die nächste Instanz dazu sagt", schnaubte er in die Mikrofone, die ihm feixende Journalisten unter die Nase hielten.

Nolen vertrat D'Angelo Bailey, der Eminem auf eine Million Dollar Schadenersatz wegen Rufschädigung verklagt hatte. Stein des Anstoßes waren folgende Textzeilen im Track "Brain Damage" auf dem Album "The Slim Shady LP" von 1999:

"Lange bevor meine Tochter zur Welt kam, die kleine Hailey,
Quälte mich täglich ein Fettsack namens D'Angelo Bailey.
Er hämmerte meinen Kopf aufs Klo, bis meine Nase brach,
Versaute meine Klamotten mit Blut und würgte mich danach."

Der ist mir sozusagen in die Faust hineingelaufen

Bailey behauptet, er habe Eminem "nur zufällig angerempelt".

In der Gerichtsverhandlung kam auch eine alte erfolglose Klage von Eminems Mutter Debbie wieder zum Vorschein: Sie hatte 1982 einen Fall von Körperverletzung an ihrem Sohn zur Anzeige gebracht. Der Beschuldigte dabei: ein gewisser Mr. Bailey...

(Die englischen Texte:

URTEIL:
"Mr Bailey complains that his rap is trash,
So he's seeking compensation in the form of cash.
Bailey thinks he's entitled to some monetary gain,
Because Eminem used his name in vain.
The lyrics are stories no one would take as fact,
They're an exaggeration of a childish act.
It is therefore this court's ultimate position,
That Eminem is entitled to summary disposition."

LYRICS IN "BRAIN DAMAGE":

"Way before my baby daughter Hailey,
I was harassed daily by this fat kid named D'Angelo Bailey.
He banged my head against the urinal till he broke my nose,
Soaked my clothes in blood, grabbed me and choked my throat.")

bosu, Michigan, 22.10.2003, 17:08
 
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