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Ryder mit Reeves im Drogenrausch
So schickte Kultautor Philip K. Dick einst Harrison Ford als "Blade Runner" auf Androiden-Jagd, verpasste Arnie "Die totale Erinnerung" und ließ Tom Cruise als verfolgter Polizist um den "Minority Report" seiner Anklägerin rätseln.
Nun darf auch Winona Ryder im Konzert der SciFi-Klassiker mitspielen: Sie ist als Gespielin von Keanu Reeves neu an Bord von "Der dunkle Schirm". Den gleichnamigen Roman, der als Vorlage dient, hat Dick bereits 1977 veröffentlicht. Mit Robert Downey jr. und Woody Harrelson konnten außerdem noch zwei weitere Top-Darsteller gewonnen werden.
Die Handlung ist wie gewohnt voller intelligenter Twists und haarsträubender Wendungen. Held, oder vielmehr Anti-Held, ist Fred (Keanu Reeves), ein Undercover-Cop im Dienste der Drogenbekämpfung.
Nichts ist, wie es scheint
Allerdings stehen die USA in diesem Krieg längst auf verlorenem Posten - was zum großen Teil auch an Menschen wie Fred liegt. Denn zu dessen Tarnung gehört auch die regelmäßige Einnahme von "Substanz T", einer persönlichkeitsverändernden Synthetik-Droge, die bei Fred zu einer gespaltenen Persönlichkeit geführt hat. Sein Alter Ego namens Bob, von dem Fred nichts weiß, ist pikanterweise Drogendealer.
Freds Vorgesetzte hegen den Verdacht, dass mit ihrem Ermittler etwas nicht stimmt und installieren eine Überwachungskamera in seiner Wohnung. Tatsächlich nehmen sie "Bob" auch bei seinen illegalen Aktivitäten auf. Doch nachdem keiner der Kollegen weiß, wie Fred - also auch Bob - überhaupt aussieht, können Sie nichts beweisen. Grund dafür ist, dass Fred wie alle Undercover-Cops einen Verzerrer-Anzug trägt, der ständig sein Aussehen verändert.
Winona Ryder spielt dabei Donna, eine von Bobs Kundinnen, die von ihm nicht nur Drogen, sondern auch innige Umarmungen bezieht.
Regie bei der abgefahrenen Geschichte voller durchgeknallter Drogis führt Richard Linklater. Er will "Der dunkle Schirm" im Stil seines experimentellen Sinnsuche-Dramas "Waking Life" verfilmen. Das heißt, die real gefilmten Szenen werden von Künstlern mit Computerunterstützung in einen Animationsfilm mit impressionistischem Look verwandelt.
Viele Gründe also, sich auf wirklich innovative Science Fiction zu freuen.
Boris Sunjic, Los Angeles, 04.05.2004, 18:21
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