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Arbeitskampf in Mittelerde

Schauspielverbot für "The Hobbit": Peter Jackson klagt Gewerkschaften an

Dabei zeigt Tolkien doch so wundervoll, wohin die Gier nach einem "Schatsss" führen kann …

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"Hobbit"-Regisseur ohne Schauspieler: Peter Jackson fühlt sich momentan recht einsam in den Weiten Neuseelands... (Foto: Paramount)

Obwohl Smeagol aus unstillbarer Gier nach seinem glitzernden "Schatsss" zum glitschigen Monster wurde und auch Bilbo Beutlin fast dem dunklen Ruf des Einen Rings erlegen wäre: Die angehenden Darsteller und Crew-Mitglieder der "Herr der Ringe"-Vorgeschichte schielen dennoch nach ihrem eigenen, glitzernden Schatz - und fordern mehr Geld!

Denn nach Meinung der Gewerkschaften sind die von den Produzenten angebotenen Arbeitsverträge viel zu schlecht dotiert. Darum riefen sieben wichtige Gewerkschaften, darunter die renommierte US-amerikanische Screen Actors Guild, zum Boykott des Projekts auf.

Hauptgrund für den Protest gegen die "Hobbit"-Produzenten ist die zu geringe Gewinnbeteiligung. Diese liege im Vergleich zu in Australien gedrehten Großproduktionen wie "Mad Max 4" oder "Happy Feet 2" deutlich niedriger. Außerdem wollen die "Hobbit"-Macher keine Entschädigung bei Kündigung eines Vertrages zahlen.

Jackson fürchtet "Hobbit"-Dreh in Osteuropa

Unterstützt wird die daraus abgeleitete Aufforderung zum Boykott unter anderem von Ian McKellen, Hugo Weaving und Cate Blanchett, die alle für die "Hobbit"-Filme vorgesehen sind. Produzent Peter Jackson, der wegen der akuten Finanznot beim Geldgeber MGM und dem ständig verschobenen Drehstart ohnehin schon schwer gebeutelt ist, hält das Ganze allerdings für ein reines Machtspiel:

"Die Gewerkschaften wollen nur ihren Einfluss ausbauen", ereifert sich der "Hobbit"-Produzent in einem offenen Brief. "Hier geht es um ein Problem, für das sich eine Lösung finden lässt. Bei der Frage nach Arbeitsbedingungen und Gehältern gibt es ja immer unterschiedliche Meinungen, aber ich habe mein Team und meine Schauspieler immer fair und respektvoll behandelt. Unser Fond, mit dem sie diesmal am Gewinn von 'The Hobbit' beteiligt werden, ist extrem profitabel."

Der "Herr der Ringe"-Macher ist regelrecht erbost, erklärt er weiter: "Mein Ärger wächst täglich, weil eine kleine Minderheit ein Projekt gefährdet, an dem hunderte Menschen in den letzten zwei Jahren gearbeitet haben, und das in den nächsten vier Jahren Tausenden einen Arbeitsplatz bieten wird. Es geht um hunderte Millionen Dollar, die Warner Brothers in die neuseeländische Wirtschaft stecken wird. Die Bedingungen der Gewerkschaft sind so extrem, dass sie niemals erfüllt werden können und sie wären sogar ungesetzlich. Wenn wir sie erfüllen würden, würde es das Ende von 'The Hobbit' bedeuten, oder, dass er in Osteuropa gemacht wird. Das würde eine lange Dürre für neuseeländische Blockbuster-Produktionen nach sich ziehen. Ich weiß zum Beispiel, das ein großes Studio wie Disney schon jetzt gar nicht mehr hier drehen will, weil sie sich so über die Gewerkschaften ärgern."

Selbstverständlich sehen das die Gewerkschaften komplett anders und werfen Peter Jackson & Co. vor, dass diese sich noch nicht einmal an den Verhandlungstisch mit ihnen setzen.

Bei so viel Streit ums Geld drängt sich der Verdacht auf, es liege ein Fluch über den "Hobbit"-Filmen - gar nicht unähnlich dem, der auf dem Einen Ring lastet ...

sun, Wellington, 27.09.2010, 15:02
 
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