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Julianne Moore, Teil 2

Schickt mir Euer Drehbuch!

Ihr Herz schlägt links: Moore ist lautstarke Bush-Gegnerin und engagierte Pazifistin (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Ihr Herz schlägt links: Moore ist lautstarke Bush-Gegnerin und engagierte Pazifistin (Foto: Kurt Krieger)

Ja, solche Theorien sind einfach lustig! Hmm, die beste? Ich weiß nicht. Mein Vater hat lange für den militärischen Geheimdienst gearbeitet und er sagte immer: "Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, was ein normaler Mensch alles NICHT weiß!"

Wahrscheinlich ist so ziemlich jeder Verdacht hinsichtlich der verborgenen Arbeit von Regierungen tatsächlich wahr. Ich glaube, dass in der Weltpolitik viele Ungereimtheiten passieren. Denken Sie nur mal an Halliburton, verdammt! Es geht doch immer um Beziehungen und Verbindungen, das kennt jeder, der in Hollywood arbeitet. Die Weltwirtschaft funktioniert genauso. Und wer glaubt, bei Regierungen sei das anders, der ist ganz schön naiv.

» Was war die größte Herausforderung an der Rolle der Telly?

Ich mag diese Figur, weil es darum geht, wie stark die Verbindung einer Mutter zu ihrem Kind ist. Und diese starken Gefühle will sich Telly nicht ausreden lassen.

Als Zuschauer weiß man ja lange nicht, ob sie verrückt ist oder nicht. Da stellt man sich die Frage, wie es sich wohl anfühlt, wenn man verrückt ist - wenn man ganz fest an etwas glaubt, von dem alle sagen anderen sagen, dass es nicht real ist. Als Schauspieler ist es spannend, die Idee auszuloten, dass jemand gegen alle Widerstände um sich herum eine sehr starke Überzeugung behält.

Ehemann (Anthony Edwards) und Therapeut (Gary Sinise) wollen Telly den Glauben an die Existenz ihres Sohns ausreden (Foto: Columbia TriStar) Großansicht

Ehemann (Anthony Edwards) und Therapeut (Gary Sinise) wollen Telly den Glauben an die Existenz ihres Sohns ausreden (Foto: Columbia TriStar)

» Telly will ihren Verlust nicht akzeptieren und kann ihn deswegen auch nicht verarbeiten. Psychologen würden das als ziemlich ungesund bezeichnen...

Und Sie glauben jetzt, der Film ermutigt alle Verrückten, an ihren Hirngespinsten festzuhalten?

» Vielleicht. Was denken SIE denn?

Mir macht der Film einfach Spaß, weil er das erfüllt, was man sich von gutem Entertainment erwartet. Er fordert dich emotional und intellektuell. Er gibt dir Spannung und ein bisschen Fiktion. Der Film ist halt kein klassisches Psycho-Drama, er geht einen Schritt weiter: Er gibt auch der Fantasie Raum, und das ist ja auch etwas Schönes. Deswegen finde ich Ihren psychotherapeutischen Aspekt jetzt nicht so problematisch.

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"So etwas begleitet dich das ganze Leben" (Foto: Columbia TriStar)

» Es ist ja auch nur menschlich, dass sich jemand mit einem schweren Verlust nicht abfinden will und lieber an etwas anderes glaubt...

Ja, das ist das Interessante an einem Verlust. Aber zum Thema "Verarbeiten" möchte ich mal prinzipiell etwas sagen: Ein guter Freund von mir hat seinen Bruder verloren - und es war eine schlimme Krankheit und ein schrecklicher Tod. Ein Jahr später saßen wir beim Abendessen zusammen und ein Freund sagte ihm, er müsse jetzt langsam darüber hinwegkommen. Dieser durchaus gut gemeinte Rat war ein absoluter Schock für den Trauernden.

Meiner Ansicht nach funktioniert das mit dem "drüber wegkommen" einfach nicht, das wird nie passieren. Sondern man wird damit leben. Immer. In verschiedenen Abstufungen der Intensität. Aber so ein Verlust wird dich immer auf eine Art begleiten.

» Wie weit würden Sie denn gehen, um Ihre eigenen beiden Kinder zu schützen?

»»» INTERVIEW TEIL 3

10.11.2004, 14:49
 
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