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3D ist nicht genug

Scorsese plant Hologramm-Filme

Plastisches Kino ist schön und gut - aber warum bei der Frontalansicht bleiben?

Martin Scorsese will die Kinofans ins nächste Jahrtausend führen (Foto: Concorde, Paramount) Großansicht

Martin Scorsese will die Kinofans ins nächste Jahrtausend führen (Foto: Concorde, Paramount)

Von einem Technik-Freak wie James Cameron konnte man eine neue Evolutionsstufe des Kinos wie mit der bahnbrechenden 3D-Technik seines "Avatar" durchaus erwarten. Doch nun hat sich ein Regisseur mit einer Zukunftsvision zu Wort gemeldet, den man vor allem als Meister der Darsteller- und Story-getriebenen Kinokunst kennt: Martin Scorsese!

Der Star-Regisseur hat gerade mit der Verfilmung des Kinderbuchbestsellers "Hugo Cabret" seinen ersten 3D-Film in die US-Kinos gebracht (deutscher Start am 9. Februar). Die neuen Möglichkeiten des dreidimensionalen Erzählens haben den Filmemacher dabei offensichtlich sehr inspiriert, wie er im Interview verrät:

"Wenn wir uns unterhalten, sehe ich Sie ja auch in 3D von allen Seiten", erklärt Martin Scorsese. "Warum sollten wir diesen Aspekt unseres Seins unterschlagen? Ich würde ihn lieber nutzen! Wenn die Dinge ihren Lauf nehmen und keine große Katastrophe dazwischenkommt, geht's für mich ganz klar in Richtung Hologramm-Kino!"

Auf den Spuren von Captain Picard & Co.

Doch Scorsese geht es dabei nicht nur um die Ansicht von allen Seiten, die einen Hologramm-Film von einem 3D-Film unterscheidet, der die Akteure ja immer nur von vorne auf einer festen Leinwand zeigt - um ein Hologramm könnten die Zuschauer dagegen auch herumgehen und das Geschehen von allen Seiten betrachten. Scorsese geht aber noch einen Schritt weiter: Er will die holografische Projektion eines Schauspielers durch den Kinosaal schreiten und direkt mit dem Publikum sprechen lassen.

"In diese Richtung muss man denken und dabei sollte man sich nicht durch vermeintliche andere Trends oder wirtschaftliche Probleme abhalten lassen", fordert Martin Scorsese.

Damit wäre das Kino der Zukunft á la Scorsese nicht nur dreidimensional und multiperspektivisch, sondern auch interaktiv, da die Zuschauer das Geschehen in gewissen Grenzen beeinflussen könnten!

In ähnlicher Weise kennt man das heute schon aus aufwändig inszenierten Computer-Games wie z.B. "Mass Effect", dessen Handlung in cinematischen Sequenzen vorangetrieben wird, die fast schon in Kinoqualität produziert werden und deren Verlauf der Spieler zuvor über verschiedene Dialogoptionen ausgewählt hat.

Damit würden die Kunstformen Kino und Games sich deutlich aufeinander zu bewegen und am Ende stünde ein Erlebnis ähnlich dem auf dem Holodeck der Enterprise in "Star Trek - The Next Generation"…

Boris Sunjic, Los Angeles, 29.11.2011, 12:37
 
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