- Service:
- Newsletter
- RSS
- kino.de mobil
- Sitemap
- Kontakt
News
Sinnlichkeit und Risiko
» Ein großer Sprung von der flotten Saloonsängerin Uschi aus "Der Schuh des Manitu" zur Frau, die in einem schonungslosen Beziehungsdrama um ihre Liebe kämpft.
MARIE BÄUMER: Ich habe vorher auch dramatische Figuren gespielt, "Manitu" war ein wunderbarer Ausflug in den Bereich Comedy. Es macht mir auch Spaß immer wieder etwas Konträres zu machen, zu überraschen.
» Man hat das Gefühl, Sie gehen in "Der alte Affe Angst" an Ihre Grenzen.
Der Kampf lag in der Überlegung, wie drücke ich Emotionen aus, wie komme ich zu diesem Grenzpunkt. Manchmal war ich körperlich nach einem Nachtdreh ziemlich kaputt. Dann bin ich in voller Montur auf dem Hotelbett eingeschlafen, um vier Uhr morgens wach geworden und dann auf allen vieren ins Bad gekrabbelt. Das ging schon an die Substanz.
» Ist bei so einem Stress noch ein Privatleben möglich?
Auf der Schauspielschule habe ich gelernt, einen klaren Abstand zur Arbeit zu finden, ich verliere mich nicht in einer Rolle, sondern beschäftige mich zwischendurch mit ganz normalen Dingen wie Wäschewaschen, Einkaufen oder dem eigenen Psychoterror. So richtig abschalten kann man nicht, aber man muss neue Kraft tanken.
» Wie sind Sie in diese schwierige Figur hineingeschlüpft?
Ich habe mich auf irgendeine merkwürdige Art in sie verliebt, sie war mir sehr nahe. Es war etwas Instinktives, eine Lust am Risiko, an der Sinnlichkeit. Eine bestimmte Lebenserfahrung gehört natürlich dazu. Als Schauspielerin ist es das Schönste, Trägerin einer Sehnsucht zu sein.
» Ihr Filmpartner betrügt und belügt Sie, begehrt Sie sexuell nicht mehr. Warum kämpft eine Frau um so einen Mann?
Für mich hat er eine große Kraft in seiner Liebe. Er gehört zu den Männern, die als Kind unter Mangel an Zuneigung litten und als Erwachsene wahnsinnige Probleme haben, ihre Gefühle auszudrücken, sich in Blockade und Selbstzerstörung flüchten. Frauen sind vielleicht konfliktfreudiger.
» Haben Sie persönliche Erfahrungen mit dieser Art von Liebe?
Dass jemand zu Prostituierten geht und ich mich damit auseinandersetzen muss, stammt nicht aus meinem Nähkästchen. Aber dieses Aufdecken der absoluten Wahrheit ist mir nicht fremd, diese Ausschließlichkeit, dieses "jetzt will ich es wissen". In der Nähe zum anderen spiegeln wir uns. Was wir uns auch gegenseitig antun, die Liebe ist der Motor, der uns am Leben erhält.
Margret Köhler, 23.04.2003, 10:25
Registrieren