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Stone auf Schmusekurs in der Türkei
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"Es tut mir leid, dass ich Dich in dieses Kostüm gesteckt habe!" - Stone übt an "Alexander"-Star Farrell (Foto: Constantin)
In den USA gehört Oliver Stones Megaproduktion "Alexander" zu den Flops des Jahres. Umso mehr muss der Regisseur nun auf den europäischen Markt hoffen - und ganz offenbar unternimmt er wirklich jede denkbare Anstrengung, um Sympathien für sich selbst und sein Werk zu sammeln.
26 Jahre ist es her, dass Oliver Stone den geballten Volkszorn der Türkei auf sich zog. Als Drehbuchschreiber hatte er für "12 Uhr nachts - Midnight Express" verantwortlich gezeichnet. Der Film basiert auf der wahren Geschichte des Amerikaners Billy Hayes. Dieser war im Jahre 1970 wegen Marijuana-Schmuggels verhaftet und in ein türkisches Gefängnis verfrachtet worden, wo er ein grausames Martyrium durchlebte.
"Nebensache" Film
Kritiker warfen Stone vor, mit seinen expliziten Schilderungen von Gewalt und sexuellem Missbrauch die tatsächlichen Verhältnisse in dem Land am Bosporus böswillig übertrieben zu haben - dass Folter zu jener Zeit an der Tagesordnung war, wurde dabei jedoch nicht einmal bestritten. Dennoch wurde der Film in der Türkei zunächst verboten.
Nun will Stone seine Promotionstour für "Alexander" zur Aussöhnung nutzen. Bei einem Aufenthalt in Istanbul trifft er mit dem türkischen Kultusminister Erkan Mumcu zu einem Frühstück zusammen, danach schließt er auch mit der versammelten Presse seinen Frieden und rührt gleichzeitig die Werbetrommel für seinen neuen Film. Ganz nebenbei versteht sich...
Ganz im Zuge langsam aufkeimender Festtagsstimmung legte übrigens auch Kollege Robert De Niro den Zwist mit einem Land bei. Der Schauspieler eröffnete in Rom eine Ausstellung mit Gemälden seines Vaters - und beendete damit seinen Boykott des südeuropäischen Landes. Diesen hatte er angetreten, nachdem ihm vorgeworfen worden war, in vielen seiner Filme negative italienische Stereotypen zu verkörpern.
Bei so viel Harmonie fehlt eigentlich nur noch, dass George W. Bush seinen Kontrahenten Michael Moore zu Kaffee und Kuchen ins Weiße Haus bittet...
mab, 14.12.2004, 16:13
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