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Dialogsperre

Streik torpediert "Star Trek XI"

Je mehr der Regisseur drauf hat, desto besser wird der Film - zumindest normalerweise...

Dem Dirigenten sind derzeit die Hände gebunden: J.J. Abrams (Foto: UIP) Großansicht

Dem Dirigenten sind derzeit die Hände gebunden: J.J. Abrams (Foto: UIP)

Doch da jetzt die Drehbuchautoren streiken, ist in Hollywood nichts wie sonst. Prominentes Opfer ist aktuell Multitalent J.J. Abrams, der gerade den sehnsüchtig erwarteten elften Star Trek-Film dreht. Dabei muss der Chef am Set auf jegliche spontane Ideen und neue Impulse für seine Schauspieler verzichten, denn Abrams muss den Film Wort für Wort so umsetzen, wie es in der Drehbuchfassung vom 5. November um 23:59 Uhr steht.

Der Grund: Am Tag darauf begann der Streik der Drehbuchautoren, die in der Writers Guild of America (WGA) organisiert sind. Abrams ist Mitglied dieser Gewerkschaft, seit er in den Neunzigern seine Hollywood-Karriere als Autor von Drehbüchern zu "Armageddon" und "In Sachen Henry" startete. Mit Streikbeginn gilt nun die Regelung, dass kein Mitglied der Gewerkschaft auch nur ein Wort neu schreiben darf, aber auch keins an einem vorhandenen Skript ändern. So kommt es, dass Abrams, obwohl er bei "Star Trek XI" ausschließlich als Regisseur fungiert, trotzdem keinen Buchstaben am Skript abändern kann - während Regisseure, die nicht wie Abrams zufällig auch Mitglied der Autorengewerkschaft sind, beim Drehen nach wie vor alle Freiheiten haben.

Das "Äh" stand aber nicht im Drehbuch!

"Die Gewerkschaft ist da sehr streng", erklärt John August, der am Drehbuch zu "Star Trek XI" mitgearbeitet hat. "J.J. muss sich absolut sklavisch an das Skript halten, das wir ihm vor drei Wochen gegeben haben. Gestern hatte er während einer Szene eine meiner Meinung nach wirklich großartige Idee für eine neue Dialogzeile, aber er durfte sie nicht drehen, weil sie nicht im ursprünglichen Skript steht. J.J. sagte: 'Das fühlt sich an, wie wenn einem Superhelden seine Kräfte weggenommen werden!'"

Welche Handlung die festgemeißelte Drehbuch-Fassung beinhaltet, ist ein wohl gehütetes Geheimnis. Sicher ist nur, dass erzählt wird, wie sich die Original-Crew der ersten Enterprise auf der Sternenflottenakademie kennen gelernt hat. Bleibt nur zu hoffen, dass in den geheimen Seiten noch ein bisschen mehr als nur das steht...

sun, Los Angeles, 27.11.2007, 15:13
 
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