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John Cusack im Gespräch

"Tod ist ein Milliarden-Dollar-Geschäft"

Wenn Hollywood einen smarten Darsteller für ungewöhnliche Typen sucht, ist er erste Wahl: John Cusack, 37, den Star aus Filmen wie "High Fidelity", "Identität" und "Das Urteil".

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"Das Urteil - Jeder ist käuflich" - vor allem Jury-Mitglied John Cusack (Foto: Fox)

» Sie sehen ein wenig müde aus.

JOHN CUSACK

: Weil ich meinen Kaffee noch nicht bekommen habe. Ich bin süchtig nach dem Stoff. Aber ich genieße diese Sucht.

» Wo gibt es den besten Kaffee der Welt?

In Rom. Und in meinem Haus in Malibu, wo ich meine eigene Espresso-Maschine habe. Den größten Kick kriege ich aus Copresso, diesem dicken, cremigen Espresso.

» Welchen Kick gibt Ihnen Hollywood?

Hollywood an sich verpasst mir gar keinen Kick. Aber es gibt Filme, die leisten so etwas. Die vermitteln den Leuten einen ehrlichen Eindruck von dem, was in unserer Gesellschaft geschieht. Sie zeigen, wie wir von der Regierung und den Konzernen manipuliert werden.

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"Grosse Pointe Blank": Als Killer in der Identitätskrise (Foto: Buena Vista)

» Ist "Das Urteil", ein Gerichtsthriller über die Machenschaften der Waffenindustrie, auch so ein Film?

Absolut. Tod ist ein Milliarden-Dollar-Geschäft. Die amerikanische Waffenbesitzer-Vereinigung tut alles, um es noch zu schüren. Gleichzeitig ist unsere ganze Gesellschaft von Gewalt geprägt. Das habe ich auch in meiner Killer-Satire "Grosse Pointe Blank" aufs Korn genommen.

» Und das Publikum hat das wahrgenommen?

Wenn es aufgepasst hat, schon. Es gibt Szenen, wo mein Drehbuch das ganz klar zum Ausdruck bringt.

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In "High Fidelity" ist John Cusack Experte in Sachen Vinyl (Foto: Buena Vista)

» Aber warum sind Sie dann in Actionkrachern wie "Con Air" aufgetreten?

Bis dahin hatte ich viele solcher Angebote abgelehnt. Aber dann dachte ich mir: Warum nicht? Wenn ich einen Film drehe, der über 100 Millionen Dollar einspielt, dann stelle ich mich mit den Studios gut. Ich will ja nicht der leidende Künstler sein, sondern selbst Filme machen, die meinen Ansprüchen gerecht werden. Dafür muss ich ein wenig mit dem System mitspielen.

» Wieviele Ihrer Filme werden Ihren eigenen Ansprüchen gerecht?

Acht oder neun.

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"Identität": Wer wird das nächste Opfer? (Foto: Columbia TriStar)

» Bei einer Filmografie von über 50 Titeln erscheint das ein bisschen wenig.

Das zeigt nur, wie schwierig es ist, einen guten Film zu machen.

» Warum haben Sie überhaupt mit den Filmen angefangen?

Weil ich die Schule hasste. Ich bin am Theater aufgetreten, mit 16 bekam ich erste Filmangebote: Das bedeutete, ich musste nicht in die Schule gehen, bekam auch noch Geld dafür und durfte mit Jacqueline Bisset drehen. Es war der Himmel auf Erden.

Rüdiger Sturm, 21.04.2004, 14:45
 
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