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Von Trier auf der Schlachtbank
Der Däne mag unberechenbar sein. Aber dumm ist er nicht. Weil es mittlerweile massive Proteste von Tierschützern hagelt, hat sich Lars von Trier dazu entschieden, eine Schlachtszene aus seinem neuen Projekt "Manderlay" zu streichen. Dem betroffenen Esel hilft das auch nichts mehr: Sein blutiges Ende ist schon lange abgedreht und wandert nun zu den tierischen Überresten auf den Müll.
Den Dogma-Regisseur, der für seine Unfähigkeit zum Mitleid berüchtigt ist, kümmert das wenig. Er hat die Szene nicht wegen ihrer Grausamkeit, sondern aufgrund ihrer kontroversen Strahlkraft entfernt. Schließlich sollen derartige Nichtigkeiten nicht vom politischen und gesellschaftlichen Inhalt des Films ablenken: "Manderlay" ist der zweite Teil der Amerika-Trilogie, welche 2003 mit "Dogville" begonnen hatte und die Bösartigkeit von Kleinstädtern während der Depressionszeit thematisiert.
Dänen lügen nicht
Für von Trier ist dabei die künstlerische Aussage entscheidend: Statt dem Publikum eine beschönigte oder stilisierte Welt zu zeigen, setzt er auf die Brutalität der Wirklichkeit.
Das hat ihn allerdings schon viele Sympathien gekostet. Björk, Hauptdarstellerin in "Dancer in the Dark", war nach den Dreharbeiten ein nervliches Wrack. Nicole Kidman, gefallene Heldin in "Dogville", flüchtete entsetzt aus dem eigenen Film. Und John C. Reilly, anfangs Teil der "Manderlay"-Besetzung, stieg während der Produktion aus. Medienberichten zufolge soll die Schlachtszene der Auslöser für seinen wutschnaubenden Ausstieg gewesen sein.
Dass der Esel überhaupt zu Filmzwecken geschlachtet werden konnte, liegt an den schwedischen Gesetzen. Sie erlauben die Tötung eines Tieres, wenn der Ausführende Tierarzt ist.
bdu, 04.03.2005, 16:33
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