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Story
Vulcanette mit Mopsgeschwindigkeit
Hier ein Bildchen, dort ein kleiner Trailer und dazwischen mal ein Onlinespiel - so baut man unaufgeregt und unaufdringlich über Monate hinweg einen hübschen Hype auf und hält die Fans bei Laune. Die können es schließlich kaum erwarten, dass Michael "Bully" Herbigs neues Werk endlich in die Kinos kommt: Am 22. Juli ist es soweit und das "(T)Raumschiff Surprise" mit seiner lauwarmen Besatzung macht sich mit Mopsgeschwindigkeit auf, die Welt zu retten.
Nicht mehr lange hin, dachte sich Bully, und zog los, die Republik mit sieben Pressekonferenzen in vier Tagen auf den neuesten Stand zu bringen. Im Gepäck die "Supporting Acts" Anja Kling und Til Schweiger. Rick Kavanian, Bullys Buddy in allen Lebenslagen, natürlich auch.
Spektakel wie beim Vorbild
Zunächst ein erster Eindruck für die zahlreich erschienen Multiplikatoren, nämlich den ersten Akt des Films, in dem Kork, Spuck und Schrotti als letzte Rettung der Menschheit ausgemacht werden und zu einer Zeitreise aufbrechen. An den Special Effects wurde nicht geknausert, so dass die Parodie dem technischen Niveau der "Star Trek" und "-Wars"-Originale sehr nahe kommt. Til Schweigers lässiges "Pod-Race"-Taxi sorgt dabei fürs größte Vergnügen, wobei die Effekte den Wortwitz der Truppe anfangs etwas erdrücken.
Alles umsonst
Es folgt die Fragestunde. Ob es bei so einer Pressekonferenz etwas Neues oder gar Interessantes zu erfahren gibt, entscheiden - und das ist der Haken - die Presse-Kollegen selbst. Das weiß auch Bully, weswegen er sich die Top Two der blöden Fragen gleich mal selbst stellte und beantwortete: Was hat sich für Dich seit dem Erfolg von "Der Schuh des Manitu" verändert? ("Schwule Stewards sprechen mich im Flugzeug an") und: Ist der Film was geworden? ("Nein - wir haben ihn entwickelt und es war nichts drauf!").
Da kannst du nicht ernst bleiben
Es half nix, gleich die erste Frage sorgte für den ersten Funken Verzweiflung in des Comedians Augen: "Woher kommt eigentlich Dein Spitzname 'Bully'?" Mächtig investigativ, denn das ist seit Jahren in epischer Breite beantwortet in allen Gazetten, Shows und Fansites*.
Eine Kollegin legt mächtig pointiert nach: "Wie waren die Bedingungen beim Dreh unter Schwerelosigkeit!" Bully klärt auf: "Wissen Sie, das ist doch nur ein Filmtrick!" "Sie machen im Film ständig so ein schiefes Gesicht. War das sehr anstrengend durchzuhalten?" - "Was soll das heißen? Ich sehe wirklich so aus!". "Können Sie sich vorstellen - falls es mit dem Filmen nicht mehr klappt - wieder zum Radio zurückzukehren?" Berechtigte Frage an den Mann, der den erfolgreichsten deutschen Film aller Zeiten ins Kino gebracht hat. Antwort: "Klar gehe ich dann zurück zum Radio. Und mache es aus!"
Ablecken und runterschlucken!
Wer so fragt, verdient es einfach nicht besser, als wie beim Kindergeburtstag mit "Vulcanetten"-T-Shirts beworfen zu werden. Zwischendurch durfte Til Schweiger mitteilen, dass er sich in der homophilen Atmosphäre des Filmes ja wie zuhause fühle, weil das beim bewegten Mann auch schon so gewesen sei. Anja Kling erwähnte, wie komisch es sich anfühlte, über die angeklebte Nase von Sky Du Mont zu lecken, aber: "geschmeckt hat es nicht."
Großansicht
Lord Jens Maul (Rick Kavanian) ist mit der Gesamtsituation unzufrieden (Foto: Constantin)
Bully, der Magnet
Rick Kavanian, gefragt nach der langjährigen Partnerschaft zu Bully, hatte mit der Definition von Freundschaft im Telegrammstil die Lacher auf seiner Seite: "Morgens steh' ich auf und wenn ich weiß, wo er steckt, geh' ich da hin. Dreht er gerade einen Film, mach' ich halt mit."
Zu den Themen, die Bully nicht vertiefen möchte, zählen die Befindlichkeiten der Wächter der Originale. Ob er "Star Trek" denn schon mal gesehen hat und überhaupt in USA mal nachgefragt hat, ob er das alles darf? "Jaaaa - ich hab schon mal so einen Star Trek-Film gesehen. Ganz nett. Angerufen habe ich auch... aber es war leider besetzt."
In Deckung, das (T)raumschiff kommt
Übrigens: Bully ist ein Trekkie, der aus der Hüfte referieren kann, welche Leistung ein Borg-Alkoven bringen muss, damit auch morgen noch kräftig assimiliert werden kann. Und so gelassen er den Spekulationen über den potenziellen Erfolg des (T)Raumschiffs entgegensieht, so stolz macht es ihn, dass die Verleiher der großen Hollywoodproduktionen ihre Filme respektvoll in weitem Bogen um den 22. Juli herum starten.
Und er gesteht, dass er zuweilen einen Albtraum hat: "Ich sitze bei Thomas Gottschalk in 'Wetten Dass'. Plötzlich geht die Tür auf und William Shatner kommt herein...!" Falls dies geschieht - kein Grund, sich vor einer Wutrede á la Pierre Briece zu fürchten. Schließlich erscheinen unmittelbar nach dem Start von "(T)Raumschiff Surprise - Periode 1" die Abenteuer der Ur-Enterprise als große DVD-Edition. Wenn das kein Zufall ist, dann mindestens ein Ritterschlag.
*Als Junge spielte Michael Herbig leidenschaftlich gern Fußball und trug dazu ein FC-Bayern-Trikot mit dem damaligen Sponsor-Slogan "Die Bullen kommen". Weil er der kleinste der zahlreichen mitspielenden Michaels war, begann man ihn "Bully" zu rufen.
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