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"Wir können sogar Sex haben"
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Als Cop ist Bruce Willis Kult - auch und erst recht in einer verwirrenden Zukunft wie in "Surrogates - Mein zweites Ich" (Foto: Walt Disney)
Was erwartet die Zuschauer in Ihrem neuen Film?
BRUCE WILLIS: Na ja, "Surrogates - Mein zweites Ich" ist ein Suspense-Thriller, ein Action-Thriller voller Spannung, der absolut sehenswert ist. Gleichzeitig ist er auch ein Mystery-Thriller mit Krimielementen, zum Beispiel, als ich eine Straße entlang renne und wieder mal so aussehe, als würde ich die Welt retten wollen. Das ist jetzt ungefähr das zehnte Mal, oder? Das zehnte Mal, dass ich...
Wie bitte?
Das zehnte oder elfte Mal, dass ich die Welt rette?
Mindestens.
Und es ist auch ganz schön schwierig, Schauspieler zu sein. Man muss sich nämlich total viel Text merken.
Was für ein Typ ist dieser FBI-Mann Tom Greer im Film eigentlich?
Hey, haben Sie den Witz eben verstanden? Weil es war ein Witz. Wie ist Tom Greer? Er ist launisch. Er ist reizbar, er ist Polizist. Er ist unzufrieden damit, wie die Dinge laufen, und er kommt mit seiner Frau nicht zurecht. Seine Frau ist ihm aufgrund dieser Surrogates fremd geworden, und er möchte sie einfach wiederhaben. Ein Nebeneffekt dieser Surrogates ist, dass die Leute dazu neigen, sich hinter dieser Maske zu verstecken, was natürlich an sich nichts Schlimmes ist. Ich wette, es gibt auf dieser Welt viele Leute, die sich gern hinter ihrer Maske verstecken würden und es auch tun.
Was hat es mit diesen "Surrogates" überhaupt auf sich?
Ist nicht einfach, aber ich kann es Ihnen erklären. Es geht dabei um... haben Sie ein Handy dabei?
Ja.
In Ordnung. Haben Sie einen Blackberry?
Mm.
Erinnern Sie sich noch daran, als Sie noch keinen Blackberry hatten und nicht ständig mit dem Handy unterwegs waren oder ununterbrochen mit der Welt in Kontakt standen? Betrachten Sie den Blackberry als Weiterentwicklung dieser Technologie bis hin zu dem Punkt, an dem eine Art Stellvertreter, ein Alter Ego entwickelt wird, der allen Gefahren trotzt und den eigentlichen Benutzer des Stellvertreters beschützt. Dem Surrogate wird mitgeteilt, was er tun und wie er denken und sich bewegen soll. Das lässt sich nur schwer erklären. Es ist eher ein visuelles Konzept als ein verbales, aber im Prinzip geht es genau darum. Irgendwann gerät dann dieses weltweite Konzept, in dem jeder einen Surrogate, einen Alter Ego da draußen besitzt, plötzlich aus den Fugen.
Eine interessante Vorstellung, wo doch heute Schönheit und Technologie so wichtig für alle sind.
Genau.
Hat Sie das von Anfang an interessiert, als Sie es gelesen hatten?
Das ist es gar nicht, was mich am meisten interessiert. Was mich wirklich beunruhigt, ist die Gefahr, die darin liegt, dass Menschen Informationen immer schneller kommunizieren wollen. Michael Jacksons Tod ist ein gutes Beispiel dafür. Innerhalb von vier Sekunden oder zumindest in kürzester Zeit wusste die ganze Welt davon, und das wäre vor zehn, geschweige denn vor 20 Jahren noch undenkbar gewesen. Informationen werden immer kompakter und schneller. Ich bin kein großer Fan von sozialen Netzwerken in elektronischer Form. Wenn der Strom ausfiele, müssten wir alle auf der Stelle nach Hause gehen.
Radha Mitchell spielt im Film Ihre Kollegin. Wie würden Sie die Beziehung zwischen diesen beiden Charakteren beschreiben und wie lief die Zusammenarbeit mit ihr?
Sie ist großartig. Radha Mitchell ist eine hervorragende Schauspielerin, die ihre Sache sehr gut gemacht hat. Und es macht Spaß, mit ihr zusammen zu arbeiten. Sie ist witzig, einfach nur toll. Sie wird noch viele tolle Filme drehen.
Und wie ist die Beziehung zwischen Ihren Figuren im Film?
Wir sind beide Polizisten, Partner. Und wir besitzen auch unsere Surrogates, die ebenfalls zusammen arbeiten. Ich weiß jetzt nicht, ob ich Ihnen das verraten darf, aber es gibt im Film einige Hinweise darauf, dass Surrogates tatsächlich Sex miteinander haben können, aber Radhas Surrogate und meiner haben keinen Sex miteinander. Ich weiß jetzt auch nicht, warum ich das verraten habe, aber ich wollte es nur als Beispiel anführen.
Haben Sie eigentlich keine Angst, dass das Thema Stellvertreter und Technologie für das Publikum etwas schwierig sein könnte?
Meine größte Sorge in Bezug auf Technologie und dem Film über Technologie ist die, dass ich eine jüngere Tochter mit Namen Rumer habe, die ebenfalls Schauspielerin ist. Nächste Woche wird sie 21, und bald kommt in den USA ein Film, in dem sie mitspielt, in die Kinos. Unser Film "Surrogates" hingegen erscheint erst einige Wochen später, und jetzt ist meine größte Sorge, dass ihr Film unserem den Rang abläuft. Hoffentlich nicht, denn das würde ich zu Hause nicht überleben.
Apropos zuhause, im Film spielt Rosamund Pike...
Rosamund ist großartig!
... Ihre Frau.
Ja. Und wir führen im Film eine entfremdete, angespannte Beziehung. Rosamund Pike ist eine großartige Schauspielerin mit klassischer Ausbildung. Ich weiß nicht genau, ob sie noch Theater spielt, aber sie stand damals mit Dame Judi Dench in England auf der Bühne. Sie ist großartig, eine ganz bezaubernde Person, die viel zu diesem Film beigetragen hat. Ich würde gern jederzeit wieder mit ihr zusammen arbeiten.
Dann vielen Dank, dass Sie sich heute Zeit genommen haben.
Ich hab zu danken.
Es war nett, Sie kennenzulernen.
Danke, ganz meinerseits.
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