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Bisher nur im Kino erlebbar: Die Zeitreise mit Hilfe einer "Time Machine" (Foto: Warner)
Aktuelles Beispiel: Schon als kleines Mädchen lernt Clare (Rachel McAdams) in "Die Frau des Zeitreisenden" ihre große Liebe kennen. Immer wieder tritt Henry (Eric Bana) in ihr Leben, nur um urplötzlich wieder zu verschwinden. Ein Gen-Defekt lässt ihn zu einem unfreiwilligen Zeitreisenden werden, der über Zeit und Raum keinerlei Kontrolle hat.
Auch wenn Zeitreisen nichts mit dem menschlichen Körper und seinen Genen zu tun haben, hält sie die Wissenschaft schon seit Langem für möglich. Bereits Albert Einstein lieferte mit seinen zwei Relativitätstheorien den Beweis. Reist jemand mit einem fast lichtschnellen Raumschiff zu einem fremden Stern oder Planeten und kehrt anschließend zur Erde zurück, ist dort mehr Zeit vergangen, als an Bord des Schiffes. Diese Erfahrung muss auch Charlton Heston 1968 am Ende von "Der Planet der Affen" machen. Zurück aus dem Jahr 3978 findet er zu seinem Entsetzen auf der Erde eine vollkommen veränderte Herrschaftsstruktur vor.
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Ein "Terminator" wie Arnold Schwarzenegger lässt sich von Raum und Zeit nicht aufhalten (Foto: Columbia TriStar)
Während in der Realität der am weitesten zeitgereiste Mensch gerademal eine Fünfzigstelsekunde in die Zukunft gereist ist, geht Hollywood mit der Thematik freilich lockerer um und mixt Theorien wild durcheinander, ohne auf die Logik oder physikalische Gesetze zu achten. Wer dies als Zuschauer ignoriert, kann dann aber auch wissenschaftlich höchst umstrittene Reisen in die Vergangenheit, wie in "Terminator", genießen.
Nackt und ohne jegliches Vorzeichen fallen im Jahr 1984 zwei Gestalten vom Himmel: der für die Menschheit kämpfende Kyle Reese (Michael Biehn) und die für die Roboter-Armee agierende Maschine Terminator (Arnold Schwarzenegger). Weil im von einem Atomkrieg verwüsteten Los Angeles des Jahres 2029 alles nach einem Sieg der Menschen über die Maschinen aussieht, wird der Terminator zurück durch die Zeit geschickt, um die Geburt des Rebellenanführers John Connor zu verhindern. Da die menschlichen Widerständler von dem Plan wissen, schicken sie ihrerseits Reese auf eine Zeitreise, um Sarah Connor und ihr zukünftiges Baby vor dem Maschinentod zu beschützen.
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Andere Planeten, andere Sitten: Im Jahr 3978 haben die Affen das Sagen und so ist der Mensch nicht mehr als ein Nutztier (Foto: Fox)
Doch während in "Terminator" die zeitreisenden Hauptfiguren noch ohne jegliche Erklärung vom Himmel fallen, werden in Filmen wie "Star Trek" oder "Kate & Leopold" zumindest Ansätze physikalischer Theorien präsentiert. So behauptet der ältere Spock (Leonard Nimoy) gegenüber dem jüngeren Kirk (Chris Pine), dass er mit Hilfe eines Wurmloches, also einer Abkürzung in der Raumzeit, in die Vergangenheit geschickt wurde. Das Problem, dass die Physik mit Wurmlöchern hat, ist deren Instabilität. Wurmlöcher kollabieren nach gegenwärtigen Erkenntnissen so schnell, dass eine Durchreise unmöglich ist.
Die Zeitreise des Herzogs in "Kate und Leopold" wird hingegen mittels der Stringtheorie und so genannten Rissen in der Raumzeit erklärt. Da die Relativitätstheorie einer Möglichkeit von derartigen Rissen im Universum widerspricht, ist die Existenz von Strings, die eine Zeitreise ermöglichen, wissenschaftlich umstritten. Das hindert Hollywood jedoch nicht daran, Hugh Jackman und Meg Ryan ohne Schwierigkeiten aus dem Jahr 1876 in die Gegenwart und wieder zurück zu katapultieren, um ihre Liebe zu erfüllen. Falls Reisen in die Vergangenheit jemals möglich sein sollten, bliebe jedoch immer noch das Paradoxon-Problem um mögliche Kausalitätsverletzungen zu lösen, was Hollywood unter anderem in "Zurück in die Zukunft" thematisiert.
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Ohne ein fast lichtschnelles Raumschiff sind Zeitreisen wie in "Star Trek" unmöglich (Foto: Paramount)
So kann der Zeitreisende durch Handlungen in der Vergangenheit seine eigene Geschichte ändern: Im Klassiker "Zurück in die Zukunft" verhindert Marty McFly (Michael J. Fox) beinah seine eigene Geburt, als er in das Jahr 1955 zurückreist und sich seine eigene Mutter sich in ihn verliebt - anstatt in den, der einmal sein Vater sein müsste. Das Paradoxe daran ist: Wie kann jemand verhindern gezeugt zu werden, wenn er eigentlich niemals geboren sein dürfte?
Im Thriller "Butterfly Effect" wird Ashton Kutcher schmerzlich bewusst gemacht, dass schon kleinste Veränderung durch eine Zeitreise in die Vergangenheit große Auswirkungen auf die Ereignisse der Gegenwart haben. Der Schmetterlingseffekt der Chaostheorie spitzt das Kausalitätsproblem bei Zeitreisen auf nie dagewesene Konsequenzen zu, die wie in "Butterfly Effect" bis zum Tod einzelner Figuren führen können. Eine Lösung für das bedeutsame Kausalitätsproblem liefert in der Quantenmechanik die ebenfalls umstrittene Vielwelten-Theorie:
Sie besagt, dass sich viele einzelne Parallelwelten zu einem Multiversum zusammenschließen und es für jede mögliche Zukunftsentwicklung ein eigenes Universum gibt. Eine Zeitreise in die Vergangenheit wäre dann wie in "Star Trek" eine Reise in eine Parallelwelt. Trotz des Aufenthalts in der Parallelwelt würden sowohl der normale Ablauf der Dinge, als auch der durch die Zeitreise veränderte Ablauf stattfinden. Der Zeitreisende hätte somit die Möglichkeit, in sein Ursprungsuniversum zurückzukehren.
Dass Zeitreisen bisher meist als reines Science-Fiction-Thema gelten, liegt auch daran, dass es weder in der Gegenwart noch in der Vergangenheit dokumentierte Beweise für Reisende aus der Zukunft gibt. Nicht ausgeschlossen ist jedoch, dass in naher Zukunft eine Technik entwickelt wird, die Aufenthalte in anderen Zeiträumen möglich macht, so dass gleich nach ihrer Fertigstellung mit der Ankunft eines Zeitreisenden gerechnet werden kann. Kein Wunder also, dass Reisen mittels Zeitmaschinen zu den beliebtesten Hollywood-Motiven gehören.
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Mit dem Einstieg in den DeLorean verhindert Marty McFly in "Zurück in die Zukunft" fast die eigene Geburt (Foto: UIP)
Neben der schon Titel gebenden "Time Machine" nutzen Harry und Hermine in "Harry Potter und der Gefangene von Askaban" einen magischen Zeitumkehrer, um den Hippogreif und Sirius Black zu retten, und Marty McFly steigt in Doc Browns umgebauten DeLorean, der mit aufgeklappten Türen große Ähnlichkeit mit einem Raumschiff hat.
Hollywoods wilder Mix physikalischer und praxisferner Theorien bietet dem Kinozuschauer im Prinzip drei Variationen: Im ersten "Terminator"-Film sind keinerlei Ereignisse veränderbar. In "Zurück in die Zukunft" ist hingegen alles veränderbar, so dass durch eine Reise in die Vergangenheit deutliche Konsequenzen spürbar werden. Zuletzt bleibt die "Time Machine", in der bestimmte Ereignisse, wie der Tod der eigenen Ehefrau, nicht veränderbar sind, sondern nur die Umstände, die zu ihnen führen. Welche der von Hollywood vorgelebten Möglichkeiten irgendwann für den Menschen Wirklichkeit werden, muss die Zeit zeigen ...
Katrin Zywek, 08.02.2010, 14:50