Bora Dagtekin


  • Geburtstag
    27.10.1978
  • Geburtsort
    Hannover
 

Bora Dagtekin

  • Geburtstag
    27.10.1978
  • Geburtsort
    Hannover
  • Geburtsland
    BRD

"Ich will auch 'Doctor's Diary' als Kinofilm"

Mit pointierten Dialogen und schrägen Charakteren zieht Bora Dagtekin in seinem Regiedebüt "Türkisch für Anfänger" das Thema Integration durch den Kakao. Sein First-Look-Deal mit Constantin lässt auf weitere publikumswirksame Komödien hoffen.

"Türkisch für Anfänger": Messlatte für alle geplanten Serienverfilmungen... (Foto: Constantin) Großansicht

"Türkisch für Anfänger": Messlatte für alle geplanten Serienverfilmungen... (Foto: Constantin)

War das ein großer Sprung vom Drehbuchautor zum Regisseur?
BORA DAGTEKIN: Jedenfalls eine neue Herausforderung, das war auch der Plan hinter dem "Türkisch für Anfänger"-Kinofilm. Bei meinen Serienprojekten haben wir immer nach dem amerikanischen System gearbeitet und haben vom Casting bis zum Schnitt alles mit den Regisseurinnen und Regisseuren besprochen. Wir waren immer ein super Team. Die Arbeitsschritte der Regie waren mir also eigentlich schon bekannt.

Was hat Ihnen in Thailand bei den Dreharbeiten am meisten zu schaffen gemacht?
Das typische Regiedebüt handelt eher von vier Leuten, einem Mord und einer Kleinstadt. Ich dachte, wenn ich meinen ersten Film mache, dann "Türkisch für Anfänger", damit habe ich angefangen und dem Format stehe ich auch sehr nah, da kenne ich die Figuren in- und auswendig, wusste, dass ich nichts in den thailändischen Sand setze. Der Dreh war super vorbereitet von Rat Pack und von Lena Schönemann, meiner Wunschproduzentin. Die größte Herausforderung war die Natur mit Ebbe, Flut und Hitze. Durch monsunartige Regenfälle versanken Setdekos im Matsch. Alles, was man sich in Südostasien vorstellen kann, ist passiert. Wenn es morgens schifft und eigentlich sollte es ein paradiesischer Tag werden, musste man schon spontan umdisponieren. Aber ich hatte ein Superteam und befand mich in guten Händen.

Wie gelingen Ihnen die witzigen Dialoge?
Am Ende überleben nur die Pointen, die wirklich gut ankommen. Erste Seiten oder Ausschnitte aus dem Drehbuch habe ich den Produzenten gezeigt, die Schauspieler konnten relativ früh die ersten Fassungen lesen. Ich nutze jede Art von Kritik als Feedback. Wenn die Leute beim Lesen nicht lachen oder die Dialoge nicht witzig finden, dann sind sie halt nicht witzig. Dann darf man sich nichts vormachen oder dran festhalten.

Der Titel ihrer geplanten Kinokomödie "Fuck You, Göthe" hört sich nicht nach braver Schullektion über den großen deutschen Dichter an.
Das Ziel ist eine politisch unkorrekte Komödie über Lehrer und Schüler, und der Titel ist der Klospruch eines verzweifelten Schülers. In der Geschichte geht es um eine Lehrerin und einen Lehrer, die auf unterschiedliche Art und Weise versuchen, den Schulalltag in den Griff zu kriegen. Ich liebe Formate mit starkem Teenage-Einschlag. Bei "Schulmädchen" habe ich Gagpolish gemacht, dann kam meine erste eigene Serie "Türkisch für Anfänger". Das Schulgenre wollte ich immer gern machen und gern, bevor ich alt und grau bin, sonst wäre es nicht authentisch. In Amerika gibt es die Regel, bis zum Alter von 32 Jahren darf man Teenie-Komödien drehen. Da muss ich mich beeilen.

Haben Sie einen Plan B für danach?
Ich bleibe bei der Komödie. Ein Drama oder ein Krimi ist momentan nichts für mich. Leute zum Lachen zu bringen, halte ich für die schönste Herausforderung, weil man alle zwei Minuten überprüfen kann, ob man seinen Job beherrscht. Beim großen Krebsdrama müssen am Ende bloß alle heulen, bei der Komödie erlebt man alle paar Minuten die direkte Reaktion vom Publikum. Es bei der Stange zu halten und die Lachmuskeln langsam zu erobern, finde ich aufregend.

Wie weit sind die Überlegungen gediehen, "Doctor's Diary" als Roman oder Kinostoff weiterzuführen?
Ich könnte mir eine Weiterführung sehr gut vorstellen und treffe für einen Kinofilm auf große Aufgeschlossenheit. Mit RTL, Steffi Ackermann und dem Cast sind wir laufend in Gesprächen und reden über grobe Ideen. Das wird aber sicherlich noch etwas dauern, bis man sagen kann, ob und wann es so weit ist. "Türkisch für Anfänger" wird sicher eine Feuerprobe für alle Series-goes-Movie-Adaptionen, die in der Branche herumgeistern.

Wollen Sie in Zukunft beides - Drehbuch schreiben und Regie führen?
Das hängt vom Stoff ab. Bei "Fuck you, Göthe" würde ich gern die Regie übernehmen, aber ich will auch weiter Stoffe für Regisseure entwickeln, die ich schätze und mit denen ich gern arbeite.

Sind Sie ein Glückskind? Bei Ihnen gibt es nur eine Richtung: aufwärts.
Jammern und Klagen zählen nicht zu meinen Leidenschaften. Es ist nie einfach, jedes Filmoder Fernsehprojekt ist mit vielen kreativen Diskussionen verbunden. Am Ende - so meine Erfahrung - wollen alle immer nur das Beste, und das versuche ich auch immer zu geben. Mit der Einstellung hat es bisher ganz gut geklappt. Aber ich würde auch nicht zusammenbrechen, wenn mal was total in die Hose geht. Doris Dörrie hat neulich bei Thomas Gottschalk gesagt: Scheitern ist menschlich. Das ist auch ein schönes Motto.

"Ich will auch 'Doctor's Diary' als Kinofilm"

Mit pointierten Dialogen und schrägen Charakteren zieht Bora Dagtekin in seinem Regiedebüt "Türkisch für Anfänger" das Thema Integration durch den Kakao. Sein First-Look-Deal mit Constantin lässt auf weitere publikumswirksame Komödien hoffen.

"Türkisch für Anfänger": Messlatte für alle geplanten Serienverfilmungen... (Foto: Constantin) Großansicht

"Türkisch für Anfänger": Messlatte für alle geplanten Serienverfilmungen... (Foto: Constantin)

War das ein großer Sprung vom Drehbuchautor zum Regisseur?
BORA DAGTEKIN: Jedenfalls eine neue Herausforderung, das war auch der Plan hinter dem "Türkisch für Anfänger"-Kinofilm. Bei meinen Serienprojekten haben wir immer nach dem amerikanischen System gearbeitet und haben vom Casting bis zum Schnitt alles mit den Regisseurinnen und Regisseuren besprochen. Wir waren immer ein super Team. Die Arbeitsschritte der Regie waren mir also eigentlich schon bekannt.

Was hat Ihnen in Thailand bei den Dreharbeiten am meisten zu schaffen gemacht?
Das typische Regiedebüt handelt eher von vier Leuten, einem Mord und einer Kleinstadt. Ich dachte, wenn ich meinen ersten Film mache, dann "Türkisch für Anfänger", damit habe ich angefangen und dem Format stehe ich auch sehr nah, da kenne ich die Figuren in- und auswendig, wusste, dass ich nichts in den thailändischen Sand setze. Der Dreh war super vorbereitet von Rat Pack und von Lena Schönemann, meiner Wunschproduzentin. Die größte Herausforderung war die Natur mit Ebbe, Flut und Hitze. Durch monsunartige Regenfälle versanken Setdekos im Matsch. Alles, was man sich in Südostasien vorstellen kann, ist passiert. Wenn es morgens schifft und eigentlich sollte es ein paradiesischer Tag werden, musste man schon spontan umdisponieren. Aber ich hatte ein Superteam und befand mich in guten Händen.

Wie gelingen Ihnen die witzigen Dialoge?
Am Ende überleben nur die Pointen, die wirklich gut ankommen. Erste Seiten oder Ausschnitte aus dem Drehbuch habe ich den Produzenten gezeigt, die Schauspieler konnten relativ früh die ersten Fassungen lesen. Ich nutze jede Art von Kritik als Feedback. Wenn die Leute beim Lesen nicht lachen oder die Dialoge nicht witzig finden, dann sind sie halt nicht witzig. Dann darf man sich nichts vormachen oder dran festhalten.

Der Titel ihrer geplanten Kinokomödie "Fuck You, Göthe" hört sich nicht nach braver Schullektion über den großen deutschen Dichter an.
Das Ziel ist eine politisch unkorrekte Komödie über Lehrer und Schüler, und der Titel ist der Klospruch eines verzweifelten Schülers. In der Geschichte geht es um eine Lehrerin und einen Lehrer, die auf unterschiedliche Art und Weise versuchen, den Schulalltag in den Griff zu kriegen. Ich liebe Formate mit starkem Teenage-Einschlag. Bei "Schulmädchen" habe ich Gagpolish gemacht, dann kam meine erste eigene Serie "Türkisch für Anfänger". Das Schulgenre wollte ich immer gern machen und gern, bevor ich alt und grau bin, sonst wäre es nicht authentisch. In Amerika gibt es die Regel, bis zum Alter von 32 Jahren darf man Teenie-Komödien drehen. Da muss ich mich beeilen.

Haben Sie einen Plan B für danach?
Ich bleibe bei der Komödie. Ein Drama oder ein Krimi ist momentan nichts für mich. Leute zum Lachen zu bringen, halte ich für die schönste Herausforderung, weil man alle zwei Minuten überprüfen kann, ob man seinen Job beherrscht. Beim großen Krebsdrama müssen am Ende bloß alle heulen, bei der Komödie erlebt man alle paar Minuten die direkte Reaktion vom Publikum. Es bei der Stange zu halten und die Lachmuskeln langsam zu erobern, finde ich aufregend.

Wie weit sind die Überlegungen gediehen, "Doctor's Diary" als Roman oder Kinostoff weiterzuführen?
Ich könnte mir eine Weiterführung sehr gut vorstellen und treffe für einen Kinofilm auf große Aufgeschlossenheit. Mit RTL, Steffi Ackermann und dem Cast sind wir laufend in Gesprächen und reden über grobe Ideen. Das wird aber sicherlich noch etwas dauern, bis man sagen kann, ob und wann es so weit ist. "Türkisch für Anfänger" wird sicher eine Feuerprobe für alle Series-goes-Movie-Adaptionen, die in der Branche herumgeistern.

Wollen Sie in Zukunft beides - Drehbuch schreiben und Regie führen?
Das hängt vom Stoff ab. Bei "Fuck you, Göthe" würde ich gern die Regie übernehmen, aber ich will auch weiter Stoffe für Regisseure entwickeln, die ich schätze und mit denen ich gern arbeite.

Sind Sie ein Glückskind? Bei Ihnen gibt es nur eine Richtung: aufwärts.
Jammern und Klagen zählen nicht zu meinen Leidenschaften. Es ist nie einfach, jedes Filmoder Fernsehprojekt ist mit vielen kreativen Diskussionen verbunden. Am Ende - so meine Erfahrung - wollen alle immer nur das Beste, und das versuche ich auch immer zu geben. Mit der Einstellung hat es bisher ganz gut geklappt. Aber ich würde auch nicht zusammenbrechen, wenn mal was total in die Hose geht. Doris Dörrie hat neulich bei Thomas Gottschalk gesagt: Scheitern ist menschlich. Das ist auch ein schönes Motto.

2009
45. Adolf Grimme Preis
Buch (Unterhaltung) - Doctor's Diary - Männer sind die beste Medizin
2009
21. Bayerischer Fernsehpreis
Blauer Panther - Buch - Doctor's Diary - Männer sind die beste Medizin
2007
43. Adolf Grimme Preis
Headwriter (Unterhaltung) - Türkisch für Anfänger (2. Staffel, 24 Folgen)
 

Filmografie

Türkisch für Anfänger

Komödie - Nach einer Flugzeugnotlandung stranden ein deutsches Mädchen, ein stotternder griechischstämmiger Berliner und ein türkischer Jung-... Zum Video

2012

Doctor's Diary 3 - Männer sind die...

Drama / Komödie - Sie nennt ihn "Arschloch" oder "Dreckskerl", findet ihn unerträglich arrogant - und ist ihm verfallen. Dr. Gretchen Haases... Zum Video

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