Brian De Palma


  • Geburtstag
    11.09.1940
  • Geburtsort
    Newark, New Jersey
 

Sein Interesse gilt der formalen Vollendung seiner Filme, weniger den thematischen Vorgaben, und so sind die Arbeiten von einer oft atemberaubenden handwerklichen Perfektion, speziell in den minutenlangen Plansequenzen, mit denen er Filme wie "Carlito's Way" oder "Fegefeuer der Eitelkeiten" eröffnet. Diese stilistische Sicherheit, die in der Kritik auch als selbstverliebte Spielerei gewertet wird, geht nicht immer überein mit der psychologischen oder dramatischen Grundierung seiner Filme, die sich an seine Vorbilder Alfred Hitchcock und Jean-Luc Godard anlehnen. Brian de Palma, 1940 in Newark geboren, studierte Physik und Film, begann nach Kurzfilmen mit Großstadt-Satiren und war im Umkreis des New Hollywood wie Steven Spielberg einer der Regisseure, die sich eindeutig zum Genrefilm bekannten. Seine Thriller und Horrorfilme "Schwestern des Bösen", "Das Phantom im Paradies", "Carrie - Des Satans jüngste Schwester" (nach Stephen King) und "Schwarzer Engel" (ein Quasi-Remake von "Vertigo") revolutionierten das Genre durch die Auseinandersetzung mit weiblicher Sexualität, was seinen Höhepunkt in dem Psycho-Thriller "Dressed to Kill" mit der berühmten Duschszene und dem Serienkiller-Syndrom erreichte. Der Thriller "Body Double - Der Tod kommt zweimal" (mit Melanie Griffith) spielt im Porno- und S/M-Milieu. Mit dem Gangsterfilm "Scarface" (Al Pacino als rücksichtslos-maßloser Underdog in einem Remake des Howard-Hawks-Klassikers) und dem Polizeifilm "The Untouchables" (der Sean Connery den "Oscar" bringt), festigte de Palma seinen Ruf als versierter Regisseur, dessen aufwändige Verfilmung von Tom Wolfes Bestseller "Fegefeuer der Eitelkeiten" zum Kassendesaster geriet. Seinen größten kommerziellen Erfolg erzielte de Palma mit dem Agenten-Spiel "Mission: Impossible" mit Tom Cruise.
1998 produzierte, schrieb und führte er Regie für "Spiel auf Zeit" mit Nicolas Cage als Polizisten Rick Santoro, der den Mord an dem US-Verteidigungsminister bei einem Boxkampf aufklären muss. Weniger erfolgreich und 2001 für die Goldenen Himbeere nominiert wurde sein Science-Fiction "Mission to Mars". 2002 inszenierte er den Thriller "Femme Fatale", worin er wie schon in vorherigen Film Bildcollagen und Split Screen nutze. Die männliche Hauptrolle übernahm Antonio Banderas. Mit dem Kriminalfilm "Black Dahlia", der sich auf den gleichnamigen Roman von James Ellroy stützt, konfrontierte De Palma die Zuschauer mit dem komplexen Geschehen rund um die Aufklärung des grausamen Mordes an dem Starlet Elizabeth Short. Aaron Eckhart als harter Cop und Hilary Swank als mysteriöse Sex-Bombe sowie Josh Hartnett und Scarlett Johnsson überzeugten mit ihren Leistungen. 2006 wurde der Film für den Goldenen Löwen der Filmfestspiele von Venedig nominiert. Die Vergewaltigung und Ermordung eines irakischen Mädchens durch US-Soldaten ist Filmstoff von "Redacted". Der 2007 entstandene Montagefilm besteht u. a. aus Mitschnitten von Nachrichtensendungen, Übertragungen aus dem Gerichtssaal und Exzerpten des Video Blogs eines Soldaten.
Zu de Palmas Mitteln gehören der gedehnte Einsatz der Zeitlupe, raffinierte Parallelmontagen und Zitate aus der Filmgeschichte, wie die inzwischen berühmte und oft zitierte Bahnhofssequenz aus "The Untouchables", die ihrerseits Sergej Eisensteins Odessa-Treppen-Sequenz aus "Panzerkreuzer Potemkin" zum Vorbild hat. De Palma war in den Jahren 1979 bis 1984 mit der Schauspielerin Nancy Allen verheiratet; sie war in "Dressed to Kill" und dem Polit-Thriller" Blow Out - Der Tod löscht alle Spuren" seine Hauptdarstellerin. Im Oktober 1995 heiratete er Darnell Gregorio, mit der er eine Tochter hat. Nach zwei Jahren wurde die Ehe wieder geschieden.

Brian De Palma

  • Geburtstag
    11.09.1940
  • Geburtsort
    Newark, New Jersey
  • Geburtsland
    USA

"Ohne Chaplin kein 'Mission: Impossible'!"

Mit "Die Unglaublichen - The Incredibles" und "Ratatouille" drehte Brad Bird zwei der erfolgreichsten Filme von Pixar. "Mission: Impossible - Phantom Protokoll" markiert nun seinen ersten Ausflug in die Welt der Live-Action.

Tom Cruise und Brad Bird beim Dreh zu "Mission: Impossible - Phantom Protokoll" in Dubai (Foto: Paramount) Großansicht

Tom Cruise und Brad Bird beim Dreh zu "Mission: Impossible - Phantom Protokoll" in Dubai (Foto: Paramount)

"Phantom Protokoll" ist Ihr erster Film als Realfilm-Regisseur. Hatten Sie bereits Zeit, sich zurückzulehnen und sich Gedanken zu machen, ob Sie das erreicht haben, was Sie sich vorgenommen hatten?
BRAD BIRD: Ich bin sehr zufrieden. Wir haben das umgesetzt, was wir machen wollten: einen unterhaltsamen Film, der den Menschen eine gute Zeit im Kino beschert. Phantom Protokoll ist ein echter "Mission: Impossible"-Film. Das war unsere Maßgabe. Mir war nur wichtig, dass er sich von den drei anderen Filmen unterscheidet.

Gibt es feste Parameter für die Filme?
Eigentlich erklärt sich alles durch den Titel: Es geht immer um eine unmögliche Mission - um Nüsse, die für die Hauptfigur Ethan Hunt eigentlich nicht zu knacken sind. "Mission: Impossible"-Filme sind Agentenfilme, die an verschiedensten Orten auf der ganzen Welt spielen. Es gibt als feste Bestandteile vertauschte Identitäten, Intrigen, Action. Der Rest ist Verhandlungssache. Innerhalb der festen Parameter hat man einigen Spielraum, wie ich finde. Mir gefällt, dass Tom Cruise und die Produzenten die Filmemacher ermutigen, ihre ganz persönliche Interpretation zu finden. Es gibt keinen Hausstil, der diktiert wird.

Wie sieht Ihre Interpretation aus?
Da fragen Sie vermutlich die allerschlechteste Person, die etwas mit diesem Film zu tun hat. Ich mache mir über meinen persönlichen Ton keine Gedanken. Er ergibt sich ganz automatisch. Generell könnte man vielleicht sagen, dass dieser Film etwas leichter im Ton ist. Man muss nicht auf die Action verzichten, aber ich neige dazu, die Action gern mit Humor auszubalancieren. Wir haben einen Film gemacht, der viele verschiedene Rhythmen hat, teilweise in ein und derselben Szene. Wir hauen nicht unentwegt auf die Zwölf, sondern setzen auf Dynamik und Rhythmuswechsel.

Hat Ihnen Ihre Erfahrung als Regisseur von Animation bei diesem Film geholfen?
Der Schlüssel zu Animation ist Prävisualisierung. Man muss sich im Vorfeld ganz genau überlegen, wie eine Szene aussehen und aufgebaut sein soll. Animation ist so teuer, dass man sich keine Ungenauigkeiten erlauben kann. Für einen Film wie "Mission: Impossible - Phantom Protokoll" ist diese Erfahrung eine ideale Vorbereitung. Es ist ein großer Film, der mit einem sehr engen Terminplan entstanden ist. Große Variationen waren da einfach nicht drin. Wir mussten im Vorfeld bereits genau festlegen, wie die Szenen aussehen sollten.

Gewiss stellte Sie der Dreh von Live-Action aber auch vor neue Herausforderungen?
Der Hauptunterschied zwischen den beiden Medien ist, dass man sich bei Live-Action Spontaneität erlauben kann. Das kannte ich nicht. Ich hatte die einzelnen Einstellungen so genau im Kopf, dass ich immer nur genau das drehte, von dem ich glaubte, dass ich es brauchen werde, und dann rief ich: Cut! Ich musste erst lernen, die Kameras immer noch etwas laufen zu lassen, dass man erstaunliche Dinge festhalten kann, mit denen man nicht gerechnet hat, wenn man es nur zulässt. Bei Animation gibt es nur eine Anmutung von Spontaneität; im Realfilm gibt es sie wirklich. Eine tolle Sache.

Ist die Arbeit mit Schauspielern ebenso toll?
Sie war mir nicht fremd. Auch bei Animation arbeitet man mit Schauspielern. Da stehen sie zwar nicht vor der Kamera, aber es ist eine harte Arbeit für sie. Aber immerhin müssen sie nicht toll aussehen, können unfrisiert und unrasiert sein. Bei Live-Action ist der Druck höher: Sie müssen Kostüme und Make-up tragen, sie müssen sich bewegen und ihren Text perfekt beherrschen. Man kann sich keine Sperenzchen leisten. So ein Dreh ist teuer, alles muss stimmen. Meine letzten drei Filme waren etwa gleich teuer. Der Unterschied besteht darin, dass bei Animation gleichmäßig über die komplette Produktion hinweg Geld ausgegeben wird, während beim Realfilm vor allem der Dreh Geld verschlingt. Wenn da etwas nicht funktioniert, muss man sofort eine Lösung finden, oder man hat ein Problem.

Hatten Sie das Gefühl, beim Dreh limitiert zu sein?
Ein kleines bisschen vielleicht. Man hat nicht all die Freiheiten, die man bei Animation besitzt, weil man da wirklich jedes einzelne Bild kontrolliert. Aber das wird spielend wieder wettgemacht von der Begeisterung, die ich verspürt habe, wenn man eine Kamera wirklich bewegt, in einer Szene, die man selbst orchestriert hat.

Warum wollten Sie überhaupt zu Live-Action wechseln?
Ich träume von Live-Action, seitdem ich Animation mache. Und ich war elf Jahre alt, als ich damit begonnen habe. Ich musste damals lernen, wie man den richtigen Bildausschnitt wählt, den richtigen Abstand, wann man schneidet, wann man Großaufnahmen wählt. Das habe ich gelernt, indem ich mir klassische Spielfilme angesehen habe. Ich habe entdeckt, dass es gewisse Filmemacher gibt, die es perfekt beherrschen, Emotionen zu wecken und das Publikum in die Handlung einzubinden. Die habe ich studiert, von ihnen habe ich das Handwerk gelernt. Sie waren die besten Lehrer, die man sich vorstellen kann - Hawks, Lean, Hitchcock, Spielberg, Forman, Kurosawa, Disney natürlich. Deshalb ist mir Live-Action sehr nahe, und damit auch der Wunsch, selbst Live-Action zu machen.

Bei Ihrem "Mission: Impossible" scheint der Einfluss der Slapstickmeister groß gewesen zu sein.
Sicher. Die Szenen an der Fassade des Burj Khalifa in Dubai wären ohne die Arbeit von Chaplin, Keaton und Lloyd nicht denkbar gewesen. Aber sehen Sie, Brian De Palmas "Mission: Impossible" wäre nicht möglich ohne Eisenstein und Hitchcock.

"Mission: Impossible - Phantom Protokoll" ist ein wichtiger Film für Paramount. Gab es Druck von Seiten des Studios?
Es gab keinen Grund für das Studio, sich Sorgen zu machen. Wir hielten die Zügel fest in der Hand. Man merkte, dass ein großes Interesse bestand. Aber man war eigentlich immer happy: Wir wollten im Grunde genau den Film machen, den das Studio haben wollte.

Der dritte "Mission: Impossible" führte zum Zerwürfnis zwischen Paramount und Tom Cruise. War das ein Thema?
Nicht für mich. Ich bin sicher, es gibt dazu so viele Meinungen wie involvierte Personen. Aber mich interessierte nur der Film, den wir machen wollten, nicht der Film, den sie damals gemacht haben.

Werden Sie zur Animation zurückkehren?
Wenn ich es entscheiden könnte, würde ich künftig am liebsten pendeln, einmal Animation, einmal Live-Action. Das wäre mein Traum...

Hintergrund: Eine unmögliche Geschichte

Es war eine ungewöhnliche Entscheidung, als Paramount die Verfilmungsrechte an der Fernsehserie "Kobra, übernehmen Sie!" seinem größten Star Tom Cruise und dessen damaliger Produktionspartnerin Paula Wagner überließ. Mit dem ersten Film der Reihe, damals inszeniert von Brian De Palma, landete Cruise mit einem weltweiten Einspiel von 457,7 Mio. Dollar einen der größten Hits des Jahres 1996 - und legte die Regeln der Reihe fest: Jeder Regisseur eines "M:I"-Films sollte seine ganz persönliche Handschrift einbringen. 2000 folgte "Mission: Impossible 2" von John Woo, der 546,4 Mio. Dollar an den Kinokassen umsetzte. J.J. Abrams' "M:I-III" von 2006 wurde mit einem Boxoffice von 397,8 Mio. Dollar als Enttäuschung gewertet und sorgte für das Zerwürfnis zwischen Paramount und Tom Cruise. "Mission: Impossible - Phantom Protokoll" markiert einen doppelten Neuanfang: Er ist ein Reboot des Franchises mit neuem Ensemble und der erste Film von Paramount mit Cruise seit dem großen Streit.

2007
64. Internationale Filmfestspiele in Venedig
Silberner Löwe, beste Regie - Redacted
 

Filmografie

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1995
-
2009

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2007

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1982
-
2007

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