Charlotte Gainsbourg


  • Geburtstag
    22.07.1971
  • Geburtsort
    London

Charlotte Gainsbourg


  • Geburtstag
    22.07.1971
  • Geburtsort
    London
 

Zu Beginn ihrer Filmkarriere mit aufregenden Porträts rebellischer, frecher, trotziger und verlorener Mädchen bekannt geworden, hat sich Charlotte Gainsbourg mit zunehmender Reife ein Rollenrepertoire geheimnisvoller, verträumter, glückssuchender und melancholischer junger Frauen geschaffen, die oft wie in Trance durch Leben und Lieben ziehen, schweigsame Streunerinnen zwischen Zurückhaltung und mysteriöser, auch selbsterfundener Vergangenheit, die in Beziehungen driften oder eine zerstörerische Amour fou erleben.
Charlotte Gainsbourg wurde als Tochter der Schauspielerin und Sängerin Jane Birkin und des einflussreichen Chansonniers Serge Gainsbourg 1971 in London geboren und fiel 1984 mit dem Videoclip "Lemon Incest" auf, der ihr eine kleine Rolle als rockbegeisterter Teenager in "Duett zu Dritt", vor allem aber die Hauptrolle in Claude Millers "Das freche Mädchen" einbrachte. Letzterer wurde zu einem der erfolgreichsten und wichtigsten französischen Spielfilme der 80er-Jahre, der von erster Liebe, Freundschaft, Enttäuschung, Frust und erwachender Sexualität der Vierzehnjährigen erzählt. Der César als Beste Nachwuchsschauspielerin war der Lohn für Charlotte, die als schauspielerische Offenbarung strahlte wie ihre Kollegin Sandrine Bonnaire.
In den Folgejahren schloss sie auf Wunsch der Mutter zwischen den Filmengagements ihre Ausbildung ab. Zum Ereignis wurde, wieder unter Millers Regie, die nach einem Treatment von François Truffaut gedrehte Ballade "Die kleine Diebin" (1988), in der sie als ungeliebtes Kind zwischen Elternhaus und Internat pendelt und sich als Zimmermädchen deflorieren lässt. Journalistin in "L'amoureuse", Vagabundin in "Merci la vie" und Versuchung für den Heiligen Franziskus in "Nachtsonne", erlebte Gainsbourg einen Triumph mit "Der Zementgarten", der ihr 1992 den Preis als Beste Hauptdarstellerin beim Festival Scrittura e Immagine einbrachte: Als ältere Schwester hält sie nach dem Herztod des Vaters, den sie im Keller begräbt, die Familiengemeinschaft fern von der Umwelt aufrecht. Ihr Kopfstand in diesem Film blieb unvergessen.
Für Regisseur Franco Zeffirelli war sie eine sanfte, aber beharrliche "Jane Eyre", die den geliebten Gutsbesitzer einfängt, und in Marion Vernoux' "Love etc." verdrehte sie zwei Männern den Kopf in einer typisch französischen Ménage à trois. Als mysteriöse, introvertierte Frau, die verzweifelt einen Sinn für ihr Leben sucht und immer neue tragische Lebensgeschichten erfindet, trieb sie in Patrice Lecontes "Félix et Lola" (2000) den Jahrmarktbudenbesitzer Félix beinahe ins Verderben.
Yvan Attal, mit dem sie eine im Gegensatz zu ihren Eltern öffentlichkeitsscheue Ehe führt, schrieb ihr als Autor und Regisseur mit "Meine Frau, die Schauspielerin" (2001) erstmals eine ungehemmt komische Rolle auf den zierlichen Leib: Da ist ihr Gatte (Attal) auf die Filmpartner seiner lebenslustigen Frau mächtig eifersüchtig. Und Charlotte kann ausgelassener als sonst ihr bezauberndes Lächeln und Lachen einsetzen.
Charlotte Gainsbourgs schauspielerische Reife zeigt sich in Domink Molls Psycho-Trip "Lemming", wo sie als Frau von Laurent Lucas durch die titelgebenden Lemminge, Charlotte Ramplings Rache und eine Reihe unvorhergesehener Ereignisse den Boden unter den Füßen verliert. Ebenso dramatisch geht es in ihrer Ehe mit Sean Penn in Alejandro Gonzalez Inarritus "21 Grams" zu, wo das Paar wegen Spenderherz und Nachwuchswunsch in die Krise treibt. Ungehemmt spielerisch und wieder verträumt ist dagegen ihre Nachbarin von Gael Garcia Bernal in Michel Gondrys surrealem Paris-Love-Trip "The Science of Sleep" (2006).
Charlotte Gainsbourg sang die Titelsongs der Filme "Charlotte for ever" (1986), "Love, etc." (1996) und "L'un reste, l'autre part" (2005).
Charlotte Gainsbourg ist mit Yvan Attal verheiratet. Das Paar hat zwei Kinder. Ihre Halbschwestern sind die Schauspielerin Lou Doillon, Tochter von Regisseur Jacques Doillon, und die Fotografin Kate Berry.

Charlotte Gainsbourg

  • Geburtstag
    22.07.1971
  • Geburtsort
    London
  • Geburtsland
    Großbritannien
  • Familie
    Tochter von Jane Birkin und Serge Gainsbourg

Königlicher Berlinale-Auftakt

Die Internationalen Filmfestspiele Berlin sind eröffnet!

Strahlten bei der Berlinale-Eröffnung um die Wette: Diane Kruger, Klaus Wowereit und Marie Bäumer (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Strahlten bei der Berlinale-Eröffnung um die Wette: Diane Kruger, Klaus Wowereit und Marie Bäumer (Foto: Kurt Krieger)

Zum Auftakt wurde "Leb wohl, meine Königin!" von Benoît Jacquot als Weltpremiere gezeigt, in der die deutsche Schauspielerin Diane Kruger als Marie-Antoinette zu sehen ist, die von den Unruhen der Französischen Revolution erfasst wird. Neben Kruger waren auch die Schauspielerinnen Léa Seydoux und Virginie Ledoyen ins winterliche Berlin gereist, um ihren Film persönlich vorzustellen - für Schauwerte war also gesorgt bei der Eröffnung. Der Film kam gut an beim geladenen Premierenpublikum, es gab begeisterten Beifall für die anwesenden Macher des Films.

Ein Höhepunkt des Abends war auch die Präsentation der in diesem Jahr wieder sehr hochkarätigen Jury: Mike Leigh (Vorsitz), die Regisseure Francois Ozon und Anton Corbijn, der Vorjahres-Bärengewinner Asghar Farhadi, die Aktrice und Sängerin Charlotte Gainsbourg, die deutsche Schauspielgröße Barbara Sukowa, Hollywoodstar Jake Gyllenhaal sowie der der algerischen Schriftsteller Boualem Sansal. Eine anregende Zusammenstellung, die das Rätselraten um potentielle Bären-Gewinner in diesem Jahr umso spannender macht.

Anwärter gibt es in diesem Jahr 18 - darunter drei deutsche Regisseure - sie alle werden als Weltpremiere gezeigt. Jurypräsident Leigh schwärmte von der "intensiven Atmosphäre" der Berlinale - womöglich eine das schlechte Wetter die Menschen - und lobte Festivalchef Dieter Kosslick: "Er ist wahnsinnig innovativ und lustig. Wir werden hier viel lachen."

Eröffnet wurden die Filmfestspiele von Berlinale-Direktor Kosslick mit dem Jury-Präsidenten Mike Leigh, Kulturstaatsminister Bernd Neumann und dem Regierenden Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit. Kulturstaatsminister Neumann legte in seiner traditionellen Eröffnungsrede einen klaren politischen Schwerpunkt:

"Die Berlinale hat sich in den vergangenen Jahren immer wieder neuen Themen gestellt und uns mit anspruchsvoller Filmkunst und großem Kino wichtige Einblicke in die Welt ermöglicht. Nirgendwo sind Kino, Politik und Weltoffenheit derart beispielhaft vereint. Die Berlinale 2012 ist politischer denn je und steht ganz im Zeichen des Umbruchs und des Aufbruchs. Dank der vielen couragierten Filmemacher, Aktivisten und Künstler, denen die Berlinale in diesem Jahr ein Forum bietet, werden unverfälschte Bilder von den Ereignissen in Nordafrika und anderen Orten der Unfreiheit sichtbar. Ganz aktuell etwa in Syrien, deren Menschen darum unsere Solidarität gilt. Kunst und Kultur - und damit auch der Film - sind nicht nur Seismograph, sondern vor allem Motor gesellschaftlicher Umbrüche. Dies fürchten diktatorische Regime weltweit, und darum werden nach wie vor in Ländern wie Iran und China Künstler und Filmemacher gedemütigt, verfolgt, inhaftiert und mit Berufsverboten belegt."

Dabei hatte Neumann Künstler wie Jafar Panahi oder Ai Weiwei im Blick. Er forderte weiter: "Deshalb ist es wichtig, dass auch auf der Berlinale, dem größten Zuschauerfilmfestival der Welt, Flagge gezeigt wird für Menschenrechte und für die Freiheit der Kunst. Denn Demokratie braucht Kultur und Kultur braucht Freiheit."

Durch die Eröffnung führten Anke Engelke und Dieter Kosslick gewohnt charmant im deutsch-englischen Mix. Bereits zum sechsten Mal, so dass Engelke scherzhaft vom "Sixth Year Itch", dem verflixten sechsten Jahr, sprach.

Zum Berlinale-Auftakt versammelte sich die deutschen Filmschaffenden nahezu vollzählig, auch allerlei Politprominenz ließ sich wie gewohnt auf dem Hauptstadtevent blicken.

Die Berlinale läuft bis 19. Februar. In den diversen Sektionen des Festivals laufen in diesem Jahr nicht weniger als 385 Filme - darunter 87 mit deutscher Beteiligung! Dazu kommen 750 Filme, die auf dem European Film Market gezeigt werden.

Prominentester Gast ist Superstar Angelina Jolie, die ihr Regiedebüt "In the Land of Blood and Honey" über eine Liebe im Bosnienkrieg über die Feindeslinien hinweg vorstellt.

2009
62. Internationale Filmfestspiele in Cannes
Beste Darstellerin - Antichrist
2000
25. César-Verleihung
Beste Nebendarstellerin - La bûche
1986
11. César-Verleihung
Beste Nachwuchsdarstellerin - Das freche Mädchen
 

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