Christian Petzold


  • Geburtstag
    14.09.1960
  • Geburtsort
    Hilden

Christian Petzold


  • Geburtstag
    14.09.1960
  • Geburtsort
    Hilden
 

Stilbewusster und stilsicherer Autorenfilmer, dessen Arbeiten von formaler Strenge und ästhetisch arrangierten Szenen geprägt sind. Der Formalismus von Christian Petzold resultiert aus der Überlegung, dass das tägliche Regelwerk, dem seine Personen unterworfen sind, Zwänge ausübt, die sich in ritualisierten Handlungen niederschlagen. Die fängt Petzold adäquat mit langen, teils statischen, teils die Personen umkreisenden Kameraeinstellungen ein. Petzolds intellektuelles Kino weist erzählerisch immer einen melancholischen Grundton auf, der mit raffinierten Plot-Konstruktionen und der Methode bewusster Aussparungen und Verdichtungen in seinen besten Momenten eine intensive Sogwirkung erzeugt, so in "Pilotinnen", "Cuba Libre" und seinen Meisterwerken "Die innere Sicherheit" und "Wolfsburg", Filme von eiskalter Klarsicht. Andererseits können seine Studien über Einsamkeit, Entfremdung und Rache in leblose, unterkühlte, weitschweifige und redundante Charakterstudien abdriften, so "Die Beischlafdiebin", "Toter Mann" und "Gespenster", sein artifiziellster Film.
Christian Petzold wurde 1960 in Hilden geboren, wuchs in Haan, einer Schlafstadt zwischen Wuppertal, Solingen und Düsseldorf auf, leistete seinen Zivildienst in einem Filmclub des örtlichen CVJM und zog 1982 nach Berlin. Er studierte Germanistik und Theaterwissenschaften, arbeitete für den SFB und für Zeitungen als Filmkritiker, schrieb seine Magisterarbeit über den Dichter Rolf-Dieter Brinkmann, studierte von 1988-1994 an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin. Sein Abschlussfilm "Pilotinnen" kreist um zwei Vertreterinnen einer Kosmetikfirma, die träumen, Stewardessen zu werden, "Cuba Libre" führt ein Liebespaar nach Jahren wieder zusammen, in "Wolfsburg" (eine kluge Variation von Claude Chabrols "Das Biest muss sterben") nähert sich ein Mann der Frau, deren Sohn er überfahren hat, in "Toter Mann" rächt sich eine junge Frau am Mörder ihrer Schwester, in "Gespenster" sucht eine Frau ihre Tochter, die sie in einer jungen Asozialen zu erkennen glaubt. Petzolds Meisterwerk "Die innere Sicherheit" (Bundesfilmpreis 2001 als Bester Film) führt ein ehemaliges Terroristenpaar mit pubertierender Tochter nach Deutschland zurück. Zwischen Lebenslügen, verflogenen Idealen, Verrat und erster Liebe entsteht ein kunstvolles Geflecht aus Politdrama und Pubertätsstudie, konsequent erzählt aus der Perspektive des Mädchens.
In Rosa von Praunheims Porträt "Wer ist Helene Schwarz?" über die ehemalige Sekretärin der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb) erinnerte er sich mit Filmkollegen wie Wolfgang Becker und Detlev Buck an die einnehmende Art von Helene Schwarz. Mit "Yella" inszenierte Christian Petzold nach "Die innere Sicherheit" und "Gespenster" den dritten Teil seiner Gespenster-Trilogie. Wie bei den Vorgängern ging es um eine Frau, die ihren Platz im Leben sucht. Yella verlässt ihren Mann und Ostdeutschland und trifft im Westen auf Philipp, in dessem aufstrebenden Unternehmen sie als Assistentin anfängt. Nina Hoss erhielt für ihre Darstellung der Hauptfigur den Silbernen Bären auf der Berlinale 2007.
Der zweimalige Adolf Grimme-Preisträger ist mit der türkischen Dokumentarfilmerin Aysun Bademsoy verheiratet und hat zwei Kinder. Petzold förderte mit seinen Filmen u.a. die Karrieren von Nina Hoss, Nadeshda Brennicke, Julia Hummer, Benno Führmann und Richy Müller. Petzold: "Ich versuche, die Architektur von so etwas wie Liebe und Schuld zu filmen... Fast 99 Prozent aller Filme erzählen im Grunde genommen Ausnahmezustände."

Christian Petzold

  • Geburtstag
    14.09.1960
  • Geburtsort
    Hilden
  • Geburtsland
    BRD

Die Berlinale mit Angelina Jolie im Zeichen von Film, Blut und Honig

Auch wenn das Thermometer gerade bundesweit in den Keller rutscht - eine "Eis-Berlinale" wie vor zwei Jahren ist offenbar nicht zu befürchten.

Am 9. Februar öffnet die 62. Berlinale ihre Pforten - unter anderem für Angelina Jolies Regiedebüt "In the Land of Blood and Honey" um eine Liebe im Bosnienkrieg (Foto: Wild Bunch (Central)) Großansicht

Am 9. Februar öffnet die 62. Berlinale ihre Pforten - unter anderem für Angelina Jolies Regiedebüt "In the Land of Blood and Honey" um eine Liebe im Bosnienkrieg (Foto: Wild Bunch (Central))

Zumindest attestieren die Wetterdienste, dass die Temperaturen bis zur Eröffnung wieder in den einstelligen Minusbereich zurückkehren. Ob Frost oder nicht: Die Berlinale, die am 9. Februar ihre Pforten öffnet, wird keinen Besucher kalt lassen. Zu viel gibt es zu entdecken! Neben den 395 gezeigten Filmen locken an den elf Festivaltagen zahllose Partys, Empfänge und Diskussionsrunden - und natürlich die Stars am roten Teppich.

Viele Regisseure erzählen in ihren Filmen von einer Welt im Umbruch. Darunter auch ein prominentes Regiedebüt: Hollywoodstar Angelina Jolie stellt "In the Land of Blood and Honey" vor, ein Film über den Bürgerkrieg in Bosnien, der der humanitär engagierten Schauspielerin eine Herzensangelegenheit war.

Deutschlands Hollywood-Exportschlager Diane Kruger gibt die französische Königin Marie Antoinette, die von den Unruhen der Französischen Revolution erfasst wird, in dem Historiendrama "Leb wohl, meine Königin!", dem diesjährigen Berlinale-Eröffnungsfilm.

Dänemarks Superstar Mads Mikkelsen ist ebenfalls in einem königlichen Drama zu sehen, in "Die Königin und der Leibarzt" spielt er den Doktor der dänischen Königin Caroline Mathilde. Der Arabische Frühling, der vor einem guten Jahr begann, zieht sich durch alle Sektionen und zahlreiche Diskussionen.

Selbst der oft vergessene Kontinent Afrika rückt in den Fokus und erzählt von Menschen auf der Suche nach einer besseren Zukunft. Der asiatische Film ist traditionell stark in allen Reihen vertreten, etwa mit bei Cineasten heiß gehandelten philippinischen "Skandalfilmer" Brillante Mendoza. Auch Angelina Jolies Ex-Mann, der Schauspieler Billy Bob Thornton, wechselt alle Jahre wieder auf den Regiestuhl, in Berlin hat er die starbesetzte Culture-Clash-Komödie "Jayne Mansfield's Car" im Gepäck.

Tom Hanks und Sandra Bullock sind die Protagonisten in dem oscarnominierten 9/11-Drama "Extrem laut und unglaublich nah", während "Twilight"-Star Robert Pattinson auf dem roten Teppich für Kreischalarm sorgen sollte - er spielt im Paris des 19. Jahrhunderts angesiedelten Bel Ami" einen eleganten Liebhaber - u.a. von Uma Thurman und Christina Ricci. Clive Owen beglückt die Berliner dagegen anlässlich der Premiere des britischen Thrillers "Shadow Dancer".

Auch in diesem Jahr ist Berlinale natürlich DAS Schaufenster für den deutschen Film. Insgesamt 87 deutsche Filme und Koproduktionen laufen in den verschiedenen Sektionen. Auch im Wettbewerb wird geklotzt, gleich drei Schwergewichte des deutschen Autorenfilms rücken ins Rampenlicht: Hans-Christian Schmid mit seinem Familiendrama "Was bleibt", Christian Petzold mit dem geheimnisvollen Drama "Barbara" und Matthias Glasner mit dem am Nordkap gedrehten "Gnade". Außer Wettbewerb zeigt Doris Dörrie ihren neuen Film "Glück", eine berührende Liebesgeschichte zwischen einem Punk und einer jungen Prostituierten.

Welche Wettbewerbsfilme, Darsteller und Filmemacher dieses Jahr die begehrten Bären mit nach Hause nehmen dürfen, das entscheidet die Jury um den Präsidenten Mike Leigh ("Happy-Go-Lucky"). Als kompetente Unterstützung an seiner Seite hat der Top-Regisseur dabei unter anderem Hollywood-Star Jake Gyllenhaal, den legendären Fotografen und Regisseur Anton Corbijn, den Oscar-Nominierten Filmemacher Asghar Farhadi ("Nader und Simin") und die französischen Filmlieblinge Charlotte Gainsbourg und François Ozon. Die glanzvolle Verleihung geht am 19. Februar zum großen Berlinale-Finale über die Bühne.

 

2011
13. Deutscher Fernsehpreis
Besondere Leistung Fiktion - DREILEBEN
2005
41. Adolf Grimme Preis
Buch/Regie: Gold (Fiktion & Unterhaltung) - Wolfsburg
2003
39. Adolf Grimme Preis
Buch/Regie (Fiktion & Unterhaltung) - Toter Mann
 

Filmografie

kino.de

Barbara

Drama - Barbara, eine Ärztin, hat einen Ausreiseantrag aus der DDR gestellt, während ihr Geliebter Jörg im Westen ihre Flucht vorbereitet.... Zum Film

2012
kino.de

Dreileben - Etwas Besseres als den Tod

Kriminalfilm / Drama - Der Zivildienstleistende Johannes, Pfleger in einem Krankenhaus am Rand des Thüringer Waldes, will sich für ein... Zum Film

2011

DREILEBEN

Kriminalfilm / Drama Zum Video

2011

Jerichow

Drama - Der unehrenhaft aus der Armee entlassene Thomas (Benno Fürmann) kehrt in seine Heimatstadt Jerichow zurück. In der armen Gegend im... Zum Video

2008

Werbung

 
Hoch
Runter
 

facebook

 
Hoch Runter
 

Kostenloser Newsletter