Darren Aronofsky


  • Geburtstag
    12.02.1969
  • Geburtsort
    Brooklyn, New York

Darren Aronofsky


  • Geburtstag
    12.02.1969
  • Geburtsort
    Brooklyn, New York
 

Mit zwei einzigartig innovativen Experimentalfilmen, der eine ein Mathematik-Thriller, der andere ein radikales Drogendelirium, schrieb sich der amerikanische Regisseur und Drehbuchautor Darren Aronofsky auf Anhieb in die Filmgeschichte ein. "Pi - Der Film" (1997) zeigt einen jungen Mathematiker auf der Suche nach der Weltformel, was ihn in den Wahnsinn führt und seinen Verstand zerstört; "Requiem for a Dream" (2000) zeigt vier Personen (Jennifer Connelly, Ellen Burstyn, Jared Leto, Marlon Wayans), die durch Drogen in den Teufelskreis von Sucht und Selbstzerstörung geraten. Beide Filme gehören zu den verstörendsten Werken des modernen Films und zeichnen sich durch die neuartigen Filmtechniken der HipHop-Montage und des Snorricam-Verfahrens aus. Die HipHop-Montage kombiniert Zeitrafferaufnahmen mit elektronischen Soundeffekten, um rauschhafte Zustände wie Drogenkonsum zu verdeutlichen; beim Snorricam-Verfahren wird die Kamera am Bauch der Darsteller befestigt und nimmt deren Gesichter auf.
Darren Aronofsky wurde 1969 in Brooklyn, New York, geboren und studierte Regie und Animationsfilm in Harvard. Sein Abschlussfilm "Supermarket Sweep" (1991) spielt als kurzes Action-Comedy-Drama mit Genremustern, gelangte in die Endrunde um den Studentenfilm-Oscar, im zweiten Kurzfilm "Protoza" (1993) hat Lucy Liu eine Rolle. Im Juni 1995 schloss Aronofsky mit dem M.F.A. für Regie ab. Zu seinen Lehrern zählten Regisseur Stuart Rosenberg ("Brubaker") und Miklos Jancso ("Roter Psalm"). Am Drehbuch von "Pi" arbeitete Hauptdarsteller Sean Guillette mit, der bereits in "Supermarket Sweep" spielte. 2002 schrieb Aronofsky mit am Drehbuch für David Twohys U-Boot-Kriegsfilm-Schocker "Below - Du unten hört dich niemand schreien" (mit Bruce Greenwood).
Aronofskys erste Großproduktion "The Fountain" (2006) durchlief mehrere Produktionsphasen, in deren Verlauf Darsteller (Brad Pitt und Cate Blanchett) ausstiegen und er kurzfristig für die Regie von "Batman Begins" (Christopher Nolan) gehandelt wurde. Als SF-Mystery-Adventure-Drama erzählt "The Fountain" in drei sich über tausend Jahre erstreckenden parallelen Geschichten von einem Mann (Hugh Jackman), der 1535 als spanischer Conquistador bei den Mayas in Mexiko, 2006 als Arzt in der Gegenwart und 2500 als Astronaut in der Zukunft nach dem Elixier des ewigen Lebens für seine kranke Frau (Rachel Weisz) sucht.
Aronofskys Actionkomödie "The Wrestler" erschien 2008 und wurde von der Jury auf dem Filmfestival in Venedig mit dem Goldenen Löwen geehrt. Der Film mit Mickey Rourke in der Titelrolle schildert das Rematch eines Wrestlers, der sich nach einem Herzinfarkt zur Ruhe setzen musste. Dem 39-jährigen Regisseur gelang eine straffe Inszenierung ohne sentimentale und klischeehafte Anklänge. Ein weiterer Boxerfilm "The Fighter" ist in Planung; Aronofsky hat für dieses Projekt die Schauspieler Mark Wahlberg, Brad Pitt und Mark Wahlberg gecastet.
Aronofsky wurde 1998 für "Pi" mit dem Regiepreis des Sundance-Festivals und dem FIPRESCI-Preis in Thessaloniki ausgezeichnet. "Requiem for a Dream" war 2001 für den Oscar nominiert und gewann 2001 den Young Hollywood Award, den Golden Spike Award in Valladolid und den Online Film Critics Award. 2001 wurde Aronofsky mit dem Franklin J. Schaffner Award geehrt.
Aronofsky ist seit 2004 mit Oscar-Preisträgerin Rachel Weisz verheiratet. Das Paar lebt in New York, im Mai 2006 wurde ihr Sohn Henry Chance geboren.

Darren Aronofsky

  • Geburtstag
    12.02.1969
  • Geburtsort
    Brooklyn, New York
  • Geburtsland
    USA

Russell Crowe rettet für Aronofsky die Menschheit

Wenn es nach Darren Aronofsky geht, werden Russell Crowe und Liam Neeson bald in biblischer Mission unterwegs sein. Der Top-Regisseur möchte die beiden Charakterdarsteller für eine Neuverfilmung der Geschichte Noahs gewinnen.

Geht wahrscheinlich bald unter die Zimmermänner: Russell Crowe (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Geht wahrscheinlich bald unter die Zimmermänner: Russell Crowe (Foto: Kurt Krieger)

Als Retter glänzte Russell Crowe bereits in mehreren Rollen und auch als Seemann durfte er in "Master and Commander - Bis ans Ende der Welt" zeigen, was er drauf hat. Jetzt soll der Neuseeländer nichts weniger als den Fortbestand der Menschheit retten. Das zumindest wäre der Wunsch von Starregisseur Darren Aronofsky, der gerade eine Neuverfilmung des Baus der Arche Noah austüftelt.

Als Titelheld Noah möchte Aronofsky Crowe gewinnen. Nur eine einzige Action-Urgewalt reicht dem Filmemacher aber nicht. Neben dem Neuseeländer Russell versucht Aronofsky auch den Iren Liam Neeson für sein Projekt zu überzeugen.

Wie gemunkelt wird, wendet Darren Aronofsky momentan seine gesamte Energie für die Umsetzung des Großprojekts und die Überzeugungsarbeit für Russell Crowe und Liam Neeson auf. Für Crowe ist die Rolle des Noah jedoch nicht das einzige attraktive Angebot.

Russel Crowe soll in "Noah" die Säge schwingen

Branchenkenner Jeff Sneider bringt den Hollywoodstar vom anderen Ende der Welt sogar mit dem Blech-Polizisten Robocop in Verbindung: "Sicher, Russell Crowe wird vielleicht in Aronofskys 'Noah' brillieren, aber wissen Sie, wo er vielleicht ebenfalls die Hauptrolle übernimmt? Ich sage nur drei Wörter: Ro. Bo. Cop."

Und wenn wir schon von Robocop, der kommenden Neuverfilmung von Regisseur José Padilha sprechen: Gerade wurde Nick Schenk ("Gran Torino") engagiert, um das Drehbuch von Josh Zetumer umzuschreiben.

"Natalie Portman fürchtete, zu alt zu sein"

Mit "Black Swan" präsentiert Darren Aronofsky eine Geschichte voller Obsessionen, angesiedelt in der Ballettwelt.

"Black Swan" mit Natalie Portman als Ballerina am Rande des Nervenzusammenbruchs von Regisseur Darren Aronofsky gilt als möglicher Oscar-Abräumer (Foto: Fox) Großansicht

"Black Swan" mit Natalie Portman als Ballerina am Rande des Nervenzusammenbruchs von Regisseur Darren Aronofsky gilt als möglicher Oscar-Abräumer (Foto: Fox)

War es ein großer Sprung vom "Wrestler"-Ring zur künstlerischen Ballerina-Welt?
DARREN ARONOFSKY: Ich sehe da keinen großen Unterschied: In beiden Filmen geht es um Menschen, die zum Ausdruck ihrer Persönlichkeit ihren Körper einsetzen, ihm in Extremsituationen schaden und wehtun, egal ob als 50-jähriger Wrestler oder 20-jährige Tänzerin wie in "Black Swan". Beide folgen einer dunklen Obsession und gehen dabei an Grenzen.

Lieben Sie Genrehopping? In "Black Swan" ist alles drin, Drama, Coming of Age, Fantasy, Psychohorror.
Ich bin kein Genreregisseur, sondern stoße Genreanhänger leicht vor den Kopf mit meinem unkonventionellen Mix aus allem. Mit einem Genrefilm würde ich viel mehr Geld verdienen.

Standen Ihnen nach dem Erfolg von "The Wrestler" alle Türen offen?
Im Gegenteil, das Ganze entpuppte sich als absoluter Albtraum. Ich hatte den Goldenen Löwen, mit Natalie Portman einen Superstar in der Hauptrolle und eine internationale Besetzung u.a. mit Vincent Cassel. Dennoch traute sich niemand in Hollywood an so ein Projekt heran, auch wenn es nur 13 Mio. Dollar kostet. Wir wollten den Film unabhängig produzieren und sind auf die Schnauze gefallen. Zwei Wochen vor Drehstart löste sich die Finanzierung in Luft auf. Der Hauptinvestor hat uns belogen und setzte auf eine Art finanzielles Schneeballsystem, er erinnerte mich an den Milliardenbetrüger Bernard Madoff. Irgendwann brach alles zusammen, mein Produzent bekam graue Haare, und ich habe dann Fox Searchlight, die schon "The Wrestler" ins Kino gebracht hatten, angefleht, einzusteigen - und wurde erhört. Wir konnten loslegen, aber es war eine harte Reise.

Warum haben Sie das Projekt über zehn Jahre vor sich hergeschoben?
Die Ideen zu "The Wrestler" und "Black Swan" entstanden fast zeitgleich - schon während meiner Filmhochschulzeit. Es dauerte lange, bis wir wirklich wussten, was wir wollten, und den richtigen Rhythmus und Ton fanden, wir haben drei Autoren beschäftigt und bis zur letzten Minute mit dem Drehbuch gekämpft. Und es stellte sich die Frage, wie viel Halluzinationen können wir dem Publikum zumuten, gehen wir zu weit oder nicht weit genug. Jeden Moment mussten wir vorsichtig austesten und merkten schließlich, weniger ist mehr.

Wie sind Sie in die Ballettwelt hineingekommen?
Meine Schwester war Balletttänzerin, und ich glaubte, einiges zu wissen. Aber die Ballettwelt ist wie eine Insel hermetisch in sich abgeschlossen und nimmt Außenstehende nicht mit offenen Armen auf. Bei dieser unsichtbaren Mauer Kontakt zu bekommen, erforderte viel Geduld.

Wie haben Sie Natalie Portman zu dieser Performance gebracht und diese Nähe erreicht?
Wir sprachen erstmals schon vor zehn Jahren über "Black Swan", durch die ständigen Verzögerungen befürchtete Natalie Portman, bald zu alt für die Rolle zu sein, und drängte mich zur Eile. Sie arbeitet hoch professionell mit einem ausgeprägten Hang zur Perfektion, ist diszipliniert, willensstark und psychisch stabil. Sie meisterte die schauspielerische und körperliche Herausforderung souverän. Ein Jahr lang trainierte sie sechs Tage die Woche wie verrückt, und das bei einer Gage, für die andere Schauspieler nicht aus dem Haus gehen. Die Handkamera war - wie schon in "The Wrestler" - ein Mittel, ganz nah an den Figuren zu sein, die Close-ups auf die Gesichter zeigen die kleinsten Regungen. Ich lasse den Schauspielern sehr viel Freiheit und mich jeden Tag aufs Neue überraschen, von dem, was sie einbringen. So erarbeiteten wir gemeinsam ein sich ständig veränderndes Filmmosaik.

Ihre Hauptfiguren sind nicht durchweg sympathisch. Ist das ein Risiko?
Eindimensionale Charaktere langweilen mich und zunehmend auch den Zuschauer. Kein Mensch ist nur gut oder nur böse. Das Wichtigste ist doch die Glaubwürdigkeit. Die steht für mich als Regisseur ganz oben.

 

Filmografie

Black Swan

Drama / Thriller - Tänzerin Nina will unbedingt die Doppelrolle als weißer und schwarzer Schwan in einer neuen Produktion von Tschaikowskis "... Zum Video

2010

The Wrestler

Drama - In den 80er Jahren war Randy "The Ram" Robinson (Mickey Rourke) im Show-Wrestling eine große Nummer. 20 Jahre später ist er ein... Zum Video

2008

Mickey Rourke Edition

Thriller / Drama - "Angel Heart": Ein Privatdetektiv soll einen seit Jahren verschwundenen Jazzsänger aufspüren und macht schließlich eine... Zum Video

1987
-
2008

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Drama / Science Fiction - "Pi": Ein junger Mathematiker versucht sich an der Entschlüsselung der Weltformel und gerät dabei ins Fadenkreuz einer... Zum Video

1997
-
2008
 
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Black Swan

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