Doris Dörrie


  • Geburtstag
    26.05.1955
  • Geburtsort
    Hannover
 

Ihre Beziehungsfarce "Männer", fürs Fernsehen gedreht, aber im Kino ausgewertet und einer der größten deutschen Kassenerfolge, leitete 1985 einen Komödienboom ein, der über zehn Jahre fortwirkte. Dabei ist "Männer" eher untypisch für Dörrie, die mit irritierenden Tragikomödien, kleinen verqueren Alltagsgeschichten und skurrilen Charakteren sowie paradoxen und absurden Situationen ein Kino der produktiven Widersprüche vorantreibt.
Dörrie wurde 1955 in Hannover geboren, studierte zwei Jahre in den USA Theater, nahm nach der Rückkehr Gelegenheitsjobs an, war Filmvorführerin und studierte an der Hochschule für Film und Fernsehen in München. Ihre ersten Arbeiten waren Dokumentationen und Kinderfilme für das Fernsehen. Der Erfolg von "Männer" führte nach der Aussteiger- und Dreiecksgeschichte "Paradies" und der Kleinbürgerfarce "Geld" sowie der Alberto-Moravia-Verfilmung "Ich und er", die in den USA entstand, zunächst vom Publikum weg, bis Dörrie mit dem Krimi "Happy Birthday, Türke!" 1991 wieder Anschluss fand. Der deutsch-türkische Privatdetektiv (Hansa Czypionka) gerät im Frankfurter Bahnhofsviertel zwischen die Fronten von Polizei und Gangstern und hat Probleme mit seiner Identität als Deutscher türkischer Herkunft.
Mit Maria Schrader als vereinsamte Flughafenangestellte in einem Kölner Hochhaus, die durch einen aidskranken Schwarzen wieder Lebensmut gewinnt, drehte Dörrie 1994 "Keiner liebt mich", wo ihre Fähigkeit für skurrile Szenen und Dialoge an Qualität gewinnt. Drei Wochen nach Drehbeginn von "Bin ich schön?" starb Dörries Ehemann, der Kameramann Helge Weindler, 1996 in Spanien. Dörrie reflektierte sein Sterben und ihre Reaktionen sowie die von Tochter Carla in dem TV-Essay "...augenblick...". Die Arbeit an "Bin ich schön?" wurde abgebrochen und nach 18 Monaten 1997 wieder aufgenommen, teils mit anderen Darstellern. Das Resultat wurde Dörries Opus magnum und ihr bester Film, in dem sie einen Reigen von Personen wie in einem Altman-Panorama arrangiert und die Geschichten bis zu einer schlüssigen Auflösung miteinander verzahnt. Alt- und Jung-Stars des deutschen Films (Senta Berger, Dietmar Schönherr, Franka Potente, Joachim Krol, Nina Petri) lieferten eine eindrucksvolle Ensembleleistung, die im Kino etwas unter Wert lief.
Dörrie veröffentlicht seit 1987 Sammlungen von Kurzgeschichten, die sie teilweise als Stoff für ihre Filme benutzt. Mit "Erleuchtung garantiert", in dem zwei Deutsche auf Zen-Kurs in Asien gehen, experimentierte Dörrie mit digitalen Kleinkameras. In ihren nächsten Arbeiten widmete sich Dörrie wieder den Verhältnissen zwischen Mann und Frau: In "Nackt" (2002) wurde am Beispiel dreier Paare, deren Beziehungen nur noch zum Teil intakt sind und die sich bei einem Abendessen treffen, die Vergänglichkeit des Glücks zum Thema und ein Zusammenhang zwischen Wohlstand und emotionaler Verarmung postuliert. Zuvor hatte Dörrie bereits ihr Debüt als Opernregisseurin gegeben und in Berlin eine in den siebziger Jahren spielende Inszenierung von Mozarts "Cosi Fan Tutte" präsentiert. Nachdem sie für das Fernsehen ein Remake des Lemmon-Matthau-Klassikers "Ein seltsames Paar" gedreht hatte, erzählte sie in der an das gleichnamige Grimm-Märchen angelehnten Beziehungskomödie "Der Fischer und seiner Frau" von einem Paar, das unterschiedliche Vorstellungen vom Glück hat.
Ihr Dokumentarfilm "How to Cook Your Life" über den Zen-Mönch und Kochbuchautoren Edward Espe Brown hatte seinen Kinostart im Mai 2007. Die Regisseurin begleitete den Protagonisten von einem buddhistischen Zentrum in Österreich nach Kalifornien und berichtete dabei über seine Philosophie des Essens. Dörries Regiearbeit "Kirschblüten - Hanami" wurde für den deutschen Filmpreis in Gold nominiert und Hauptdarsteller Elmar Wepper durfte den Bayerischen Filmpreis und 2008 den Deutschen Filmpreis in Gold für seinen ersten Kinofilm in Empfang nehmen.

Doris Dörrie

  • Geburtstag
    26.05.1955
  • Geburtsort
    Hannover
  • Geburtsland
    BRD

Die Berlinale mit Angelina Jolie im Zeichen von Film, Blut und Honig

Auch wenn das Thermometer gerade bundesweit in den Keller rutscht - eine "Eis-Berlinale" wie vor zwei Jahren ist offenbar nicht zu befürchten.

Am 9. Februar öffnet die 62. Berlinale ihre Pforten - unter anderem für Angelina Jolies Regiedebüt "In the Land of Blood and Honey" um eine Liebe im Bosnienkrieg (Foto: Wild Bunch (Central)) Großansicht

Am 9. Februar öffnet die 62. Berlinale ihre Pforten - unter anderem für Angelina Jolies Regiedebüt "In the Land of Blood and Honey" um eine Liebe im Bosnienkrieg (Foto: Wild Bunch (Central))

Zumindest attestieren die Wetterdienste, dass die Temperaturen bis zur Eröffnung wieder in den einstelligen Minusbereich zurückkehren. Ob Frost oder nicht: Die Berlinale, die am 9. Februar ihre Pforten öffnet, wird keinen Besucher kalt lassen. Zu viel gibt es zu entdecken! Neben den 395 gezeigten Filmen locken an den elf Festivaltagen zahllose Partys, Empfänge und Diskussionsrunden - und natürlich die Stars am roten Teppich.

Viele Regisseure erzählen in ihren Filmen von einer Welt im Umbruch. Darunter auch ein prominentes Regiedebüt: Hollywoodstar Angelina Jolie stellt "In the Land of Blood and Honey" vor, ein Film über den Bürgerkrieg in Bosnien, der der humanitär engagierten Schauspielerin eine Herzensangelegenheit war.

Deutschlands Hollywood-Exportschlager Diane Kruger gibt die französische Königin Marie Antoinette, die von den Unruhen der Französischen Revolution erfasst wird, in dem Historiendrama "Leb wohl, meine Königin!", dem diesjährigen Berlinale-Eröffnungsfilm.

Dänemarks Superstar Mads Mikkelsen ist ebenfalls in einem königlichen Drama zu sehen, in "Die Königin und der Leibarzt" spielt er den Doktor der dänischen Königin Caroline Mathilde. Der Arabische Frühling, der vor einem guten Jahr begann, zieht sich durch alle Sektionen und zahlreiche Diskussionen.

Selbst der oft vergessene Kontinent Afrika rückt in den Fokus und erzählt von Menschen auf der Suche nach einer besseren Zukunft. Der asiatische Film ist traditionell stark in allen Reihen vertreten, etwa mit bei Cineasten heiß gehandelten philippinischen "Skandalfilmer" Brillante Mendoza. Auch Angelina Jolies Ex-Mann, der Schauspieler Billy Bob Thornton, wechselt alle Jahre wieder auf den Regiestuhl, in Berlin hat er die starbesetzte Culture-Clash-Komödie "Jayne Mansfield's Car" im Gepäck.

Tom Hanks und Sandra Bullock sind die Protagonisten in dem oscarnominierten 9/11-Drama "Extrem laut und unglaublich nah", während "Twilight"-Star Robert Pattinson auf dem roten Teppich für Kreischalarm sorgen sollte - er spielt im Paris des 19. Jahrhunderts angesiedelten Bel Ami" einen eleganten Liebhaber - u.a. von Uma Thurman und Christina Ricci. Clive Owen beglückt die Berliner dagegen anlässlich der Premiere des britischen Thrillers "Shadow Dancer".

Auch in diesem Jahr ist Berlinale natürlich DAS Schaufenster für den deutschen Film. Insgesamt 87 deutsche Filme und Koproduktionen laufen in den verschiedenen Sektionen. Auch im Wettbewerb wird geklotzt, gleich drei Schwergewichte des deutschen Autorenfilms rücken ins Rampenlicht: Hans-Christian Schmid mit seinem Familiendrama "Was bleibt", Christian Petzold mit dem geheimnisvollen Drama "Barbara" und Matthias Glasner mit dem am Nordkap gedrehten "Gnade". Außer Wettbewerb zeigt Doris Dörrie ihren neuen Film "Glück", eine berührende Liebesgeschichte zwischen einem Punk und einer jungen Prostituierten.

Welche Wettbewerbsfilme, Darsteller und Filmemacher dieses Jahr die begehrten Bären mit nach Hause nehmen dürfen, das entscheidet die Jury um den Präsidenten Mike Leigh ("Happy-Go-Lucky"). Als kompetente Unterstützung an seiner Seite hat der Top-Regisseur dabei unter anderem Hollywood-Star Jake Gyllenhaal, den legendären Fotografen und Regisseur Anton Corbijn, den Oscar-Nominierten Filmemacher Asghar Farhadi ("Nader und Simin") und die französischen Filmlieblinge Charlotte Gainsbourg und François Ozon. Die glanzvolle Verleihung geht am 19. Februar zum großen Berlinale-Finale über die Bühne.

2011
33. Bayerischer Filmpreis
Regiepreis - Glück
2011
47. Grimme-Preis
Buch/Regie (Unterhaltung) - Klimawechsel
1999
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-
1998
20. Bayerischer Filmpreis
Bestes Drehbuch - Bin ich schön?
 

Filmografie

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Drama - Zwei junge Menschen in Berlin, die weder Halt noch Orientierung haben: Die junge Kriegsflüchtige Irina hat es nach Berlin... Zum Film

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Komödie / Drama - Die Wiedervereinigung bringt der arbeitslosen Friseuse Kathi König aus Berlin-Marzahn erst einmal kein Glück. Als ihr auch... Zum Video

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