Douglas Sirk


  • Geburtstag
    26.04.1897
  • Geburtsort
    Hamburg
  • gestorben
    14.01.1987
ohne Abbildung
 

Douglas Sirk, am 26. April 1897 in Hamburg als Hans Detlef Sierck geboren, ist ebenso wenig Däne wie er ein "Jahrhundertkind" ist. Das häufig zitierte Geburtsjahr 1900 ist genauso eine Erfindung der Presse wie die angeblich dänische Herkunft. Sierck begann seine Karriere in Hamburg am Theater als Hilfsdramaturg und wurde 1929 Direktor des Alten Theaters in Leipzig. Im gleichen Jahr heiratete er die Jüdin Hilde Jary, nachdem seine erste Ehe mit Lydia Brinken gescheitert war. Aus dieser ersten Ehe stammte Sohn Klaus Detlef (1925-1944), der bei der UFA ein gefragter Kinderdarsteller war. Detlef Sierck, der aufgrund der Nürnberger Rassegesetze (verheiratet mit einer Jüdin) seinen Sohn nicht sehen durfte, wird in einigen Filmographien mitunter sogar mit Klaus Detlef verwechselt. 1934 wechselte er zur UFA und drehte dort sieben Filme, unter anderem "Zu neuen Ufern" und "La Habañera" mit Zarah Leander. 1937 verließ er mit seiner Frau Deutschland und emigrierte in die USA, wo er weiter als Regisseur arbeitete und seinen Namen in Douglas Sirk umwandelte. In den 50er Jahren drehte er Melodramen, die zu den kommerziell erfolgreichsten von Universal-International gehörten und vor allem durch ihre Farb- und Lichtdramaturgie beeindruckten. 1959 verließ er Hollywood, um in Frankreich eine Malerbiographie zu drehen. Während der Vorbereitung erlitt er einen Kreislaufkollaps, und das Projekt wurde aufgegeben. Sirk kaufte ein Haus in Lugano und zog sich langsam vom Film zurück. Von 1963-1967 inszenierte er jedes Jahr ein Stück auf der Bühne des Münchener Residenztheaters. Rainer Werner Fassbinder, einer seiner größten Bewunderer, empfahl ihn für das Wintersemester 1974/75 als Lehrer für die Hochschule für Fernsehen und Film in München, wo er (immerhin fast 80-jährig) mehrere Jahre lehrte und mit seinen Studenten (u.a. Doris Dörrie) einige Kurzfilme drehte. Douglas Sirk starb am 14. Januar 1987 in Lugano.

Douglas Sirk

  • Geburtstag
    26.04.1897
  • Geburtsort
    Hamburg
  • Geburtsland
    Deutschland

"Das größte Problem war natürlich der Sex"

Die "Twilight"-Saga geht in die letzte Runde: Bill Condon ("Dreamgirls") bringt Stephenie Meyers' Erfolgsroman "Breaking Dawn - Biss zum Ende der Nacht" als zweiteiliges Vampir-Emotionsspektakel in die Kinos.

In "Breaking Dawn" kommen Bella und Edward zur Sache - ein Problem für die gestrengen US-Jugendschützer (Foto: Concorde) Großansicht

In "Breaking Dawn" kommen Bella und Edward zur Sache - ein Problem für die gestrengen US-Jugendschützer (Foto: Concorde)

Wussten Sie, worauf Sie sich einlassen, als Sie für die beiden "Breaking Dawn"-Filme unterzeichneten?
BILL CONDON: Ich hatte bestenfalls eine leise Ahnung, wusste nur, dass die Reihe eine große Fangemeinde hat. Zugesagt habe ich ganz naiv, weil mir die Bücher gefielen. Ich habe aber schnell verstanden, dass es bei "Breaking Dawn" um etwas anderes gehen würde als darum, auf Teufel komm raus ein Meisterwerk zu machen. Die "Twilight"-Fans lieben die Figuren. Und wenn ich sage "lieben", dann meine ich das: Sie l-i-e-b-e-n diese Welt. Das darf man nie aus den Augen verlieren, wenn man diese Filme macht: Man macht sie für die Fans. Die Kritik hasst sie, und klar, das tut ein bisschen weh. Aber man darf sich nichts vormachen.

Wie sind Sie mit diesem Wissen an den Dreh herangegangen?
Man muss sich selbst davon überzeugen, dass das der einzige Weg ist, wie man diesen Film machen kann. Ich habe versucht den Film zu drehen, als wäre ich selbst der größte Fan des Franchises. Man begreift dann sehr schnell, welche Entscheidungen die richtigen sind.

Waren Sie überrascht, als Summit Ihnen das Angebot machte, "Breaking Dawn" zu drehen?
Ein bisschen schon, ja. Sie hatten vorher schon ein- oder zweimal angeklopft, aber eine ernsthafte Anfrage hatte es nicht gegeben. Ich hätte erwartet, dass sie mehr auf Nummer sicher gehen würden. Aber natürlich hat mich das sofort gereizt.

Was macht "Breaking Dawn" zu einem Bill-Condon-Film?
Die Figuren ringen darum, ihren Platz in der Welt zu finden. Bella ist eine Figur, die mich sofort ansprach. Ich konnte sie sofort verstehen, dieses Gefühl, in einem anderen Rhythmus durch die Welt zu gehen als alle anderen.

Haben Sie sich die anderen drei Filme angesehen?
Selbstverständlich. Es faszinierte mich, dass sie die von Stephenie Meyer erschaffene Welt allesamt auf eine völlig andere Weise interpretierten. Es gibt einen hohen Wiedererkennungswert, aber tonal und von ihrer Stimmung sind sie doch grundverschieden. Das machte mir Mut. Es zeigte mir, dass es möglich war, im Rahmen der vorgegebenen Parameter eine gewisse Freiheit zu genießen. Tatsächlich war es Stephenie Meyer und dem Studio wichtig, dass ich als Regisseur meine Persönlichkeit einbrachte. Es gab keinen Stil, an dem man sich orientieren musste. Ein bisschen kam es mir vor wie eine Versuchsanordnung.

Was unterscheidet Ihren Film von den Vorgängern?
Für mich ergab die Geschichte einen Sinn, weil ich sie in der Tradition eines längst vergessenen Hollywoodgenres sah: das weibliche Melodram, wie es Douglas Sirk und Vincente Minnelli in den Fünfzigerjahren zur Kunstform erhoben hatten, mit seinen ganz aufrichtigen Emotionen. Im Zeitalter der Ironie ist das natürlich nicht mehr angesagt. Aber ich glaube, diese Sehn- sucht gibt es immer noch. Und das ist einer der Gründe für den Erfolg der Twilight Saga; sie erzählt ironiefrei von einer jungen Frau, die sich in einem emotionalen Tumult befindet. Es gefiel mir, dass ich nach dem Musical noch eines meiner Lieblingsgenres anpacken konnte. Zum Schluss hin überwiegen dann die Horrorelemente, aber auch eher klassisch und ein bisschen romantisch. Ihnen fiel die Aufgabe zu, all das verfilmen zu können, worauf die Fangemeinde nun seit drei Jahren wartet: die Hochzeit, der erste Sex, Bellas Tod und Wiederauferstehung.

Wie geht man an diese Szenen heran, von denen man weiß, dass sie jede Erwartung übertreffen müssen?
Das sind Meilensteine im Leben jedes Menschen, aber in diesem Fall sind sie einfach noch einmal verstärkt, weil es um Bella und Edward geht. Wir haben uns diese Szenen als Oper vorgestellt, größer als das Leben. Weil es in diesem Film eine ganze Reihe einschneidender Ereignisse gibt, die über die Laufzeit verteilt sind, musste ich beim Drehen öfters an "Dreamgirls" denken: Es ist wie ein Musical, und diese Höhepunkte - Hochzeit, Sex, Geburt, Tod - sind wie Musiknummern.

Sie haben die beiden Teile am Stück gedreht. Was waren die Herausforderungen dabei?
Die Herausforderung - mal abgesehen von der Logistik des extrem langen Drehs - war eindeutig, zwei zusammenhängende Filme zu machen, die sich aber stilistisch und tonal deutlich voneinander unterscheiden sollten. Es gab keine Pause zwischen den beiden Drehs: Am Tag, nach dem die Klappe für Teil eins gefallen war, fingen wir mit dem Dreh von Teil zwei an. Da die Filme alle aus der Sicht Bellas erzählt werden, war unsere Aufgabe klar: Teil zwei wird aus der Sicht eines Vampirs gedreht und muss deshalb ganz anders sein als die Filme davor. Wie empfinden sie? Wie existieren sie? Natürlich mussten wir einen anderen Stil finden. Darin lag der Reiz.

Aufgrund der klar definierten Zielgruppe war Altersfreigabe gewiss ein wichtiges Thema bei der Konzeption.
Absolut. Wie gesagt: Diese Filme werden für ein gewisses Publikum gedreht. Es kann nicht angehen, es wegen einer zu hohen Altersfreigabe auszuschließen. Gleichzeitig handelt es sich um ein ziemlich explizit geschriebenes, verstörendes Buch. Für Amerika war das größte Problem natürlich der Sex. Mein erster Schnitt des Films war der MPAA tatsächlich auch zu heiß, dabei ist er gar nicht so anders wie das, was jetzt im Kino zu sehen ist. Deutschland bereitete uns übrigens auch tatsächliches Kopfzerbrechen - wegen des vielen Bluts bei der Geburtsszene.

Kann man vorhersehen, wie die MPAA reagieren wird?
Man entwickelt ein Gespür. Ich kann mich noch gut erinnern, wie uns die Knie schlotterten, als wir "Kinsey" vorlegten. Wir waren uns sicher, dass uns die Abbildung all der erigierten Glieder und Vaginas ein NC-17-Rating bescheren würde. Sie berieten endlos und kamen schließlich aus ihrer Kammer heraus und sagten uns, dass wir ein R-Rating für "extremen sexuellen Inhalt" bekommen würden. Und dann nahmen sie mich beiseite und sagten: Übrigens, vielen Dank für diesen Film. Sie sind also nicht ganz humorlos.

Sind wir wieder in den Fünfzigern?
Möchte man meinen. Wenn man beim Sex das Stoßen sieht, kriegt man automatisch ein R-Rating. Das erinnert einen schon fatal an die Zeit des Hays-Codes, als zwei Erwachsene nicht nebeneinander auf einem Bett liegen durften. Aber wissen Sie, ich kann das auch verstehen: Eltern schicken da ihre zehnjährigen Kinder ins Kino und sind natürlich besorgt, sie könnten Dinge sehen, die sie ihrer Meinung nach noch nicht sehen sollten.

1985
7. Bayerischer Filmpreis
Ehrenpreis
1978
28. Deutscher Filmpreis
Filmband in Gold
 

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