Fabrice Luchini


  • Bürgerlicher Name
    Robert Luchini
  • Geburtstag
    01.11.1951
  • Geburtsort
    Paris

Fabrice Luchini


  • Bürgerlicher Name
    Robert Luchini
  • Geburtstag
    01.11.1951
  • Geburtsort
    Paris
 

Französischer Schauspieler. Er gehört zu den zehn höchstbezahlten französischen Filmschauspielern und hat zwanzig Jahre gebraucht, um diesen Status zu erreichen. Von den bedeutenden Namen des französischen Kinos ist Fabrice Luchini der pariserischste, der als gepflegter (auch gezierter) Dandy mit ausgefeilter Eleganz an Worten feilt. Er spielt zynische Liebhaber, die mit Kultur und Belesenheit verführen und provozieren, und geschwätzige, freche unverschämte Bourgeois. Seine romantische Ader und koketten Manierismen machen ihn unverwechselbar. Glänzender Solist, ordnet sich Luchini in Ensembles ein und bereichert Filme wie "So ist Paris" (2008) von Cédric Klapisch, wo er einen alternden Geschichtsprofessor spielt, der eine Studentin anbaggert (und rumkriegt), und in dessen Debütfilm "Kleine Fische...große Fische" (1992) er als Direktor eines Kaufhauses eine seiner besten Hauptrollen spielte.
Luchini ist der reiche Geschäftsmann, der den im Schuldturm sitzenden Molière (Romain Duris) in "Molière" (2007) freikauft, damit der ihn im Schauspielberuf unterrichte, und der Dichter, Spion, Waffenhändler und Lebemann Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais in Edouard Molinaros Biopic "Beaumarchais - Der Unverschämte" (1996), einer der Filme mit Luchinis Namen über dem Titel. Er ist Freund und Diener des alternden Casanova (Alain Delon) in der Arthur-Schnitzler-Verfilmung "Die Rückkehr von Casanova" (1989) und adeliger Intrigant in Philippe de Brocas "Duell der Degen" (1997). In Gegenwartsfilmen spielt er Intellektuelle, Journalisten ("Rien sur Robert", 1999) und Wachmänner ("Musée haut, musée bas", 2008).
Robert Luchini wurde 1951 in Paris als Sohn einer italienischen Einwandererfamilie geboren, die im Viertel Goutte d'Or (18. Arrondissement) als Gemüsehändler arbeitete. Er trug als marktschreierischer Obst- und Gemüsehändler zum Lebensunterhalt bei, wurde mit 13 Jahren von der Mutter in einen Frisiersalon in die Lehre gegeben und nahm den Vornamen "Fabrice" an. In jungen Jahren verschlang Luchini die Literatur von Balzac, Flaubert und Proust, entwickelte Schauspielambitionen. Er nahm Kurse bei Jean-Laurent Cochet und ging wegen seiner Leidenschaft für Soul-Musik und James Brown (in "So ist Paris" wesentlich für seinen Tanzstil) in Discotheken, wo er Regisseur Philippe Labro begegnete, der ihm 1969 seine erste Rolle in "Tout peut arriver" verschaffte.
Gefördert wurde er von Eric Rohmer, der ihn als Heranwachsenden in "Claires Knie" (1970), Titelhelden in "Perceval le Gallois" (1978), Schriftsteller in "Vollmondnächte" (1984), Galerist in "Vier Abenteuer von Reinette und Mirabelle" (1986) und als Bürgermeister in "Der Baum, der Bürgermeister und die Mediathek" (1992) besetzte. Erster Kassenerfolg wurde die Romanze "Die Verschwiegene" (1990), in der er als Schriftsteller zum betrogenen Betrüger wird. In Patrice Lecontes "Intime Fremde" (2003) ist er als Steueranwalt unfreiwilliger Psychiater einer Unbekannten (Sandrine Bonnaire).
Fabrice Luchini wurde 1991 mit dem Prix Jean Gabin ("Die Verschwiegene"), 1994 mit dem César als Bester Nebendarsteller (Ehemüder Richter in "Alles für die Liebe" von Claude Lelouch) und 2007 mit dem Silbernen Georg des Filmfestivals Moskau ("Molière") ausgezeichnet.
Fabrice Luchini spielt häufig Theater, wo er für seine die Sprache pflegenden Soloabende (2006 mit Célines "Reise ans Ende der Nacht") gefeiert wird.
Er ist mit Regisseurin Anne Fontaine ("La fille de Monaco", 2008) liiert.

Fabrice Luchini

  • Bürgerlicher Name
    Robert Luchini
  • Geburtstag
    01.11.1951
  • Geburtsort
    Paris
  • Geburtsland
    Frankreich

"Frauen sind aufregender - sie kämpfen!"

Mit seiner Komödie "Das Schmuckstück" mit Frankreichs Superstars Catherine Deneuve und Gérard Depardieu knüpft François Ozon an seinen Erfolg "8 Frauen" an und zieht süffisant den Bogen von den Siebzigerjahren bis zum heutigen französischen Politzirkus.

François Ozon im Bett mit Hauptdarstellerin Catherine Deneuve am Set von "Das Schmuckstück" (Foto: Concorde) Großansicht

François Ozon im Bett mit Hauptdarstellerin Catherine Deneuve am Set von "Das Schmuckstück" (Foto: Concorde)

Konnten Sie hier mal wieder so richtig Ihrer Nostalgielust frönen?
FRANÇOIS OZON: Nostalgie ist ein großes Wort. Für mich gehören Kostüme, Farben, Ausstattung und auch die Chansons zu meiner Kindheit. Es war ein Riesenvergnügen, mit "Das Schmuckstück" diese Periode und ihre ganz spezielle Musik wiederzuentdecken. Die Handlung in den Siebzigerjahren erlaubt eine Distanz. Durch den Blick zurück können wir auch die heutige gesellschaftliche Situation unter die Lupe nehmen, ohne in Ernst abzudriften. Ich kann politische Spitzen und Botschaften viel besser in eine Komödie verpacken, das kommt eher bei den Leuten an. Und nachdem meine letzten Filme dem Publikum nicht unbedingt Spaß gemacht haben, hatte ich Lust, mal wieder in die Vollen zu gehen und mit bissigem Humor zu unterhalten.

Warum haben Sie das Angebot Ihrer Produzenten, der Brüder Altmayer, abgelehnt, einen Film über die Wahl von Nicolas Sarkozy zu drehen?
Sogar mit François Cluzet in der Hauptrolle! Aber Sarkozy füllt schon das tägliche Fernsehprogramm. Mich interessiert er nicht als Figur und schon gar nicht als Kinoheld. Spannender hätte ich da schon einen Film über seine Frau Cécilia gefunden, wie die ihren Gatten im Stich gelassen hat, als er Präsident wurde, das hat schon einen haut-gôut.

Filme über Frauen haben es Ihnen ohnehin angetan.
Warum sollte ich einen Film über Männer machen? Die sitzen fett in ihren Positionen und bewegen sich keinen Deut. Frauen sind weniger privilegiert und müssen noch kämpfen, sich permanent ändern. Ich halte es für aufregender, wenn der Charakter eine Wandlung und Entwicklung durchmacht.

Mit Catherine Deneuve und Gérard Depardieu holten Sie sich das Powerpaar des französischen Films vor die Kamera. Hatten Sie keine Angst?
Überhaupt nicht. Es war die Erfüllung eines Traums, ich bin mit den beiden groß geworden. Die beiden wussten, worauf sie sich einließen, und hatten einen Riesenspaß beim Dreh. Catherine war von Anfang an in das Projekt eingebunden, sie scheut kein Risiko.

Mussten Sie da noch Regie führen?
Auf jeden Fall, auch wenn sie sich nach sieben gemeinsamen Filmen wie bei einem alten Liebespaar souverän die Bälle zuspielen. Auf Gérard Depardieu muss man immer ein Auge werfen, wenn der einmal loslegt, ist er ein kaum zu bändigender Berserker.

Bisher haben Sie sich noch nie an einen so berühmten männlichen Star getraut.
Er ist für mich der größte französische Schauspieler. Ich wollte ihn schon im Jahr 2000 für die Fassbinder-Adaption "Tropfen auf heiße Steine" engagieren, aber Freunde und Bekannte rieten mir, die Idee aufzugeben, der Film sei zu textlastig für Gérard. Ehrlich gesagt, ich war vielleicht auch noch nicht gefestigt genug, mich an ihn heranzuwagen. Jetzt gefiel ihm die Rolle des Kommunisten und ehemaligen Gewerkschaftsführers mit romantischen Gefühlen und er zeigte viel Sympathie für den Mann. Gérard kennt alle Politiker der Welt von Castro bis hin zu den schlimmsten Diktatoren im Osten. Es amüsierte ihn, so einen Kerl zu verkörpern. Am Set ist er ein geniales Monster.

Ist "Das Schmuckstück" ein feministisches oder ein politisches Statement?
Die Frage stelle ich mir nicht. Vielleicht treffe ich ins Schwarze, viele Frauen bedanken sich nach dem Film. "Das Schmuckstück" ist vielleicht insofern feministisch, weil sich die anfänglich sehr bürgerliche Hausfrau emanzipiert, ich bin immer noch erstaunt, wie panisch manchmal die Umwelt reagiert, wenn eine Frau die Macht übernimmt - der Fortschritt - oft nicht mehr als ein paar Trippelschrittchen.

Sie gehen sehr zärtlich mit Ihren Protagonisten um.
Ich fand es sehr bewegend, dass Leute mit über 60 Jahren noch eine Liebesgeschichte leben, sogar für Fabrice Luchini als verstocktem Firmenchef fühlte ich eine gewisse Zärtlichkeit. Vielleicht habe ich mit zunehmendem Alter mehr Verständnis für Menschen.

 

1994
19. César-Verleihung
Bester Nebendarsteller - Alles für die Liebe
 

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