François Truffaut


  • Geburtstag
    06.02.1932
  • Geburtsort
    Paris
  • gestorben
    21.10.1984
 

Mit Claude Chabrol, Jean-Luc Godard, Jacques Rivette und Eric Rohmer ist er einer der Begründer der "Nouvelle Vague" des französischen Films, die sich Ende der 50er Jahre gegen die als "Tradition der Qualität" verschrieenen Werke der Vätergeneration wandte und mit dem Anspruch antrat, als Autoren-Regisseure persönliche und - durch gelockerte Produktionsmethoden - freiere Filme zu schaffen. Die Bewegung hatte einige Jahre Erfolg, bis sich spätestens Mitte der 60er Jahre fast alle, einschließlich Truffaut, wieder dem herkömmlichen Filmbetrieb zuwandten oder zuwenden mussten. Francois Truffaut (1932 - 1984) wuchs bei einer Amme auf, lebte in einem Erziehungsheim und wurde durch die Fürsprache seines Mentors, des einflussreichen Filmkritikers und Gründers der "Cahiers du Cinéma", André Bazin, entlassen, arbeitete als Filmkritiker, Journalist und Fotograf und wurde als wehrdienstuntauglich aus dem Militärdienst entlassen. Truffauts polemische (und retrospektiv tendenziös ungerechte) Artikel in den "Cahiers du Cinéma" bereiteten das Klima für die "Nouvelle Vague" vor. Nach Kurzfilmen und Zusammenarbeit mit Roberto Rossellini gründete Truffaut 1957 die "Films du Carosse" (eine Anspielung auf "Die goldene Karosse" des verehrten Jean Renoir, den die jungen Wilden als einzigen gelten ließen), die fast alle seine Filme (co)produzierte. Sein Debütfilm "Sie küssten und sie schlugen ihn" reflektiert seine eigene Kindheit und wurde der erste große kommerzielle Erfolg der neuen Bewegung. Das Schicksal des Helden Antoine Doinel, stets von Truffauts alter ego Jean-Pierre Léaud verkörpert, verfolgte Truffaut bis 1978 in vier weiteren Filmen. Truffaut thematisierte in seinem Werk die Beziehungen zwischen Leben, Liebe und Kunst, die Tragikomödie des Seins, die Liebe zum Theater, zum Film, zur Literatur, zu unangepassten Jugendlichen ("Der Wolfsjunge"), zu obsessiv Liebenden (Isabelle Adjani in "Die Geschichte der Adèle H.") und zum Film noir, dem er mit "Die Braut trug schwarz" (mit Jeanne Moreau) und "Das Geheimnis der falschen Braut" (mit Catherine Deneuve und Jean-Paul Belmondo) Tribut zollte. Als sein Hauptwerk gilt "Jules und Jim", die freie und filmisch hymnisch gefeierte Liebe zu dritt von Jeanne Moreau zu zwei Bohémiens des fin de siècle. Seine Ehebruchgeschichte "Die süße Haut" wurde künstlerisch und finanziell ein Fiasko, auch der Science-Fiction-Film "Fahrenheit 451" erfüllte nicht die Erwartungen. Mit "Die letzte Metro" hingegen, der das Schicksal eines Pariser Theaters und seiner Mitarbeiter während der deutschen Besatzung erzählt, konnte Truffaut seinen größten Erfolg überhaupt feiern. Seine beiden letzten Filme ("Die Frau nebenan" und "Auf Liebe und Tod") sind Liebeserklärungen an die Schauspielerin und Lebensgefährtin Fanny Ardant, die letzte seiner zahlreichen Geliebten und Mutter seiner Tochter Joséphine. Truffaut starb 1984 mit nur 52 Jahren an einem Gehirntumor. Sein letztes Projekt "Die kleine Diebin" wurde von Claude Miller realisiert.

François Truffaut

  • Geburtstag
    06.02.1932
  • Geburtsort
    Paris
  • Geburtsland
    Frankreich
  • Familie
    1981 - 1984 verheiratet mit Fanny Ardant, 1957 bis ? mit Madeleine Morgenstern

"Einfach perfekt, verdammt noch mal"

In Rekordzeit ist Ellen Page über Rollen wie "Hard Candy" "Juno" zum Nachwuchs-Charakterstar gereift. Wir sprachen mit ihr über ihr Rolle in den "Tracey Fragments".

Shooting-Star Ellen Page:"Ich will die Geschichte leben und atmen" Großansicht

Shooting-Star Ellen Page:"Ich will die Geschichte leben und atmen"

Video.de: Hast Du schon vor Drehstart gewusst, wie ungewöhnlich "The Tracey Fragments" am Ende aussehen würde?

Ellen Page: Der Regisseur Bruce MacDonald hatte mir vorher erzählt, wie er den Film gestalten wollte - er sollte ja auch die persönliche, psychologische Reise von Tracey darstellen. Ich war ja schon lange ein Fan von Bruces Arbeit, also habe ich ihm einfach vertraut. Die Dreharbeiten waren dabei nicht anders als sonst, höchstens ein bisschen verrückter.

Wie hast Du Dich auf diese Rolle vorbereitet? Tracey scheint ein wirklich verlorenes Mädchen zu sein.

Ich mochte Tracey sofort und bewundere sie sehr. Obwohl sie sich eine Fantasiewelt zurechtdichtet, war sie für mich die ehrlichste Person im ganzen Film, sie hatte was von einer Kriegerin. Ihre Sicht auf die Welt kam mir sehr bekannt vor, sie erinnerte mich an meine Zeit als Teenager und daran, wie roh und aufgeladen mir die Welt damals vorkam. Tracey wird von den schrecklichen Ereignissen im Film verfolgt und ist damit leider sehr allein, ihr Verstand steigert sich in diese Schuld-Spirale hinein... Aber mal ehrlich: ich bin in einem hoch entwickelten Land geboren, ich habe ganz offensichtlich auch Schuldgefühle - wie wir alle, oder?

Tracy Berkowitz lebt in den "Tracey Fragments" ein zerrissenes Leben Großansicht

Tracy Berkowitz lebt in den "Tracey Fragments" ein zerrissenes Leben

Dein Talent und Deine ungewöhnlich Auswahl an Film Projekten werden immer hoch gelobt. Worauf achtest Du, wenn Du ein Drehbuch liest oder von einem bestimmten Regisseur hörst?

Bei Drehbüchern achte ich darauf, dass sie ehrlich sind, sie sollten mein Herz schneller schlagen lassen. Wenn ich mich in eine Geschichte verliebe, dann richtig: Ich kann an nichts anderes mehr denken, ich will die Geschichte leben und atmen. Beim Regisseur ist mir das vertrauen am wichtigsten. Nur wenn ich ihm oder ihr vertraue, bin ich ganz offen.

Du hast Dich mal als Campingfan bezeichnet. Was ist Dein wichtigster Tipp, um in der Wildnis zu überleben?

Hahaha! Ich bin keine Hardcore-Camperin, mir geht's mehr um den Spaß und um das Naturerlebnis. Meine Antwort lautet also... eine Flasche Wein?.

Laut Ellen Page perfekt: "Harold und Maude" Großansicht

Laut Ellen Page perfekt: "Harold und Maude"

Was ist Dein absoluter Lieblingsfilm und warum?

Wow, da fällt mir die Wahl schwer. Aber ich würde "Sie küßten und sie schlugen ihn" wählen. Als ich diesen Film zum ersten Mal gesehen habe, kam es mir so vor als ob ich alle meine liebsten Filme in einem angucken würde. Und Truffauts Einfluss auf das Kino wurde mir mit einem Mal sonnenklar. Es ist einfach unglaublich, dass er einen so stillen Film gedreht hat, der so viele Emotionen im Zuschauer hervorruft. Ebenfalls ganz vorne mit dabei: "Harold und Maude". Der ist einfach perfekt, verdammt noch mal.

 

1981
6. César-Verleihung
Beste Regie - Die letzte Metro
1981
6. César-Verleihung
Bestes Drehbuch - Die letzte Metro
1974
27. British Academy Awards
Beste Regie - Die amerikanische Nacht
 

Filmografie

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1940
-
2004
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