Frank Langella


  • Geburtstag
    01.01.1938
  • Geburtsort
    Bayonne, New Jersey
 

Amerikanischer Schauspieler. Einer der großen Männer des amerikanischen Theaters, arbeitete Charakterdarsteller Frank Langella in rund 50 Kinofilmen und bewies Vielseitigkeit als Autorität ausstrahlender Entscheidungsträger vom Multimillionär, Unternehmer und König bis zum Piratenkapitän. Er wurde auf Anhieb für die Rolle des Liebhabers in seinem Debütfilm "Tagebuch eines Ehebruchs" (1970) mit dem Golden Globe als Bester Nachwuchsdarsteller ausgezeichnet. In den 70er-Jahren erregte er auf dem Broadway Aufmerksamkeit mit seiner Neuinterpretation des Vampirfürsten Graf Dracula als romantischen Helden und spielte den Blutsauger auch in der Kinoversion "Dracula" von John Badham (1979). Ein Triumph, wieder am Broadway (2007) und in der Kinoversion von Ron Howard (2008), wurde sein verbitterter und vereinsamter Ex-Präsident Richard Nixon, der in "Frost/Nixon" glaubt, mit Talkmaster David Frost (Michael Sheen) leichtes Spiel zu haben und in die Defensive gerät. Für die Leistung erhielt Langella seine erste Oscar-Nominierung als Bester Hauptdarsteller.
Frank Langella wurde 1938 in Bayonne, New Jersey, geboren, studierte an der Syracuse University Schauspiel und gab mit 23 Jahren sein Broadway-Debüt. In den 40 Jahren seiner Bühnenkarriere wurde er zwei Mal mit dem Tony Award, für Edward Albees Drama "Seascape" und für "Frost/Nixon", sowie mit dem Drama Desk Award für "Seascape", ausgezeichnet. Langella verkörperte in Mel Brooks' Komödie "Die zwölf Stühle" (1970) Ostap Bender, der erfolgreich einen Kriegsinvaliden mimt und zum Trio der den Familienschmuck suchenden Juden gehört. In den 70er- und 80er-Jahren war er nur selten in Kinofilmen oder TV-Produktionen zu sehen, auch wenn ihm die Titelrolle in "I, Leonardo" (CBS 1983) eine Nominierung für den Emmy Award einbrachte. 1987 nahm er in der Verfilmung um die Spielzeugfiguren "Masters of the Universe" wegen seines Sohnes, der bei der Premiere einschlief, die Rolle des Skeletor an.
Erst in den 90er-Jahren nahmen Langellas Filmauftritte zu. Er war in Ridley Scotts Epos "1492 - die Eroberung des Paradieses", Uli Edels Erotik-Thriller "Body of Evidence" (mit Madonna) und der Präsidentenkomödie "Dave" dabei und als Piratenkapitän Douglas "Dawg" Brown in "Die Piratenbraut" (1995). Auf den Moses in "Die Bibel - Moses" folgte der Millionär und Besitzer des Basketballteams in der Komödie "Eddie" (mit Whoopi Goldberg) und der zwielichtige Theaterautor Quilty in der Nabokov-Verfilmung "Lolita" (mit Jeremy Irons und Dominique Swaim). Nachhaltigen Eindruck hinterließ sein Millionär, Buchsammler und Diener des Teufels in Roman Polanskis Horrorfilm "Die neun Pforten" (1999).
Nach der Rolle im Drama "Sweet November" (2001, mit Keanu Reeves und Charlize Theron) war Langella in David Duchovnys Regiedebüt "House of D" dabei. 2006 spielte er den Chef des Senders CBS in George Clooneys Journalistenfilm "Good Night, and Good Luck" und Perry White, Chefredakteur des Daily Planet, in der Comic-Verfilmung "Superman Returns". 2009 ist er im Horror-SF-Film "The Box" (um eine todbringende Schachtel) und im "Mystery-Drama "All Good Things" zu sehen. Im Animationsfilm "Despereaux - Der kleine Mäuseheld", lieh er dem Bürgermeister die Stimme.
Frank Langella war von 1978 bis zur Scheidung 1996 mit Ruth Weil verheiratet, mit der er zwei Kinder hat.

Frank Langella

  • Geburtstag
    01.01.1938
  • Geburtsort
    Bayonne, New Jersey
  • Geburtsland
    USA

Oscars: Ledger, "Baader Meinhof" und Pitt!

Dass sich Hollywood diese Chance auf einen bewegenden Moment nicht entgehen lassen würde, war klar...

Von der Academy gewürdigt: Heath Ledger, "Der Baader Meinhof Komplex" und Brad Pitt (Foto: Warner, Constantin) Großansicht

Von der Academy gewürdigt: Heath Ledger, "Der Baader Meinhof Komplex" und Brad Pitt (Foto: Warner, Constantin)

Der unter tragischen Umständen vor einem Jahr verstorbene Heath Ledger ist für seine Rolle als Joker in "The Dark Knight" erwartungsgemäß für einen Oscar nominiert worden. Nachdem er bereits den Golden Globe gewann, dürfte er auch bei den Goldjungs der absolute Favorit auf den Preis sein.

Grund zur Freude aus deutscher Sicht ist die Nominierung des RAF-Dramas "Der Baader Meinhof Komplex" für den besten nicht-englischsprachigen Film. Auch wenn der israelische Konkurrent "Waltz with Bashir", der auch schon bei den Globes gewann, schwer zu schlagen sein dürfte.

Ansonsten ist der große Favorit "Der seltsame Fall des Benjamin Button" mit sensationellen 13 Nominierungen, darunter viele Hauptkategorien: Das geheimnisvolle Drama geht als bester Film ins Rennen, dazu ist Brad Pitt als Hauptdarsteller nominiert, David Fincher für die Regie, Taraji P. Henson als Nebendarstellerin und die Adaption des Drehbuchs von Kultromancier F. Scott Fitzgerald.

"Slumdog Millionär" über einen armen Abräumer beim indischen "Wer wird Millionär" gilt als Bollywood-Variante von "Forrest Gump" (Foto: Prokino (Fox)) Großansicht

"Slumdog Millionär" über einen armen Abräumer beim indischen "Wer wird Millionär" gilt als Bollywood-Variante von "Forrest Gump" (Foto: Prokino (Fox))

Was zählt, ist hinter der Kamera!

Zu den meistnominierten Filmen zählt mit zehn Chancen "Slumdog Millionär", ein Drama über einen armen indischen Jungen, der in einer Quizshow abräumt. Je achtmal nominiert wurden das Politdrama "Milk" über den ersten Schwulenaktivisten in der US-Politik und "The Dark Knight" - Letzterer aber hauptsächlich in Nebenkategorien wie Makeup und oder Ton. Sechs Nominierungen sind für einen Animationsfilm wie "WALL·E" höchst ungewöhnlich, zumal darunter auch das Drehbuch ist. Je fünf Nominierungen gab's für das Religionsdrama "Glaubensfrage", für "Der Vorleser" nach Bernhard Schlinks Kultroman über eine ehemalige KZ-Aufseherin und das Drama "Frost/Nixon" über den Fall des Skandalpräsidenten Richard Nixon.

Offenbar ist man in Hollywood der Meinung, dass das Wichtigste an einem guten Film der richtige Regisseur ist. Denn alle fünf Werke, die in der Kategorie Bester Film nominiert sind, bringen auch ihren Regisseuren eine Oscar-Chance: David Fincher für "Der seltsame Fall des Benjamin Button" über einen im Körper eines Greises geborenen Jungen, Ron Howard für "Frost/Nixon", Gus Van Sant für "Milk", Stephen Daldry für "Der Vorleser" und Danny Boyle für "Slumdog Millionär".

Im Ring gewaltig und außerhalb tränenreich: Mickey Rourke spielt sich in "The Wrestler" buchstäblich die Seele aus dem Leib (Foto: Kinowelt) Großansicht

Im Ring gewaltig und außerhalb tränenreich: Mickey Rourke spielt sich in "The Wrestler" buchstäblich die Seele aus dem Leib (Foto: Kinowelt)

Greisenbaby gegen alten Muskelprotz

Bei den Darstellern hat wohl Brad Pitt die größten Siegchancen. Nach Kritikermeinung spielt er als rückwärts alternder Benjamin Button die Rolle seines Lebens. Stärkster Konkurrent ist Mickey Rourke im Überraschungshit "The Wrestler" über einen alternden Catcher. Schließlich liebt Hollywood Comebacks von bereits abgeschriebenen Stars - besonders, wenn sie in einem so emotionalen Film passieren. Außenseiterchancen hat auch der Theaterstar Frank Langella, der die Rolle von Richard Nixon schon am Broadway gespielt hat und dafür den Theater-Oscar Tony gewann.

Das Rennen bei den Hauptdarstellerinnen ist ziemlich offen. Kate Winslet gilt für "Der Vorleser" als leichte Favoritin. In der Rolle als undurchsichtige ehemalige KZ-Aufseherin zeigt sie alle Facetten ihres großen Könnens. Oscar-Queen Meryl Streep als verblendete Nonne spielt in "Glaubensfrage" grandios, war aber mit nunmehr 15 Nominierungen vielleicht schon zu oft im Rennen. Angelina Jolie begeisterte als verzweifelte Mutter eines entführten und möglicherweise vertauschten Kindes in Clint Eastwoods "Der fremde Sohn" die Kritiker. Doch auch Publikumsliebling Anne Hathaway könnte in ihrer ersten hochdramatischen Rolle als Ex-Junkie in "Rachels Hochzeit" triumphieren.

Soll für Stil und Humor sorgen - aber das bitte hurtig: Moderator Hugh Jackman (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Soll für Stil und Humor sorgen - aber das bitte hurtig: Moderator Hugh Jackman (Foto: Kurt Krieger)

Überraschungseier am 22. Februar

Als bester Nebendarsteller ist Heath Ledger natürlich fast schon gesetzt. Die Nominierung von Robert Downey jr. für seine urkomische Rolle in "Tropic Thunder" ist allerdings bemerkenswert. Unter den weiblichen Nebendarstellerinnen gilt Penélope Cruz für ihre extrovertierte Künstlerin in Woody Allens Beziehungsgroteske "Vicky Cristina Barcelona" als Favoritin.

Die Verleihung der Oscars geht mit dem gewohnten Glanz und Glamour in der Nacht auf den 23. Februar im Kodak Theatre in Los Angeles über die Bühne. Die Show soll kürzer und knackiger werden als in den letzten Jahren, denn die Academy kämpft seit einigen Jahren gegen sinkende Einschaltquoten. Deshalb wurden diesmal auch die Laudatoren nicht vorher bekannt gegeben, da man auf einen Überraschungseffekt hofft. Auch die Dankesreden sollen bei Überschreitung des Zeitlimits knallhart durch das Einsetzen der Musik abgebrochen werden. Ein Lichtblick ist aber der Moderator, der unter diesen Rahmenbedingungen zwar vor einer schweren Aufgabe steht, der aber für Entertainment der Extraklasse steht: Hugh "The Sexiest Man Alive" Jackman!

 

 

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