Edith Piaf, Serge Reggiani, Dalida, Yves Montand und Juliette Gréco haben seine Stücke gesungen: Georges Moustaki, der Mann mit dem weißen Bart und der Gitarre, wird manchmal sogar als "europäischer Bob Dylan" bezeichnet. Der französische Sänger, Liedermacher und Dichter (bürgerlich: Yussef Mustacchi) kommt am 3. Mai 1934 als Sohn eines jüdisch-griechischen Buchhändlers in Alexandria, Ägypten zur Welt. Neben seiner griechischen Muttersprache lernt er Italienisch, Arabisch und Französisch, besucht eine französische Schule - dort lernt er den Chanson kennen. Nach der Schulzeit zieht es ihn 1951 selbst nach Paris, wo er beginnt, erste eigene Lieder zu schreiben. Eine Begegnung mit dem großen Chansonnier Georges Brassens wird zum Wendepunkt: Moustaki beschließt, eine Laufbahn als professioneller Begleitmusiker und Komponist einzuschlagen. 1958 lernt er Edith Piaf kennen, mit der ihn eine kurze Liebesaffäre verbindet. Für sie schreibt er mit "Milord" einen der bekanntesten Chansons überhaupt. Moustakis wenige eigene Singles bleiben indes vergleichsweise unbeachtet. Bald gehören weitere Größen des Genres zu seinen Kunden, darunter auch die in den Sechzigern populäre Sängerin Barbara. Als diese unerwartet erkrankt, springt Moustaki bei einem Konzert in Mulhouse 1968 selbst als Sänger ein - der Beginn einer fast vierzigjährigen Bühnenkarriere. 1969 erscheint seine Single "Le Métèque" und wird zu einem großen Erfolg, der dem Chansonnier zum Durchbruch verhilft. Moustaki verbindet nun den klassischen französischen Chanson mit seinen wiederentdeckten griechischen Wurzeln und Latin-Einflüssen. Auf seinem 1972 erschienenen Album "Danse" finden sich unter anderem auch zwei Stücke des großen griechischen Dichters Mikis Theodorakis. Moustaki unternimmt nun weltweite Tourneen, tritt beim Tokyo Festival und in der Carnegie Hall auf und veröffentlicht regelmäßig neue Alben. 1985 nimmt er die französische Staatsbürgerschaft an. 1989 erscheint sein Buch "Les Filles de la Mémoire", mit einem Vorwort von Jorge Amado. Nach der Veröffentlichung seiner Memoiren ("Fils du brouillard", 2000) wagt er im Dezember 2002 mit einer 10-CD-Box einen Blick zurück auf ein Lebenswerk, das noch lange nicht vollendet ist. Moustaki treibt es immer weiter - so lautet der Titel seines Ende 2005 erschienenen Werkes passend "Vagabond".