Die New Yorker Gypsy-Punk-Band Gogol Bordello wird 1999 von dem aus einer Zigeunerfamilie stammenden ukrainischen Immigranten Eugene Hütz gemeinsam mit Musikern aus Osteuropa und Israel gegründet und bezieht ihre musikalische Inspiration aus dem jeweiligen kulturellen Hintergrund ihrer Mitglieder - die im Übrigen häufig wechseln. Hütz, 1972 im ukrainischen Kiev geboren, wird nach der Tschernobyl-Katastrophe 1986 in ein Karpatendorf 60 Kilometer von Kiew evakuiert. Als 17-Jähriger verlässt er seine Heimat und landet nach Umwegen über Italien, Österreich, Ungarn und Polen schließlich in New York. Dort ist der Sonic-Youth-Fan vom legendären Untergrund der Weltmetropole zunächst arg enttäuscht: "Ich hatte es nur mit alternden Rocklegenden zu tun, die ihre Ruhe haben wollten", erinnert er sich an die Anfangstage im Big Apple. So verbindet er Heimweh und Rebellion zu einer hochprozentigen Mischung, die er Zigeuner-Punk nennt. In einer kleinen bulgarischen Bar in China Town gibt die zur Hälfte nach dem russischen Schriftsteller Nikolaj Gogol benannte Gruppe bald wöchentliche Konzerte. Die energiegeladenen Shows, in denen auch Zirkuskünstler, Tiere und Bläsergruppen auftreten, ziehen sowohl Immigranten als auch Hipster an, und bald entwickeln sich Gogol Bordello zu einem Geheimtipp der New Yorker Szene. Auch Jim Sclavunos kann sich für die Musik zwischen Mano Negra und den Leningrad Cowboys begeistern. Der Schlagzeuger der Band Seeds gründet ein Label, um die schräge Truppe unter Vertrag zu nehmen. 1999 erscheint das Album "Voi-La Intruder", gefolgt von weiteren Veröffentlichungen wie "When The Trickster Starts A-Pokin" (2001), "Multi Kontra Culti vs. Irony" (2003) oder "Gypsy Punks - Underdog Worldstrike" (2005), produziert von Steve Albini (Nirvana, Page & Plant). Im selben Jahr ist Hütz neben Elijah Wood (Frodo Beutlin aus "Der Herr der Ringe") in dem Film "Alles ist erleuchtet" als Darsteller zu sehen.