Gore Verbinski


  • Geburtstag
    17.09.1965
  • Geburtsort
    New York
 

Seine Filme sprühen vor Einfällen, mischen Genres auf aufregend neue Art und sind tricktechnisch perfekt. Mit vier Spielfilmen stieg der Werbefilmer Gore Verbinski zu einem der erfolgreichsten Spielfilmregisseure Hollywoods auf. Mit der Slapstick-Komödie "Mäusejagd", dem Road Movie "The Mexican" und dem Horrorfilm "The Ring" bewies Verbinski Witz und Mut zu ungewöhnlichen Kombinationen, der größte Wurf gelang ihm jedoch bislang mit dem Piratenspektakel "Fluch der Karibik".
Verbinski studierte an der UCLA und graduierte dort 1987 mit einem B.A. In den folgenden Jahren inszenierte er Musikvideos u.a. für L7, Bad Religion und Monster Magnet und machte sich mit mehrfach mit dem Clio Award und den Silbernen Löwen von Cannes ausgezeichneten Werbespots einen Namen. Zu den Spots gehören Arbeiten für Nike (mit Michael Jordan) und Budweiser (die "Frogs"-Spots). 1997 war Verbinski mit dem anspielungsreichen Titel "Mäusejagd" 1997 für die erste Produktion von Steven Spielbergs Studioneugründung DreamWorks verantwortlich (Mitbesitzer Jeffrey Katzenberg war jahrelang Produktionschef der Mickeymäuse): Verbinski holte aus dem Live-Action-Cartoon um eine tollkühne Maus, die ein heruntergekommenes architektonisches Meisterwerk vor den verkaufswilligen Erben rettet und sie in eine unfreiwillige Zerstörungsorgie à la Laurel & Hardy treibt, alles an Ideen raus, was Verfolgungsjagden und visuelle Verrücktheiten hergeben.
In "The Mexican", in dem Julia Roberts und Brad Pitt zum ersten Mal Seite an Seite spielten, veränderte er die Genreregeln, indem er seine Hauptdarsteller parallele Abenteuer erleben lässt, bis sie zusammentreffen: Pitt sucht in Mexiko nach der titelgebenden Duellpistole, Roberts wird von einem schwulen Killer entführt, für den sie zur Seelenklempnerin wird. "The Ring", erfolgreichster Teenie-Horrorfilm 2002 und Remake des japanischen Vorbilds, spielt unter Kids in Seattle, unter denen die "urban legend" vom mysteriösen Video umgeht, dessen surreale Bilder, darunter ein Feuerring wie die Corona einer Sonnenfinsternis, die Jugendlichen anlocken. Hat man das Tape gesehen und klingelt dann das Telefon, das "Sieben Tage" ankündigt, verliert man nach diesen Tagen das Leben. Reporterin Rachel, die den Tod ihrer Nichte untersucht, stößt auf die ominöse todbringende Kassette.
Frisches Blut hauchte Verbinski 2003 dem totgeglaubten Piraten-Genre ein: Sein parodistisches Effektspektakel "Fluch der Karibik" hat zwar nur wenig mit dem klassischen Piratenfilm gemein, bietet aber durch Action, bunte Charaktere und Situationskomik beste Kinounterhaltung. Johnny Depp und Orlando Bloom jagen als heruntergekommener Pirat bzw. einfacher Schmied Captain Barbossa (Geoffrey Rush), der Blooms Liebe, die Gouverneurstochter Elizabeth (Keira Knightley), entführt hat. Durch ihr Blut will Barbossa den Fluch aufheben, der ihn und seine Crew zur Unsterblichkeit verdammt und sie ihre wahre skelettierte Gestalt nur bei Mondlicht zeigen lässt (die digital animierte Skelettmeute ist der heimliche Star des Films).
Als Regisseur ist Verbinski auf dem Set beliebt, weil er seine Darsteller für Ideen begeistern kann. Julia Roberts: "Und von da an beeindruckte er mich jeden Tag. Er ist sehr genau, es ist absolut unmöglich misszuverstehen, was er von einem will. Das ist ein großer Luxus. Noch nie habe ich Menschen am Set mit so großer Freude Überstunden machen sehen."

Gore Verbinski

  • Geburtstag
    17.09.1965
  • Geburtsort
    New York
  • Geburtsland
    USA

Johnny Depp - Erstes Bild als Kult-Indianer in "Lone Ranger"

Hauptsache schräge Verkleidung!

TV-Kult im Kino: Johnny Depp als Tonto und Armie Hammer als "Lone Ranger" (Foto: Walt Disney) Großansicht

TV-Kult im Kino: Johnny Depp als Tonto und Armie Hammer als "Lone Ranger" (Foto: Walt Disney)

Dunkles Augen-Makeup, Korallenschmuck und farbenfrohes Freibeuter-Outfit: Superstar Johnny Depp mag seine Auftritte als Jack Sparrow in den "Fluch der Karibik"-Filmen nicht zuletzt wegen seiner Vorliebe für schräge Verkleidungen so gerne.

Nun hat ihm Gore Verbinski, Regisseur der ersten drei Piraten-Filme, eine ähnliche Rolle auf den Leib geschneidert: als Indianer Tonto im Kinofilm zur Kultserie "The Lone Ranger"! Und das erste Bild von Johnny Depp beweist, dass der weise Häuptling Jack Sparrow zumindest in Sachen Outfit in nichts nachsteht!

Johnny Depp spielt in "The Lone Ranger" zwar "nur" den Sidekick der Titelfigur, doch für viele Fans ist er der heimliche Held der Serie, der dem Wildwest-Rächer mit weisem, teils scheinbar zunächst verwirrendem Rat zur Seite steht. Im Film wird die Geschichte des Lone Ranger sogar aus Tontos Perspektive erzählt.

Western-Held mit Bein- statt Kopfschuss

Den Lone Ranger spielt dabei Jungstar Armie Hammer, der kleinere Rollen in "The Social Network" und "J. Edgar" vorzuweisen hat, ab 5. April aber als Hauptdarsteller in "Spieglein, Spieglein - Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen" neben Lily Collins und Julia Roberts zu sehen ist.

Der Lone Ranger flimmerte in den USA zwischen 1949 und 1957 über die Bildschirme, selbstverständlich in Schwarzweiß. Anders als später Wildwest-Rüpel wie Charles Bronson & Co. hatte er einen strengen Moralkodex, da er als Vorbild für Kinder dienen sollte: Er flucht nie und spricht immer in grammatikalisch absolut korrekten Sätzen, er tötet mit seinen Schüssen nie, sondern verwundet seine Gegner nur, er trinkt oder raucht nicht. Um den Wert des Lebens zu ehren, verwendet er nur silberne Kugeln, damit jeder Schuss mit Bedacht gesetzt werde.

In der heutigen Zeit verleiht dieser Kodex dem Lone Ranger und Johnny Depps Figur Tonto natürlich eine gewisse Absurdität. Damit knüpft Gore Verbinski quasi direkt an seinen schrägen Western-Animationshit "Rango" an, für den er gerade den Oscar gewonnen hat.

In Deutschland reiten Armie Hammer als Lone Ranger und Johnny Depp als Tonto ab 30. Mai 2013 durchs Kino.

"Tod des klassischen Helden"

Mit der "Fluch der Karibik"-Trilogie hat Gore Verbinski Filmgeschichte geschrieben. Abermals mit Johnny Depp als Mitstreiter wagt er sich nun mit "Rango" an seinen ersten Computer-Animationsfilm.

Wider die Konvention: Gore Verbinski (Foto: Walt Disney) Großansicht

Wider die Konvention: Gore Verbinski (Foto: Walt Disney)

Sind Sie ein mutiger Mann?
GORE VERBINSKI: Wie kommen Sie darauf?

Man muss Mut haben, im Jahr 2011 einen Animationsfilm zu machen, der sich nicht an die gängigen Regeln hält.
Das fiel uns leicht. Wir wussten nicht, was die Regeln sind.

Haben Sie sich mit dem Ansatz mehr Arbeit gemacht als nötig?
Richtig, viel Arbeit war es auf jeden Fall. Aber es hat auch Spaß gemacht, sich dieses Format Stück um Stück zu erarbeiten. Und ganz fremd war uns der Umgang mit Computeranimation auch nicht. Filme wie die "Fluch der Karibik"-Filme wären ohne den Einsatz von Computern absolut unvorstellbar. Das war unser Ausgangspunkt: Wir sahen "Rango" nicht als Animationsfilm, sondern als ausgedehnte, letztlich abendfüllende Animationssequenz in einem Realfilm.

Wie sind Sie vorgegangen?
Es gab drei Phasen. Eineinhalb Jahre verbrachten wir gemeinsam, insgesamt sieben Künstler, mit Bleistift und Block in einem Haus und ließen unserer Fantasie freien Lauf. Sehr lowtech. Dann folgten 20 Tage mit den Schauspielern am Set, wo wir die Stimmen und Gesten aufzeichneten. Und schließlich waren wir eineinhalb Jahre mit ILM beschäftigt. Sehr hightech.

Was waren Ihre Referenzpunkte?
Wir folgten unserer Eingebung. Wir arbeiteten an den Figuren, wie wir bei "Fluch der Karibik" an Figuren wie Davey Jones gearbeitet hatten. Wir wollten mit ILM arbeiten, weil wir wussten, dass das Ergebnis exzellent werden würde. Uns ging es nicht um die Abbildung der Realität - der Film ist sehr surreal -, sondern um eine emotionale Echtheit, die sich vor allem in den Nahaufnahmen in den Gesichtern widerspiegeln sollte.

Was waren die Hürden?
Weil man bei Animation so lange feilt, hatte ich Angst, der Film könnte zu durchgeplant, nicht spontan genug wirken. Ich wollte aber, dass wir unserer Intuition vertrauen. Beim Realfilm erhält man die besten Ergebnisse in den ungeplanten Momenten, wenn man Chaos zulässt. Hier mussten wir diese ungeplanten Momente vorhersehen. Ein komplizierter Prozess.

Sie verneigen sich wiederholt vor der Geschichte des Westerngenres und lassen damit im Kopf des Zuschauers einen eigenen Film ablaufen.
Es passt zum ganzen Film, der immer wie ein Kommentar auf das wirkt, was er gerade zeigt, ein Film im Film, mit einem Helden, der sich selbst für einen Schauspieler hält und dem bewusst ist, dass er den anderen Figuren einen Westernhelden vorspielt.

Sollte der Film ein Liebesbrief an den Western werden?
Vielleicht. Aber auch als Statement zum Tod des klassischen Helden.

Trotz Ihrer Erfolge sind Sie mit Ihrer Gamesverfilmung "Bioshock" gescheitert.
Das Projekt war dem Studio zu teuer. Die Geschichte spielt in einer Stadt unter Wasser, die man komplett hätte bauen müssen. Weil ich nicht bereit war, den Ton des Games zu ändern und damit garantiert ein R-Rating bekommen hätte, zog Universal den Stecker. Sofern mir also nicht jemand viel Geld in die Hand drückt, ist das Projekt mit mir als Regisseur tot.

 

Filmografie

Rango

Trickfilm / Komödie - Ein Chamäleon fristet ein behütetes Dasein in seinem Terrarium, als er bei einem Beinahe-Unfall seines Besitzers mitten in... Zum Video

2011

Pirates of the Caribbean - Die Pir...

Abenteuer / Fantasy - "Fluch der Karibik": Gemeinsam mit dem Schmied Will Turner verfolgt der abgehalfterte Piratenkapitän Jack Sparrow seine... Zum Video

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Ein Chamäleon fristet ein behütetes Dasein in seinem Terrarium, als er bei einem Beinahe-Unfall seines Besitzers...


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