Gus Van Sant


  • Bürgerlicher Name
    Gus Greene Van Sant Junior
  • Geburtstag
    24.07.1952
  • Geburtsort
    Louisville, Kentucky
 

Seine Geschichten erzählen von Jugendlichen auf der Suche nach ihrer Identität und nach einer Heimat. Er erzählt von Kindheitstraumata und unglücklichen Liebesbeziehungen, und er zeigt sich sozialen Subkulturen und Szenen verbunden. Gus Van Sant, geboren 1952, war Assistent von Roger Corman und debütierte 1985 mit "Mala Noche", der die Liebe zwischen einem schwulen Getränkeverkäufer und einen jungen Mexikaner erzählt. In der unabhängigen Filmszene wurde Van Sant damit ein Star, der mit dem Überraschungserfolg "Drugstore Cowboy" (mit Matt Dillon als Junkie), in dem die Hippie- und Drogenkultur der 1970er die Hauptrolle spielt, seinen Ruf als Independent festigte.
Seinen Durchbruch schaffte er mit "My Own Private Idaho", in dem River Phoenix einen narkoleptischen Stricher spielte, der mit einem Freund (Keanu Reeves) nach Italien reist, um seine Mutter zu finden. Seine Verfilmung des Romans "Even Cowgirls Get the Blues" (mit Uma Thurman) enttäuschte Anhänger, bleibt aber als skurriles Outsider-Porträt zwischen Transvestiten und Cowgirls im Gespräch. Mit der Mediensatire "To Die for", in der Nicole Kidman eine karrieresüchtige TV-Moderatorin spielte, inszenierte Van Sant erstmals eine Großproduktion, und erfüllte die in ihn gesetzten Erwartungen mit "Good Will Hunting", der Story eines Mathematikgenies. In Berlin brachte dieser Film einen "Silbernen Bären" für Matt Damons Drehbuch und Robin Williams erhielt einen "Oscar" als bester Nebendarsteller. Seine Neufassung in Farbe von Alfred Hitchcocks "Psycho" erweist sich als bildgetreues Remake.
Der 2001 entstandene Film "Forrester - Gefunden!" versucht, eine Brücke zwischen Jugend und Alter zu schlagen. Der berühmte und in der Isolation lebende Literat William Forrester (Sean Connery) nimmt sich widerwillig eines jungen Mannes an und findet nach und nach aus seiner Einsamkeit heraus. Kontroverse Reaktionen provozierte der Regisseur mit "Gerry" durch Dialogarmut und Sperrigkeit. 2003 gewann Gus Van Sant die Goldene Palme in Cannes für "Elephant", einer phänomenologisch genauen Schilderung der Vorbereitung und des Ablaufs einer Gewalttat von Schülern, die im Finale ihre Lehrer und Mitschüler brutalst niedermetzeln. Im Mittelpunkt von "Last Days", der 2005 produziert wurde, steht ein Rocksänger (Michael Pitt.) der in einer verfallenen Villa dem Tod entgegen dämmert. Die Geschichte verarbeitet fiktiv die letzten Tage des Nirvana-Sängers Kurt Cobain. 2008 wurde sein neuester Film "Paranoid Park" mit dem Sonderpreis in Cannes ausgezeichnet.
Seit 1984 dreht Van Sant autobiografische Kurzfilme, die ein Tagebuch ergeben sollen. Er inszenierte Musikvideos, malt und ist Texter und Gitarrist der Rock-Band "Destroy all Blondes".

Gus Van Sant

  • Bürgerlicher Name
    Gus Greene Van Sant Junior
  • Geburtstag
    24.07.1952
  • Geburtsort
    Louisville, Kentucky
  • Geburtsland
    USA

Stars und hoffnungsvoller Nachwuchs beim Festival de Cannes

Auf dem Festival de Cannes, das am Mittwoch zum 64. Mal eröffnet wird, lässt sich alljährlich ein interessantes Schauspiel verfolgen. Frauen in schicken Abendroben und Männer in Smokings stehen mit sehnsüchtigen Augen vor dem Festivalpalais, in der Hand ein Pappschild mit der Aufschrift "Ich suche eine Einladung"…

Highlight an der Croisette: Woody Allens "Midnight in Paris", u.a. mit Frankreichs Superstar Marion Cotillard und Owen Wilson (Foto: Concorde) Großansicht

Highlight an der Croisette: Woody Allens "Midnight in Paris", u.a. mit Frankreichs Superstar Marion Cotillard und Owen Wilson (Foto: Concorde)

Sie hoffen, irgendwie in die heiligen Festivalhallen zu kommen. Die Chancen sind nicht groß, werden die Premierenkarten doch nur an einen ausgesuchten Kreis an geladenen Gästen vergeben. Doch die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Darum werfen sich die Cinephilen und Schaulustigen vorsorglich schon mal in Schale, denn ohne festliche Garderobe wird man - mit oder ohne Einladung - nicht eingelassen.

Selbst lässige Typen wie den Hamburger Filmemacher Fatih Akin, der sonst im Kapuzenshirt anzutreffen ist, sieht man hier im Smoking. Berühmt sind die Geschichten von Premierengästen, die sich in letzter Sekunde eine Fliege besorgen mussten - vorsorglich kann man diese inzwischen sogar am Einlass erwerben.

Aber auch außerhalb der Absperrungen des roten Teppich lässt sich an der Croisette zumindest ein Blick erhaschen auf Stars und Sternchen. In diesem Jahr wird einiges an Starpower aufgefahren: Brad Pitt - und Angelina Jolie -, Johnny Depp, Owen Wilson, Jude Law, Uma Thurman, Sean Penn, Jurypräsident Robert De Niro und Woody Allen sind nur einige der klingenden Namen, die erwartet werden.

Europäische Grandezza entfaltet das Festival etwa dank Catherine Deneuve, Ludivine Sagnier, Penélope Cruz, Antonio Banderas - und natürlich Frankreichs First Lady Carla Bruni-Sarkozy. Sie hat einen Gastauftritt im Eröffnungsfilm, Woody Allens "Midnight in Paris", den der New Yorker in der französischen Hauptstadt gedreht hat, mit Owen Wilson, Rachel McAdams und Marion Cotillard. Zur Premiere wird also auch Staatspräsident Nicolas Sarkozy erwartet. Er wiederum wird im Verlauf des Festivals in dem Spielfilm "La Conquête" (Die Eroberung) porträtiert, der seinen Weg an die Macht nachzeichnet. Ein Streit um die Goldene Palme muss das Präsidentenpaar übrigens nicht ausfechten - beide Filme laufen außer Konkurrenz.

Palmenchancen haben in diesem Jahr dagegen viele berühmte Altmeister. Darunter der amerikanische Ausnahmefilmemacher Terrence Malick, der seinen lang erwarteten neuen Film "The Tree of Life" zeigt, eine poetische Geschichte über eine Familie in den Sechziger Jahren - mit Brad Pitt, Jessica Chastain und Sean Penn.

Der Palmengewinner von 2000, Lars von Trier, ist schon zum neunten Mal (!) in Cannes dabei, zuletzt sorgte er mit "Antichrist" für einen Skandal. Jetzt zeigt er "Melancholia", ein Sci-Fi-Drama mit Kirsten Dunst, "24"-Star Kiefer Sutherland und Charlotte Gainsbourg, in dem die Erde mit einem anderen Planeten zusammenzustoßen droht. "Ein wunderschöner Film über den Untergang der Welt" wie der dänische Filmemacher ankündigt.

Ein Wiedersehen gibt es auch mit dem Spanier Pedro Almodóvar, er gewann mit "Alles über meine Mutter" 1999 den Regiepreis und hat einen Großteil seiner Filme in Cannes gezeigt. Dieses Jahr geht er mit "Die Haut in der ich wohne" ins Palmenrennen, in dem Antonio Banderas einen Schönheitschirurgen spielt, der sich an dem Vergewaltiger seiner Tochter rächen will.

Der entspannte Finne Aki Kaurismäki kehrt mit dem französischsprachigen "Le Havre" zurück, in dem er auf gewohnt lakonische Art von einem Schuhputzer (André Wilms) in der titelgebenden französischen Hafenstadt erzählt, der sich um ein Einwandererkind kümmert.

Sean Penn spielt nicht nur im erwähnten "The Tree of Life" mit, sondern auch in "This Must Be The Place" mit, einem Film des italienischen Regisseurs Paolo Sorrentino, der vor drei Jahren mit der Polit-Satire "Il Divo" in Cannes ausgezeichnet wurde. Penn - der hier äußerlich auf den The Cure-Sänger Robert Smith getrimmt ist - spielt einen alternden Popstar, der sich auf die Suche nach dem Nazi-Peiniger macht, der seinen Vater einst quälte.

Italien ist noch mit einem zweiten Film am Start: Nanni Moretti (Goldene Palme 2001 für "Das Zimmer meines Sohnes") spielt in seinem in Italien bereits erfolgreich angelaufenen "Habemus Papam" einen Psychiater in wichtiger Mission: Er soll den angehenden Papst dazu bringen, sein Amt anzutreten - dieser er hat nach der Wahl kalte Füße bekommen.

Zurück an die Croisette kehrt auch eine spannende junge Regisseurin aus Schottland: Lynne Ramsay, die mit "Ratcatcher" oder "Morvern Callar" ungeschminkt von der britischen Jugend erzählte. In der Romanverfilmung "We Need to Talk About Kevin" geht es jetzt um einen Amoklauf an einer Schule. Tilda Swinton spielt die Mutter des jugendlichen Attentäters, die mit Trauer und Schuldbewusstsein kämpft. Die Musik des Films hat Jonny Greenwood von Radiohead beigetragen.

Lynne Ramsay ist eine von nicht weniger als vier Regisseurinnen im Wettbewerb - eine beeindruckende Zahl im männerdominierten Cannes. Im letzten Jahr etwa war etwa kein einziger Film einer Frau im Palmen-Rennen. Diesmal treten neben Ramsey die Japanerin Naomi Kawase, die Französin Maiwenn und die Australierin Julia Leigh an. Letztere hat mit "Sleeping Beauty" einen erotischen Thriller mit Emily Browning ("Sucker Punch") gedreht, dessen Trailer sehr viel versprechend ist.

Neben "Sleeping Beauty" ist mit "Michael" ein zweiter Erstlingsfilm im Rennen. Er kommt von dem Österreicher Markus Schleinzer, der sich bislang als Casting-Direktor einen Namen gemacht hat. Im fürs zeitgenössische Wiener Autorenkino typischen reduzierten Stil erzählt Schleinzer eine Art Natascha-Kampusch-Geschichte: Ein Zehnjähriger lebt unfreiwillig mit einem erwachsenen Mann zusammen.

In diesem Jahr dominiert ganz klar der europäische Autorenfilm im Wettbewerb. Während Lateinamerika gar nicht, und Asien nur schwach vertreten sind, ist auch der US-Film vergleichsweise schwach repräsentiert. Im Actionfilm "Driver" spielt Indie-Darling Ryan Gosling einen Stuntman, der sich nachts als Raubüberfall-Fahrer verdingt. Außer Konkurrenz wird "Pirates of the Caribbean - Fremde Gezeiten" - mit Johnny Depp und Penélope Cruz sowie "Der Biber" von und mit Jodie Foster und Mel Gibson gezeigt.

Erstmals ist ein 3D-Film im Wettbewerb dabei: Der japanische Horrorexperte Takashi Miike stellt "Hara-kiri" vor, ein Remake von Masaki Kobayashis klassischen Samurai-Film aus dem Jahre 1962.

Neben dem offiziellen Wettbewerb bietet das Festival noch drei ebenfalls spannende Nebenreihen, in denen neben Gus Van Sant oder Kim Ki-duk auch der deutsche Filmemacher Andreas Dresen mit "Halt auf freier Strecke" dabei ist. Eins steht schon vor Festivalstart fest: Langeweile wird nicht aufkommen bei dieser thematischen und formalen Vielfalt des 64. Festival de Cannes.

2009
Cinema for Peace
Wertvollster Film des Jahres - Milk
2009
Cinema for Peace
Preis zur Stärkung der UN-Entwicklungsziele - 8
2003
56. Internationale Filmfestspiele in Cannes
Beste Regie - Elephant
 

Filmografie

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William S. Burroughs - A Man Within

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