Hans Zimmer


  • Geburtstag
    12.09.1957
  • Geburtsort
    Frankfurt
 

Deutscher, in den USA lebender und arbeitender Filmmusikkomponist. Hans Zimmer hat nie eine Musikschule besucht und seit seinen Anfängen in den 80er-Jahren bis 2006 über 140 Partituren geschrieben. Einer der erfolgreichsten Hollywood-Filmmusiker, der die "Fluch der Karibik"-Trilogie und "Gladiator" vertonte, orientiert sich Zimmer teils an sinfonischer Musik (wie John Williams), teils lässt er Rockmusik bis hin zu Heavy Metal und Ethno-Rhythmen (seit "Green Card") in seine Arbeiten einfließen. Weil er außerordentlich gefragt ist und teils an mehreren Filmen gleichzeitig arbeitet, lässt Zimmer Teile der Musik in seinem Studio in Los Angeles von Musikern vorschreiben. Sein Vorbild ist Ennio Morricone ("Spiel mir das Lied vom Tod").
Hans Zimmer wurde 1957 in Frankfurt am Main geboren und verließ mit dreizehn Jahren die Heimat. Der Autodidakt hatte den ersten Erfolg mit dem Ohrwurm "Video Killed the Radio Star", der am 1. August 1981 das Programm des Musiksenders MTV eröffnete und den Buggles zum Erfolg verhalf. Er machte sich als Komponist von "Rain Man" einen Namen, für den er erstmals für den Oscar nominiert wurde, und wurde weltbekannt mit der Musik zu Disneys Animationshit "Der König der Löwen", der ihm 1995 den Oscar und den Golden Globe für den Besten Filmsong ("Hakuna Matata") einbrachte. Bis 2006 ist Zimmer elf Mal für den Oscar nominiert worden.
Den Golden Globe erhielt Zimmer für die Musik zu Ridley Scotts Monumental-Epos "Gladiator" (mit Russell Crowe). Mit Scott, für den er Partituren zu "Black Rain", "Thelma & Louise", "Hannibal" und "Tricks" schrieb, verbindet Zimmer eine besondere Zusammenarbeit; Scott fordert Überraschungen, Mut zu Neuland und war bei den Orchesteraufnahmen zu "Gladiator" im Studio, wo er den aus den besten Londoner Orchestern rekrutierten Musikern den Film erklärte ("It was a fantasy orchestra with some of the most amazing players ever...a project that will not happen again.").
Zimmer schrieb Musiken für Ridleys Bruder Tony ("True Romance, "Crimson Tide", "The Fan"), den Animationsfilm "Der Prinz von Ägypten", Komödien wie "Besser geht's nicht" (mit Jack Nicholson), Kriegsdramen wie Terrence Malicks "Der schmale Grat" und John Woos Actionthriller "Operation Broken Arrow" und "Mission: Impossible II".
Hans Zimmer erhielt 2004 einen Stern auf dem berühmten Hollywood Walk of Fame.

Hans Zimmer

  • Geburtstag
    12.09.1957
  • Geburtsort
    Frankfurt
  • Geburtsland
    BRD

Oscars: Colin Firth dankt wie in "The King's Speech", Natalie Portman weint

"Wenn Du nominiert bist und dann Deinen Namen hörst - das fühlt sich an wie ein lautloses impressionistisches Gemälde…"

Von der Academy vierfach gewürdigt: Hauptdarsteller Colin Firth und "The King's Speech" - bei den Damen siegt Natalie Portman für "Black Swan" (Foto: ©A.M.P.A.S) Großansicht

Von der Academy vierfach gewürdigt: Hauptdarsteller Colin Firth und "The King's Speech" - bei den Damen siegt Natalie Portman für "Black Swan" (Foto: ©A.M.P.A.S)

So beschrieb Hollywoods Liebling Tom Hanks zu Beginn den besonderen Reiz einer Oscar-Verleihung. Dieser blumige Vergleich muss auch den großen Sieger Colin Firth verwirrt haben. Denn der Brite rang ganz wie seine stotternde Filmfigur König George in "The King's Speech" mit den richtigen Worten, nachdem er den magischen Satz "And the Oscar goes to… Colin Firth" gehört hatte: "Ich habe so ein komisches Gefühl im Bauch, das sich den Weg zu meinen Füßen bahnen will - aber meinen Freudentanz will ich lieber niemandem zumuten."

Den Rest seiner Dankesrede absolvierte Colin Firth sichtlich um Fassung bemüht im Stotterrhythmus - und dabei war garantiert kein Method Acting im Spiel: Der feinsinnige Brite steckte nicht etwa noch in seiner Rolle fest, er war schlicht vollkommen überwältigt.

Dabei war Colin Firths Sieg ebenso wenig überraschend wie der Preis für Natalie Portmans Glanzleistung in "Black Swan". Als Ballerina, die unter enormem Leistungsdruck die Grenzen ihres Körpers und ihrer Seele überschreitet, beeindruckte sie wie Millionen deutscher Kinozuschauer auch die ehrwürdige Academy - und nahm den Oscar als beste Hauptdarstellerin entgegen.

"Das ist der Wahnsinn!", rief Natalie Portman und kämpfte bei jedem Wort mit den Tränen. Sie dankte brav ihren Eltern sowie Luc Besson für ihre erste Rolle in "Leon - der Profi". Als sie sich schließlich an den Choreographen von "Black Swan", Benjamin Millepied, wandte, verlor Portman endgültig die Fassung: "Du hast mir die wichtigste Rolle meines Lebens gegeben", schluchzte Natalie dem Mann entgegen, von dem sie ein Kind erwartet.

Großer Verlierer des Abends: "True Grit" von den Coen-Brüdern (Foto: Paramount) Großansicht

Großer Verlierer des Abends: "True Grit" von den Coen-Brüdern (Foto: Paramount)

Der größte Verlierer

Tränen dürfte es auch bei den Coen-Brüdern gegeben haben: Ihr Western-Remake "True Grit" war zehn Mal nominiert und ging dennoch vollkommen leer aus. Stattdessen wurde "The King's Speech" mit vier Goldjungs neben "Inception" (ebenfalls vier Preise) der meistausgezeichnete Film des Abends. Dabei heimste das berührende Monarchendrama, das insgesamt zwölf Mal nominiert war, allerdings den wichtigsten Oscar für den besten Film ein. Außerdem gewann Newcomer Tom Hooper gleich auf Anhieb den begehrten Regie-Oscar. Auch fürs Drehbuch gab's einen Academy Award. "Inception" erhielt die Preise eher in den kleineren technischen Kategorien wie Visual Effects, Kamera und Ton.

Auch der hochgehandelte "The Social Network" gewann nur drei von acht möglichen Oscars (adaptiertes Drehbuch, Schnitt und Musik). Dafür überraschte Autor Aaron Sorkin mit einem Plädoyer für Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, der im Film alles andere als gut wegkommt: Ohne ihn wäre keine Revolution in Nordafrika möglich geworden, gab Aaron Sorkin zu bedenken.

Christian Bale erhielt eine Trophäe für die beste Nebenrolle in "The Fighter" (Foto: Senator) Großansicht

Christian Bale erhielt eine Trophäe für die beste Nebenrolle in "The Fighter" (Foto: Senator)

Ärger um das F-Wort

Einer der wenigen Momente schallenden Gelächters in einer ansonsten arg braven Oscar-Nacht war ausgerechnet Christian Bale zu verdanken. Er gewann den Preis für die beste Nebenrolle als Mark Wahlbergs Bruder in "The Fighter" und spielte auf der Bühne mit seinem Image als spaßgebremster Perfektionist: "Ich werde hier keine F**k-Arie ablassen, das kennt ihr ja schon zur Genüge von mir!" Bale hatte sich am Set von "Terminator 4" einen legendären Ausraster geleistet und einen Beleuchter minutenlang wüst beschimpft, weil dieser durchs Bild gelaufen war.

Auch der zweite Nebenrollen-Oscar ging an "The Fighter": Melissa Leo, die zuletzt schon für "Frozen River" nominiert gewesen war, wurde für ihren Part als biestige Mutter der boxenden Brüder Wahlberg und Bale ausgezeichnet. Sie benutzte in ihrer Dankesrede allerdings tatsächlich das böse F-Wort: "Als Kate Winslet hier oben stand, sah das so verf*ckt einfach aus!" In der US-Übertragung, die wegen des Superbowl-Eklats (Janet Jacksons "Nipplegate") um einige Sekunden zeitversetzt über den Äther ging, wurde diese Stelle prompt überpiept.

Bester ausländischer Film: Das Familiendrama "In einer besseren Welt" (Foto: Universum) Großansicht

Bester ausländischer Film: Das Familiendrama "In einer besseren Welt" (Foto: Universum)

Ausnahmsweise kein deutscher Jubel

Den Auslands-Oscar gewann Susanne Bier für Dänemark mit dem Familiendrama "In einer besseren Welt". Ein deutscher Beitrag war in diesem Jahr ausnahmsweise nicht nominiert. Deutsche Oscar-Chancen hatten aber Hans Zimmer für die Musik in "Inception" sowie Jakob Schuh und Max Lang für ihren animierten Kurzfilm "Der Grüffelo" gehabt. Die Preise gewannen jedoch "The Social Network" respektive "The Lost Thing".

Als bester animierter Spielfilm wurde erwartungsgemäß "Toy Story 3" geehrt, der auch als bester Film nominiert gewesen war. Für Ausstattung und Kostüme erhielt Tim Burtons knallbunte Mär "Alice im Wunderland" zwei Oscars, beim Makeup triumphierte - fast zwangsläufig - "Wolfman".

Nicht die Moderatoren sondern Hollywood-Legende Kirk Douglas sorgt für besondere Momente (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Nicht die Moderatoren sondern Hollywood-Legende Kirk Douglas sorgt für besondere Momente (Foto: Kurt Krieger)

Wall Street hinter Gitter und greise Flirt-Attacke

Einiges Aufsehen erregte die Dankesrede von Charles Ferguson, der für seine Finanzkrisen-Doku "Inside Job" einen Oscar erhielt: "Vor drei Jahren wurde eine weltweite Finanzkatastrophe durch massive Betrügereien verursacht. Doch bis heute musste dafür noch kein einziger Finanz-Manager ins Gefängnis. Da läuft etwas völlig falsch!"

Ach ja, außer den Gewinnern waren auch noch zwei Moderatoren im Kodak Theatre von Los Angeles zugange. Allerdings fielen Anne Hathaway und James Franco kaum auf, obwohl Letzterer sogar als Hauptdarsteller in "127 Hours" (der bei sechs Nominierungen komplett leer ausging) selbst eine Oscar-Chance hatte. Wie mau die Gags der beiden waren, zeigte eine Rückblende auf Bob Hopes genial-pointierte Moderationen - die waren sogar in schwarzweiß lebendiger als die des Jahres 2011!

So war der schönste Oscar-Moment der 83. Verleihung auch nicht Anne Hathaway oder James Franco zu verdanken, sondern einer 94-jährigen Hollywood-Legende: Kirk Douglas! Am Stock gehend und mit schleppender, kaum zu verstehender Stimme verlieh er den Preis für die beste Nebendarstellerin. Dabei erwies er sich als galanter Charmeur: "Du siehst toll aus! Wo warst Du nur, als ich noch Filme gedreht habe?", fragte er eine errötende Anne Hathaway.

Antwort: weit weg von einer Oscar-Verleihung - und das wäre wohl besser auch so geblieben…

2001
58. Golden Globe
Beste Originalmusik - Gladiator
1995
52. Golden Globe
Beste Originalmusik - Der König der Löwen
1994
67. Oscar-Verleihung - Academy Awards
Beste Musik - Der König der Löwen
 

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