Ivan Reitman


  • Geburtstag
    27.10.1946
  • Geburtsort
    Komárno
 

"Who You Gonna Call? Ghostbusters!" Der Schlachtruf der New Yorker Geisterjäger ist zugleich Erkennungsmotto des Regisseurs und Erfolgsproduzenten Ivan Reitman, der die Karrieren von Arnold Schwarzenegger, Bill Murray, Dan Aykroyd, John Belushi und Anne Heche teils wesentlich förderte oder im Fall von "Ghostbuster" Bill Murray ins Rollen brachte. Als Regisseur hat sich Reitman auf Komödienstoffe jeder Art spezialisiert, angefangen mit den den Durchbruch bringenden Blödelfilmen der frühen 80er-Jahre: "Babyspeck und Fleischklößchen" und die Militärkomödie "Ich glaub', mich knutscht ein Elch", in der Murray eine Gurkentruppe von Rekruten mit Schweijk-Haltung eine US-Garnison retten lässt. Die 1984 und 1989 entstandenen "Ghostbusters"-Gruselkomödien mit Murray, Aykroyd und "Alien"-Heroine Sigourney Weaver, in denen Geister und gigantische Marshmallow Men Kinder entführen, gehörten zu den einspielträchtigsten Kinokomödien der Filmgeschichte. Der relativ grobe Unfug-Humor der Filme wurde aufgewogen durch stilvolle Arbeiten, so "Rechtsanwälte küsst man nicht", in dem sich Robert Redford und Debra Winger als gegnerische Anwälte bekriegen und lieben und Darryl Hannah aus einem Mordkomplott retten, und "Dave", in dem Kevin Kline in einer Doppelrolle den US-Präsidenten und sein zwangsweises Double, einen Autoverteter spielt, der die Nation durch kluges Handeln rettet und sogar die Gattin des echten Regierungschefs beeindruckt. Drei Filme brachten die komische Natur von Action-Held Arnold Schwarzenegger zum Tragen: In "Twins" ist er als gutmütiger Hüne der Zwillingsbruder von Kleingauner Danny De Vito, in "Kindergarten Cop" lässt er sich von den Kids einer Grundschule einwickeln, und in "Junior" bringt er als Wissenschaftler im Selbstversuch ein Kind zur Welt und verliebt sich in Emma Thompson. Weniger erfolgreich waren die Südseekomödie "Sechs Tage, sieben Nächte", weil die Chemie zwischen Harrison Ford und Anne Heche nicht stimmte, und "Ein Vater zuviel", der das komische Potenzial des französischen Originals (mit Gérard Depardieu) nicht ausreizte. 2001 unterwanderte er die Welle der Weltuntergangsfilme mit "Evolution", in dem ein Meteorit auf die Erde fällt. Gegen die tödlichen Lebewesen, die er mitbringt, tritt eine Gruppe Wissenschaftler, darunter Julianne Moore, an. Als Produzent war Reitman außer bei den eigenen Filmen unter anderem an der Live-Action-Zeichentrick-Komödie "Space Jam", in der Bugs Bunnys Team mit dem Basketball-Star Air Jordan und Murray gegen animierte Aliens antritt, und an den "Beethoven"-Filmen um den gleichnamigen Bernhardiner beteiligt. Reitman wurde 1946 in der Tschechoslowakei geboren, ging mit den Eltern nach Kanada, schloss ein Musikstudium ab, studierte im Sommer-Institut der nationalen Filmstiftung Kanadas und drehte mehrere Kurzfilme, bevor er mit der Verfilmung eines viktorianischen Schundromans 1970 als Spielfilmregisseur debütierte: "Columbus of Sex" brachte ihm eine Geldstrafe von 300 Dollar und ein Jahr Haft auf Bewährung wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses ein. Er ist mit der Schauspielerin und Regisseurin Geneviève Robert verheiratet.
Zu seinen letzten Produktionsarbeiten gehören "Old School - Wir lassen absolut nichts anbrennen", ein Studentenklamauk, der trotz einiger Plattitüden bestens als Komödie funktioniert, und "Eurotrip", eine Teeniekomödie, die die Zuschauer im Zickzack-Kurs durch Europa führt. 2006 in "Die Super-Ex" dekonstruiert Reitman - diesmal wieder als Regisseur - ironisch das Superhelden-Genre, in dem er eine Protagonistin (Uma Thurman) mit Superkräften vorstellt, die statt waghalsiger Abenteuer zu lösen, eigene Beziehungsprobleme fokussiert. Dabei geht sie nicht zimperlich mit ihrer Gegenspielerin um. Wie nicht anders zu erwarten, gelingt es dem Routinier in Sachen Unterhaltung, kurzerhand alles auf den Kopf zu stellen und trotzdem die Heldin am Ende das Böse besiegen zu lassen.

Ivan Reitman

  • Geburtstag
    27.10.1946
  • Geburtsort
    Komárno
  • Geburtsland
    Tschechoslowakei

Bill Murray sagt "Ghostbusters 3" endgültig ab

Der Spuk um eine Teilnahme Bill Murrays an "Ghostbusters 3" hat ein Ende: Dan Aykroyd musste bestätigen, dass der Film nun ohne die Peter Venkman-Rolle gedreht wird.

Entgeisterte "Ghostbusters": Bill Murray kehrt definitiv nicht ins Team zurück (Foto: Warner) Großansicht

Entgeisterte "Ghostbusters": Bill Murray kehrt definitiv nicht ins Team zurück (Foto: Warner)

Für "Ghostbusters 3" ist seit Monaten alles bereit und dennoch herrschte bei dem Projekt gespenstische Stille wegen eines Mannes: Bill Murray, den Studio, Kollegen und Fans unbedingt wieder in seiner Paraderolle als Dr. Peter Venkman sehen wollten, ließ alle zappeln. Nun wird der dritte "Ghostbusters" definitiv ohne ihn gedreht.

Dan Aykroyd, treibende Kraft hinter "Ghostbusters 3", hat alles versucht, seinen alten Kumpel Bill Murray zu überreden. Er bettelte, bot Drehbuchänderungen an, verschob den Drehbeginn ein ums andere Mal. Doch nun musste Aykroyd mitteilen: "An diesem Punkt befindet sich der Film im Kälteschlaf. Das Studio, Regisseur Ivan Reitman und Harold Ramis glauben, dass es eine Möglichkeit geben muss, aber Bill Murray wird den Film nicht machen."

Ex-Geisterjäger im Stress: Sechs Kinder und ein Golfturnier

Was Bill Murray abhält, ein letztes Mal die Protonenpacks umzuschnallen, kann Dan Aykroyd nur vermuten: "Es hat sechs Kinder, besitzt Häuser in ganz Amerika und tritt bei diesen Golfturnieren an, wo man ihm dafür bezahlt, lustig zu sein. Er liebt dieses Leben. Ich weiß, wir hätten eine Menge Spaß bei "Ghostbusters 3" haben können, aber ich kann ihm nicht böse sein. Er ist zuallererst ein Freund und zweitens ein Kollege."

Vor kurzen hatte Dan Aykroyd noch die Möglichkeit genannt, dass Bill Murrays Rolle nachträglich in den Film eingebaut werden könnte, sollte der es sich doch noch anders überlegen. Aber jetzt machte er klar, dass die Venkman-Figur aus dem Drehbuch gestrichen wird. "Es ist eine Tatsache, dass Bill Murray den Film nicht machen wird, auch wenn daran beim Studio immer noch großes Interesse besteht."

"Wie in alten Tagen"

Ivan Reitman ist eine Legende unter den Komödienregisseuren, der in den vergangenen 35 Jahren Klassiker wie "Ghostbusters", "Zwillinge" oder "Dave" geschaffen hat. Mit "Freundschaft Plus", der bereits mehr als 50 Mio. Dollar am US-Boxoffice einspielte, hält er seine erste Liebeskomödie parat.

Ivan Reitman: Mit "Freundschaft Plus" kehrt der Erfolg zurück, sehr zur Freude von Hauptdarsteller Ashton Kutcher (Foto: Paramount) Großansicht

Ivan Reitman: Mit "Freundschaft Plus" kehrt der Erfolg zurück, sehr zur Freude von Hauptdarsteller Ashton Kutcher (Foto: Paramount)

"Freundschaft Plus" ist Ihre erste Regiearbeit seit fünf Jahren. Warum machen Sie sich so rar?
IVAN REITMAN: Zunächst muss ich sagen, dass ich natürlich nicht untätig war in all der Zeit. Meine Hauptaufmerksamkeit galt der Produktionsfirma, die ich gemeinsam mit Tom Pollock betreibe, The Montecito Company. Aber ich gestehe auch, dass ich mich als Regisseur etwas ausgebrannt gefühlt habe. "Evolution" und "Die Super-Ex" waren nicht meine besten Arbeiten, und ich wollte nicht weiter in dieser Richtung arbeiten.

Dafür haben Sie nun die erste romantische Komödie Ihres Lebens gedreht.
Stimmt. Ich vergleiche "Freundschaft Plus" gern mit "Harry und Sally". Damals ging es darum, ob es Männern und Frauen überhaupt möglich ist, noch miteinander befreundet zu sein, wenn die Liebe ins Spiel kommt. Wir drehen die Schraube weiter: Bei uns geht es darum, ob es möglich ist, die Gefühle aus dem Spiel zu halten, wenn man Sex miteinander hat. Ich bin sehr stolz auf den Film. Schon beim Dreh hatte ich das Gefühl, dass es gut läuft. Es war ein bisschen wie in alten Tagen, als wir "Meatballs" und "Ich glaub, mich knutscht ein Elch" gedreht haben.

Aber es geht um ein Thema, das Sie - wie ich hoffe - nur als Beobachter kennen?
Danke der Nachfrage. Ich bin seit vielen Jahren glücklich verheiratet. Aber ich habe immer gesagt, dass die wichtigste Qualität für einen Komödienregisseur ein gutes Auge ist. Ich bin ein guter Beobachter. Und diese gesellschaftliche Entwicklung, dass man zu Zeiten sozialer Netzwerke und dauernder Vernetzung versucht, seine sexuellen Kontakte ohne große Gefühlskomplikationen abzuwickeln, ist mir vor ein paar Jahren verstärkt aufgefallen. Ich dachte, dass es eine gute Prämisse für eine moderne romantische Komödie wäre, die einen Nerv treffen könnte. Vor etwa dreieinhalb Jahren fing ich mit der Autorin Elizabeth Meriwether an, die Geschichte zu entwickeln.

Ein Glücksgriff.
Oh ja, sie schreibt wunderbar. Ihre Dialoge haben einen ganz eigenen Stil. Sie sind frech, manchmal derb, aber immer auf den Punkt und vor allem witzig. Das Gelingen von "Freundschaft Plus" ist zunächst einmal ihrer Arbeit zu verdanken. Wir haben auch immer versucht, ihrer Vorlage gerecht zu werden. Entsprechend haben wir den Film ein bisschen gegen den Strich besetzt, mit Ashton Kutcher und Natalie Portman, aber eben auch Typen wie Greta Gerwig, Olivia Thirlby oder Ludacris in den Nebenrollen.

Sie sind seit vier Jahrzehnten im Filmgeschäft. Hat sich die Branche zum Guten oder Schlechten entwickelt?
Ich kann mit Gewissheit sagen, dass sie sich grundlegend gewandelt hat. Ich habe im Lauf der Jahre den Aufstieg und den Fall des unabhängigen Kinos miterlebt. Und natürlich sind die Spontaneität und Möglichkeit zur Kreativität ein wenig auf der Strecke geblieben. Meine frühen Komödien könnte man heute nicht mehr so drehen. Das ist schade. Aber als Produzent muss ich sagen, dass die heutige Nüchternheit und die Konzentration auf Zahlen auch ihr Gutes hat.

Sie sind willens, 22 Jahre nach dem letzten Film einen dritten Teil von "Ghostbusters" zu drehen. Warum?
Es ist eine gute Marke. Nichts ist wertvoller im heutigen Klima, als mit starken Marken zu arbeiten. Und ich finde auch, dass die Geschichte noch nicht auserzählt ist. Da steckt noch viel Leben drin. Allerdings müssen wir erst Bill Murray überzeugen. Wenn er nicht mitmacht, wird es keinen "Ghostbusters III" geben.

 

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