Jacques Audiard


  • Geburtstag
    30.04.1952
  • Geburtsort
    Paris
 

Regisseur und Drehbuchautor. Jacques Audiard gilt als Meister des französischen Thrillers und möglicher Nachfolger von Jean-Pierre Melville (1917 - 1973) und Henri-Georges Clouzot (1907 - 1977), obwohl er Genrezuordnungen ablehnt, weil seine stets in realistisch düsteren Settings und Situationen spielenden Langfilme um Themen wie Identität, Familiengeheimnisse, Rache und Betrug kreisen. Audiard ist berühmt für seine intelligenten, präzisen und pointierten Dialoge, die nicht so weitschweifig sind wie im nationalen Kino üblich. Von der Kritik früh gefeiert, mehrfach ausgezeichnet, gelang ihm mit "Der wilde Schlag meines Herzens" 2005 der internationale Durchbruch.
Jacques Audiard wurde 1952 in Paris als Sohn des renommierten Romanciers, Drehbuchautors und Regisseurs Michel Audiard (1920 - 1985; "Lautlos wie die Nacht") geboren, wollte zunächst nicht in dessen Fußstapfen treten, begann ein Studium der Literatur und Philosophie an der Pariser Sorbonne und lernte in den Semesterferien einen Cutter kennen, der ihn zum Film brachte. Er begann als Assistent von Cuttern (Roman Polanskis "Der Mieter") und trat zu Beginn der 80er Jahre als Drehbuchautor in Erscheinung, verfasste mit seinem Vater das Buch zum Meilenstein "Das Auge" (Regie Claude Miller, mit Isabelle Adjani) und eigene Drehbücher für Edouard Niermans, Josiane Balasko, Michel Blanc, Elisabeth Rappeneaus Radio-Thriller "Frequenz: Mord" (mit Catherine Deneuve als Moderatorin in Lebensgefahr) und Tonie Marshalls Komödie "Schöne Venus" (mit Nathalie Baye und Audrey Tautou).
In Jacques Audiards erstem Spielfilm "Wenn Männer fallen" (1994) klärt ein Handelsvertreter (Jean Yanne) den Mord an seinem Freund, einem Polizisten (Jean-Louis Trintignant). In "Das Leben: eine Lüge" (1996) entdeckt ein junger Mann am Ende des Zweiten Weltkriegs, dass sein Vater kein Held war und die Mutter mit Deutschen kollaborierte. Im Thriller "Sur mes lèvres" (2001) spielt Vincent Cassel einen Dieb, der mit einer tauben Sekretärin (Emmanuelle Devos) eine Liaison eingeht: Sie nutzt ihn, um sich an Kollegen zu rächen, er sie, um kriminelle Kollegen mit einem Coup zu betrügen. "Der wilde Schlag meines Herzens" (2005; Teil-Remake von James Tobacks "Fingers - zärtlich und brutal", mit Harvey Keitel) wurde Audiards größter Erfolg und zog eine Million französischer Kinobesucher an. Ein junger Immobilienhai (Romain Duris) muss sich gegen seinen Vater für eine Karriere als Konzertpianist entscheiden.
Audiard inszenierte mehrere Musikvideos, u.a. für die Rockband Noir Désir "Comme elle vient", der einen kleinen Skandal hervorruf, weil zu Beginn drei Frauen diskutieren, dass es besser sei taub zu sein als Politikern zuzuhören. Als Schauspieler war Audiard in Nebenrollen u.a. im Horrorfilm "Baby blood" und im TV-Film ""Wer kriegt denn hier ein Baby?" zu sehen.
Jacques Audiard wurde für "Wenn Männer fallen" mit dem César für das Beste Erstlingwerk, für "Sur mes lévres" für das Beste Drehbuch und für "Der wilde Schlag meines Herzens" für Film, Regie und adaptiertes Drehbuch ausgezeichnet. Er erhielt den BAFTA Award als Bester nicht-englischsprachiger Film für "Der wilde Schlag...". In Cannes gewann Audiard 1996 den Preis für das Beste Drehbuch für "Das Leben: eine Lüge".

Jacques Audiard

  • Geburtstag
    30.04.1952
  • Geburtsort
    Paris
  • Geburtsland
    Frankreich

Treffen der Klassenbesten in Cannes

Die Spekulationen haben sich bestätigt. Das Line-up für das 62. Festival de Cannes liest sich wie ein Klassentreffen der Cannes-Lieblinge. Einen deutschen Regisseur sucht man zwar vergeblich, dafür ist "Das weiße Band" vom Österreicher Michael Haneke dabei. Und um die französischen Titel wurde bis zur letzten Minute noch heftig gerungen.

Der Animationsfilm "Oben" weist den Weg für das Festival (Foto: Walt Disney) Großansicht

Der Animationsfilm "Oben" weist den Weg für das Festival (Foto: Walt Disney)

Unter den für den Wettbewerb ausgewählten Filmemachern haben neun in der Vergangenheit bereits wichtige Preise in Cannes gewonnen. 15 haben wenigstens einmal am Wettbewerb teilgenommen; ein weiterer war wenigstens schon einmal bei einem A-Festival im Wettbewerb vertreten. Es ist kein Regiedebütant im Wettbewerb zu finden.

Und auch einen deutschen Regisseur sucht man in diesem Jahr vergeblich, obwohl zu einem früheren Zeitpunkt einmal Fatih Akin ins Spiel gebracht worden war - doch sein neuestes Werk "Soul Kitchen" ist offenbar nicht rechtzeitig fertig geworden. Dafür ist "Das weiße Band" vom Österreicher Michael Haneke mit von der Partie.

Mit "Drag me to Hell" kehrt Sam Raimi zu seinen Wurzeln als Horror-Meister zurück (Foto: Universal) Großansicht

Mit "Drag me to Hell" kehrt Sam Raimi zu seinen Wurzeln als Horror-Meister zurück (Foto: Universal)

Der Eröffnungsfilm geht nach "Oben"

Um die französischen Titel soll bis zur letzten Minute noch heftig gerungen worden sein, wie man hört. Mit vier Filmen ist das Gastgeberland erneut stark im Wettbewerb vertreten. So wurde Alain Resnais mit "Les herbes folles" eingeladen. Jacques Audiard reist mit "Un prophète" an. Gaspar Noé kehrt mit "Enter the Void" an die Croisette zurück und Xavier Giannoli zeigt "À l'origine" mit Gérard Depardieu. Abschlussfilm (außer Konkurrenz) ist Jan Kounens "Coco Chanel & Igor Stravinsky".

Die USA stellen neben dem Eröffnungsfilm, "Oben" von Peter Docter und Bob Peterson noch zwei Filme: Quentin Tarantinos "Inglourious Basterds" - eine deutsche Koproduktion - und Ang Lees "Taking Woodstock". Außer Konkurrenz wird außerdem Sam Raimis "Drag Me to Hell" gezeigt.

 

2010
35. César-Verleihung
Beste Regie - Ein Prophet
2010
35. César-Verleihung
Bestes Originaldrehbuch - Ein Prophet
2006
31. César-Verleihung
Beste Regie - Der wilde Schlag meines Herzens
2006
31. César-Verleihung
Beste Drehbuchadaption - Der wilde Schlag meines Herzens
2002
27. César-Verleihung
Bestes Drehbuch - Lippenbekenntnisse
1996
49. Internationale Filmfestspiele in Cannes
Bestes Drehbuch - Un héros très discret
1995
20. César-Verleihung
Bestes Erstlingswerk - Regarde les hommes tomber
 

Filmografie

Ein Prophet

Drama / Kriminalfilm - Malik El Djebena ist 18 Jahre alt und Analphabet, als er zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt wird. Im Gefängnis ist er... Zum Video

2009

Der wilde Schlag meines Herzens

Drama / Thriller - Für seinen Vater, einen kriminellen Immobilienspekulanten, treibt der 28-jährige Tom (Romain Duris) Schulden ein, zur Not... Zum Video

2005

Tödliche Bekenntnisse

Thriller - Sekretärin Carla ist überaus fleißig, aber auch hörgeschädigt und wird deshalb bei der Arbeit häufig übergangen. Eine Wende in ihrem... Zum Video

2001

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Tödliche Bekenntnisse

Sekretärin Carla ist überaus fleißig, aber auch hörgeschädigt und wird...


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