Jamie Bell


  • Bürgerlicher Name
    Jamie Bell
  • Geburtstag
    14.03.1986
  • Geburtsort
    Billingham, England

Jamie Bell


  • Bürgerlicher Name
    Jamie Bell
  • Geburtstag
    14.03.1986
  • Geburtsort
    Billingham, England
 

Jamie Bell

  • Bürgerlicher Name
    Jamie Bell
  • Geburtstag
    14.03.1986
  • Geburtsort
    Billingham, England
  • Geburtsland
    Großbritannien
  • Familie
    Mutter: Eileen (Tänzerin)
    Vater: John (verließ die Familie kurz nach Jamies Geburt)

    Schwester: Cathryn (Tänzerin)

    Freundin: Solo nach einjähriger Beziehung mit Evan Rachel Wood (Schauspielerin)
  • Autogrammadresse
    c/o Tiger Aspect Prod.
    5 Soho Square
    London, W1V 5DE
    UK
  • Links
    http://jamie-bell.com (Fan-Seite)

So drehten Steven Spielberg und Peter Jackson "Tim und Struppi"

Zwei der erfolgreichsten Regisseure aller Zeiten verfilmen einen der größten Kultcomics der Welt. Doch die Adaption von "Tim und Struppi" war für Regisseur Steven Spielberg und Produzent Peter Jackson ein enorm kompliziertes Unterfangen, das 28 Jahre in Anspruch nahm und von Spielberg eine große Umstellung verlangte.

Die nächste Generation des Abenteuerfilms: "Tim und Struppi" (Foto: Sony) Großansicht

Die nächste Generation des Abenteuerfilms: "Tim und Struppi" (Foto: Sony)

Streng genommen drehte Steven Spielberg seinen ersten "Tim und Struppi"-Film vor 30 Jahren. Das begriff er selbst erst, als er auf eine französische Rezension zu "Jäger des verlorenen Schatzes" stieß. Zwar konnte er sie nicht verstehen, doch darin tauchte immer wieder ein Wort auf: "Tintin" - der Originaltitel von "Tim und Struppi". Er ließ sich die Kritik übersetzen und fand heraus, dass sie seinen Film durchaus positiv mit einem der Kultcomics schlechthin verglich: Über 200 Mio. Mal verkauften sich die 24 Bände, in denen der Belgier Hergé die fantastischen Abenteuer eines jugendlichen Reporters und seines weißen Foxterriers entspann - zum ersten Mal im Jahr 1929. So besorgte sich der Regisseur die ersten Bücher und musste nach der Lektüre dem "Indiana Jones"-Rezensenten zustimmen.

Aber seine Reaktion ging noch weit darüber hinaus: "Die Illustrationen allein vermittelten so viel von Plot und Charakterentwicklung, dass ich die Bücher verstand, ohne ein Wort Französisch zu können. Mir war sofort klar, dass ich daraus einen Film machen musste. Meine Produzentin Kathleen Kennedy schlug vor, dass ich mit Hergé Kontakt aufnehmen sollte." Zum Glück schätzte der Zeichner "Jäger des verlorenen Schatzes" sehr. "Er meinte, ich sei der einzig passende Kandidat für die Kinoversion. Ich hatte noch die Ehre, mit ihm zu telefonieren, bevor er wenige Wochen später starb."

Auf den Enthusiasmus folgte indes Ernüchterung. Spielberg versuchte die Bücher als Realfilm zu adaptieren, doch keine der Drehbuchfassungen fand seine Zustimmung, und er gab die Rechte wieder zurück. Es sollte bis 2003 dauern, bis er eine "Erleuchtung" hatte, wie man die Bücher adaptieren musste. Effektiv lief es auf eine Kombination der Bände "Das Geheimnis der Einhorn" und "Der Schatz Rackhams des Roten" hinaus, die man mit Elementen aus "Die Krabbe mit den goldenen Scheren" ergänzte. Das sind nicht die spektakulärsten aller "Tim und Struppi"-Abenteuer, aber laut Produzentin Kathleen Kennedy war es das Ziel, mit diesem Film zunächst einmal die Charaktere einzuführen, darunter den unwahrscheinlichen Schicksalsgefährten des Reporters Tim, den exzentrischen Kapitän Haddock.

Der einzig passende Kandidat für eine Verfilmung

Zum Glück waren Hergés Nachlassverwalter selbst nach all den Jahren Spielberg weiterhin gewogen und überließen ihm erneut die Rechte. Bei seinem neuen Anlauf plante Spielberg zunächst wieder einen Realfilm, nur die Figur Struppis wollte er digital animieren lassen. 2004 gab er dafür Testaufnahmen in Auftrag. Allerdings war es auch sein Ziel, dem Zeichenstil der Comics gerecht zu werden. "Das hätte bedeutet, dass die Schauspieler Spezial-Make-up hätten tragen müssen, und die Sets hätten an Studiobauten des alten Hollywood erinnert - mitsamt unnatürlicher Farben. So etwas wäre nicht nur überaus teuer geworden, sondern auch für das Publikum nur schwer zu akzeptieren gewesen."

Doch die digitalen Testaufnahmen hatten ihm einen neuen Verbündeten beschert. Sie wurden von Peter Jacksons Effektfirma Weta Digital angefertigt. Der "Herr der Ringe"-Macher war schon in seiner Jugend ein ausgesprochener "Tim und Struppi"-Fan: "Als ich in den Achtzigern hörte, dass Steven die Comics verfilmen wollte, war ich extrem neugierig. Und dann wartete ich und wartete."

Als ihn Spielberg, ohne diesen Hintergrund zu kennen, kontaktierte, schickte er ihm ein unmissverständliches Signal. In den Testaufnahmen trat er verkleidet als Kapitän Haddock auf: "Da begann ich zu ahnen, dass dieses Projekt bei Peter auf fruchtbaren Boden gefallen war", so Spielberg. "Ich fragte ihn, ob er mit mir gemeinsam an den Filmen arbeiten wollte." So übernahm Jackson die Produzentenrolle und ergatterte gleichzeitig den Regiesessel für den zweiten geplanten Film. "Es wurde eine richtige Bruderschaft daraus", so Spielberg. "Ich habe noch nie zuvor so eng mit einem Filmemacher zusammengearbeitet - höchstens abgesehen von George Lucas."

Technisch-ästhetisch war der Plan, den gesamten Film im Motion-Capture-Verfahren herzustellen, bei dem aus menschlichen Darstellern digitale Kreaturen wurden - wie seinerzeit bei Gollum in "Der Herr der Ringe", für den Weta Digital Pionierarbeit geleistet hatte.

Diese Figur war auch deshalb so überzeugend, weil man sich bei Weta ganz besonders auf die realistische Animation von Augen fokussierte. "Sie sind der Schlüssel zu den Emotionen", so Jackson. Den nächsten Quantensprung bei der Performance-Capture-Animation markierte "Avatar - Aufbruch nach Pandora", den ebenfalls Weta Digital animierte. Die Künstler, die an Camerons virtuellen Kreaturen gearbeitet hatten, wechselten sofort darauf zu "Tim und Struppi". So zeigt der Film als eine der ersten Produktionen überhaupt realistische - wenn auch stilisierte - Menschen.

Für Steven Spielberg, der bislang strikt auf Zelluloid gedreht hatte, bedeutete das digitale Filmemachen eine gewisse Umstellung: "Ich vermisste es, dass niemand mehr die Filmmagazine austauschen musste. Ich mochte auch den fotochemischen Geruch, den die traditionellen Kameras verströmten. Aber das war reine Nostalgie. Ich fand das digitale Drehen sehr befreiend. Einer der großen Vorteile war es, dass ich in unmittelbarer Nähe der Schauspieler stehen und ihnen Anweisungen geben konnte. Das schafft größere Intimität. Bis jetzt war ich immer in 25 Meter Entfernung gesessen."

Ebenso unproblematisch war es für ihn, mit virtuellen Kameras zu drehen, mit denen er die Performance-Capture-Darstellungen von Schauspielern wie Jamie Bell als Tim und Andy Serkis als Kapitän Haddock einfing. Schon im Vorfeld wurden die Kameras an die Bedürfnisse der Filmemacher angepasst, wie Peter Jackson erklärt: "In den alten Tagen musste man die Kamerabewegungen einprogrammieren, und die gingen nur in drei Richtungen. Daran waren weder Steven noch ich interessiert. Bei 'Tim und Struppi' hatten wir Verhältnisse fast wie beim Realfilm. Steven hatte die virtuelle Kamera mit einem kleinen Bildschirm, auf dem er die Bewegungen der Schauspieler in Realzeit sehen konnte. Diese wurden gleich in virtuelle Szenarien eingefügt, die wir in der Prävisualisation konzipiert hatten - einen marokkanischen Marktplatz, eine Straße in Belgien, den Innenraum eines Schiffs."

Drehverhältnisse fast wie bei einem Realfilm

Während der technischen Entwicklungsphase wurde das Drehbuch weiter verfeinert, das Steven Moffat - auf Jacksons Vorschlag - übernommen hatte. Als dieser wegen seiner Verpflichtungen für die TV-Serie "Doctor Who" keine Zeit mehr hatte, kamen Edgar Wright und Joe Cornish an Bord. Spielberg selbst genoss die Freiheiten seiner neuen technischen Spielzeuge: "Ich war mein eigener Kameramann, legte sogar die Beleuchtung fest. Mit einem Daumen konnte ich die Kamera nach oben und unten bewegen, und mit dem anderen konnte ich Fahrten machen - ohne mich vom Fleck zu bewegen. Es war ein wenig, als würde ich ein Flugzeug steuern." Nach den Aufnahmen brauchte er allerdings Geduld. Denn die Animation war zeitaufwendig - fünf Stunden pro Einzelbild. Immerhin konnte er die Pausen nutzen, um zwischendrin "Gefährten" zu drehen.

"Die Abenteuer von Tim und Struppi" setzt auch die technischen Errungenschaften des 3D-Kinos ein. Spielberg hat "nach wie vor starke Gefühle" für das Medium, auch wenn es aus seiner Sicht nicht für jeden Film geeignet ist. Er macht einen Vorschlag, den Verleiher und Kinobetreiber nicht unbedingt gern hören: "Man sollte für 3D-Filme keinen Zuschlag verlangen - außer in Imax-Kinos." Peter Jackson pflichtet ihm bei: "Die ganze Kritik an 3D kommt ja davon, dass die Leute kein Extrageld für einen schlechten Film zahlen wollen, nur weil er in 3D gezeigt wird. Sie erwarten zu Recht etwas Besonderes."

Positionierung als völlig neue Kinoerfahrung

Laut Spielberg war der mangelnde Bekanntheitsgrad des Stoffs in den USA nie ein Problem: "Jedes Jahr kommen viele Produktionen heraus, die nicht auf populären Stoffen beruhen. Nehmen Sie die Animationsfilme von Pixar oder DreamWorks. In den USA und anderen Ländern werden wir 'Tim und Struppi' als neues Genre, als neuartige Kinoerfahrung positionieren."

Trotzdem scheinen sich die Filmemacher ihrer Sache nicht absolut sicher. Während immer wieder Geschichten über die von Jackson zu inszenierende Fortsetzung zirkulieren, die auf "Die sieben Kristallkugeln" und "Der Sonnentempel" beruhen soll, sind die Statements des Duos weniger definitiv: "Es gibt auf jeden Fall konkrete Pläne - aber die hängen natürlich auch vom Erfolg des ersten Films ab", so Jackson. "Aber ich hoffe sehr, dass es dazu kommt."

Eigentlich hatte Jackson gehofft, etwas von Spielberg beim Dreh dazuzulernen. Aber diese Erwartung wurde enttäuscht: "Ich dachte, er hätte so eine Art System oder Prozess. Aber als ich dann den ersten Tag bei den Performance-Capture-Aufnahmen erlebte, sah ich: Dieser Mann kommt mit einer Einstellung ans Set, als würde er zum ersten Mal einen Film drehen." Sein älterer Kollege bestätigt: "Jede neue Geschichte ist wie dein erstes Mal. Man ist voller Unsicherheit und Zweifel. Darin geht es uns allen Regisseuren so, ob irisch oder jüdisch, neuseeländisch oder chinesisch, wir alle sind am ersten Drehtag wie Brüder und Schwestern."

2001
54. British Academy Awards
Bester Hauptdarsteller - Billy Elliot - I Will Dance
 

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