Jean Rochefort


  • Geburtstag
    29.04.1930
  • Geburtsort
    Dinan

Jean Rochefort


  • Geburtstag
    29.04.1930
  • Geburtsort
    Dinan
 

Er gehört zu den Schauspielerlegenden Frankreichs: Im Lauf seiner fünf Jahrzehnte umspannenden Karriere war Jean Rochefort (Markenzeichen: Schnurrbart) in den unterschiedlichsten Rollen zu sehen, in Komödien als Geheimdienstchef ("Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh" und Fortsetzungen) ebenso wie als Opfer einer Midlife-Crisis ("Ein Elefant irrt sich gewaltig"), als Polizeibeamter in düstereren Filmen ("Der Uhrmacher von St. Paul", "Zwei Profis steigen aus") ebenso wie in Historienfilmen ("Wenn das Fest beginnt", "Ridicule") und auch als "Mann der Friseuse", dessen Verlangen nach einem ausschließlich auf ihre Beziehung ausgerichteten Leben seine Gattin schließlich in den Selbstmord treibt. Mit "L'homme du train" erweiterte Rochefort sein Rollenspektrum um die Figur eines pensionierten Kleinstadtlehrers, der durch die Bekanntschaft mit einem Kriminellen erkennt, dass er vielleicht doch lieber ein anderes Leben gelebt hätte.
Rochefort wurde 1930 in Dinan geboren und studierte an den Konservatorien von Nantes und Paris (an letzterem gemeinsam mit Jean-Paul Belmondo). Es folgten erste Bühnenauftritte sowie ein mehrjähriges Engagement mit der kabarettistischen Theatergruppe "Grenier-Hussenot". Ende der 50er Jahre landete Rochefort beim Film und machte dort erstmals in einer Nebenrolle in Bernard Broderies "Angelique"-Reihe auf sich aufmerksam. International bekannt wurde Rochefort durch Yves Roberts "Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh", der Start einer Reihe von Filmen, für die Robert auf Rochefort zurückgriff.
Darüber hinaus arbeitete Rochefort z.T. wiederholt mit Regisseuren wie Philippe de Broca, Bertrand Tavernier (für seine Rolle in dessen Debüt "Wenn das Fest beginnt" erhielt Rochefort den César als bester Nebendarsteller), Claude Chabrol, Luis Bunuel, Bertrand Blier, Robert Altman und nicht zuletzt Patrice Leconte.
Nach Filmen wie "Ridicule" und "Der Mann der Friseuse" markiert "L'homme du train" bereits die siebte Zusammenarbeit von Leconte und Rochefort. Für Leconte bestand der besondere Reiz darin, für den Film zwei so unterschiedliche Schauspieler wie Rochefort und Frankreichs Pop-Ikone Johnny Hallyday zusammen zu bringen und den Kontrast zwischen beiden, gefolgt von allmählicher Annäherung, auch in ihren Figuren widerzuspiegeln. Rochefort wurde für die Rolle des Manesquier, dessen Leben von geregelten Routinen bestimmt und erst durch den Kontakt mit Hallydays Bankräuber in Frage gestellt wird, bei den Filmfestspielen in Venedig 2002 mit dem Publikumspreis ausgezeichnet.
Die Möglichkeit, sein Repertoire an Charakterrollen durch den legendären "Ritter von der traurigen Gestalt" zu krönen, blieb Rochefort bislang verwehrt: U.a. wegen seiner eigenen Krankheit mussten die Dreharbeiten zu Terry Gilliams Film "The Man Who Killed Don Quixote" abgebrochen werden. Über dieses gescheiterte Projekt entstand der Dokumentarfilm "Lost in La Mancha", in dem auch Rochefort zu Wort kommt.

Jean Rochefort

  • Geburtstag
    29.04.1930
  • Geburtsort
    Dinan
  • Geburtsland
    Frankreich

Johnny Depp doch in "Don Quixote"

Vielleicht bringt der zweite Anlauf der erstmals vor zehn Jahren gescheiterten Vision von Terry Gilliam den erhofften Erfolg. Die Besetzung scheint jedenfalls zu stimmen: Johnny Depp ist dabei!

Johnny Depp kehrt mit Terry Gilliam nach La Mancha zurück (Foto: Concorde) Großansicht

Johnny Depp kehrt mit Terry Gilliam nach La Mancha zurück (Foto: Concorde)

Cineastisch gesehen ist Regisseur Terry Gilliam ein Besessener. Ein zwanghaftes Kreativ-Genie, das sich - einmal einem Projekt verschrieben - nie mehr davon lösen kann, bis es punktgenau nach seiner Vorstellung realisiert wurde. "Brazil", "König der Fischer", "12 Monkeys" und aktuell "Das Kabinett des Dr. Parnassus" - alle seine großen Werke entstanden auf diese getriebene Weise.

Doch eines entstand eben nicht: "The Man Who Killed Don Quixote" - ein Film, der seit über einem Jahrzehnt der Realisierung harrt. Und der im Jahr 2000 zu Gilliams persönlichen Waterloo werden sollte: Absurde Wetterverhältnisse, Dauerstörungen durch Kampfjets und Geldmangel machten den ersten Anlauf im Jahr 2000 zu einem Desaster, die Erkrankung von Hauptdarsteller Jean Rochefort versetzte dem Projekt den Todesstoß.

Terry Gilliam kämpft weiter

Doch noch immer hält Terry Gilliam an seinem Traum fest, will den Abenteuern des Ritters von der traurigen Gestalt einen zeitgemäßen Anstrich verpassen. Und langsam scheint es, als könnten die Visionen des Ex-Monty-Python doch noch Formen annehmen.

So verriet Gilliam jetzt einem Magazin, dass Johnny Depp wieder im Boot sei. Der hätte bereits im gescheiterten ersten Anlauf den Begleiter des Mannes von La Mancha verkörpern sollen, musste aber bei der Planung zu "Don Quixote Reloaded" aus Zeitmangel absagen. Jetzt scheint er Meinung wie Terminpläne geändert zu haben und wird wohl doch noch als Zeitreisender aus dem 21. Jahrhundert Robert Duvall als glanzlosen Ritter auf seiner Quest unterstützen. So die Götter des Filmemachens Gilliam dieses Mal wohlgesinnt sind - und sein Lebenswerk nicht wiederum zum Kampf gegen Windmühlen werden lassen.

1978
3. César-Verleihung
Bester Darsteller - Le crabe tambour
1976
1. César-Verleihung
Bester Nebendarsteller - Wenn das Fest beginnt
 

Filmografie

kino.de

Agathe Cléry

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