Juliane Köhler


  • Geburtstag
    06.08.1965
  • Geburtsort
    Göttingen

Juliane Köhler


  • Geburtstag
    06.08.1965
  • Geburtsort
    Göttingen
 

Deutsche Schauspielerin. Sie arbeitet gern mit Regisseurinnen, weil die sie verstehen, und die Frauen, so sie den Stoff in- und auswendig kennen, sie. Juliane Köhler hat feste Vorstellungen vom Beruf, ist gestandene Theaterschauspielerin, sich für Nebenrollen in TV-Filmen nicht zu schade, Trägerin der drei wichtigen deutschen Filmpreise, war 2003 beim Oscar-Sieg von "Nirgendwo in Afrika" dabei, strebt nicht nach Hollywood und hat als Eva Braun in Oliver Hirschbiegels "Der Untergang" (2004) Hitlers Lebensgefährtin unbelastet als Frau mit Lebenshunger gespielt. Ihre bekannteste Rolle ist die der Mutterkreuzträgerin und Hausfrau Lilly Wust, die sich in Max Färberböcks "Aimée & Jaguar" in Jüdin Felice (Maria Schrader) verliebt, was ihr und Schrader 1999 den Silbernen Bären, den Deutschen Filmpreis und den Bayerischen Filmpreis einbrachte. 2008 spielte sie in "Effi" unter Hermine Huntgeburth die Mutter von Effi Briest (Julia Jentsch), die in der Fassbinder-Version 1974 von Irm Hermann verkörpert wurde.
Juliane Köhler wurde 1965 als Tochter eines Marionettenschauspielerpaares in Göttingen geboren, besuchte die Waldorf-Schule, studierte in München im Schauspielstudio Gmelin und 1985-88 in Uta Hagens Schauspielschule in New York. 1988 wurde sie am Niedersächsischen Staatstheater in Hannover engagiert, avancierte am Residenztheater in München zum gefeierten Bühnenstar ("Hedda Gabler", "Das kunstseidene Mädchen", "Fräulein Else", "Woyzeck") und wurde 1995 vom Bayerischen Kultusministerium als Beste Nachwuchsschauspielerin ausgezeichnet. Köhler trat am Frankfurter Schauspielhaus auf, an den Münchner Kammerspielen und ist seit 2001 festes Mitglied des Bayerischen Staatsschauspiels.
Juliane Köhlers Filmkarriere begann mit dem Rauswurf am Residenztheater, weil Intendant Eberhard Witt ihr für "Aimée & Jaguar" keine zusätzlichen Drehtage zugestand. Dem Triumph folgten Erfolge mit der Erich-Kästner-Verfilmung "Pünktchen und Anton" (Mutter von Pünktchen) und "Nirgendwo in Afrika" (Oscar als Bester Ausländischer Film), wo sie 1938 mit ihrer jüdischen Familie nach Kenia flieht. Beide Filme wurden von Caroline Link inszeniert.
Juliane Köhler spielt häufig überforderte Mütter als Personen im Grenzbereich, "schwierige Rollen mit einem Geheimnis, an das ich mich heran arbeiten muss. So in ihrer Rolle in Anne Wilds "Mein erstes Wunder" (2001)oder in Stephan Wagners "In Sachen Kaminski" (2005), wo sie um das Sorgerecht für ihre Tochter kämpft, in Alain Gsponers "Das wahre Leben" (2006, mit Katja Riemann), und in der fast stummen Rolle der Haft entlassenen Alex in Silke Enders' "Mondkalb" (2008), die sich in der ostdeutschen Provinz neu orientiert. 2008 hat sie einen Kurzauftritt an der Seite von Jeff Goldblum in Paul Schraders Holocaust-Drama "Adam Resurreccted" und gehört mit Nina Hoss und Jördis Triebel zu den Frauen, die sich in Max Färberböcks "Anonyma - eine Frau in Berlin" durch die Trümmer der Reichshauptstadt schlagen.
Juliane Köhler ist Sprecherin von Hörbuchern im Jugendliteraturbereich ("Nils Holgersson").
Juliane Köhler lebt in München und hat zwei Töchter.

Juliane Köhler

  • Geburtstag
    06.08.1965
  • Geburtsort
    Göttingen
  • Geburtsland
    BRD
  • Familie
    eine Tochter Fanny
  • Autogrammadresse
    c/o Players Agt.
    Sophienstraße 21
    10178 Berlin

"Wer braucht schon Oscars?"

In "Mondkalb" zeigt sich der Star aus "Aimée & Jaguar" in einer ihrer anspruchsvollsten Rollen. Fast ohne Text gibt sie eine gebrochene Frau, für die menschliche Nähe und Kontakt zum Problem geworden sind.

Harte Kost: In "Mondkalb" spielt Juliane Köhler eine gerade aus dem Gefängnis entlassene Frau (Foto: Warner) Großansicht

Harte Kost: In "Mondkalb" spielt Juliane Köhler eine gerade aus dem Gefängnis entlassene Frau (Foto: Warner)

» Worum geht es in "Mondkalb"?

JULIANE KÖHLER: "Mondkalb" erzählt von Menschen, die nicht aus ihrer Haut können. Ich spiele eine Frau, die ihren Mann halb tot geschlagen hat und nach sechs Jahren aus dem Gefängnis kommt. Sie versucht, sich ein neues Leben aufzubauen und hat damit große Probleme, weil sie es letztendlich nicht schafft, Nähe zuzulassen. Ähnlich geht es dem kleinen Jungen, der gesehen hat, wie seine Mutter sich umbrachte. Seitdem steht er unter Schock und ist sehr verschlossen.

Sein Vater, gespielt von Axel Prahl, macht dagegen über alles Witze, konfrontiert sich aber am Ende nicht wirklich mit sich selbst. Der Film handelt von dem Versuch, zusammenzukommen, von dem Versuch, zu lieben, aber es ist keine Liebesgeschichte.

Als Eva Braun war sie in "Der Untergang" neben Bruno Ganz zu sehen (Foto: Constantin) Großansicht

Als Eva Braun war sie in "Der Untergang" neben Bruno Ganz zu sehen (Foto: Constantin)

» Ist so eine Konstellation realistisch?

Dass Menschen nicht aus ihrer Haut können, stumm sind, obwohl sie sprechen möchten, kommt oft vor. Davon wird nur selten erzählt - es ist aber auch schwer, das zu spielen.

» Ihre Figur ist fast stumm ...

Ja. Normalerweise kann ein Schauspieler anhand des Textes eine Figur aufbauen. Hier ging das nicht. Besonders dieser Rückzug in die Einsamkeit war mir fremd. Die Seele der Frau ist so tief vergraben, das war nicht einfach zu spielen. Sehr geholfen hat mir Regisseurin Sylke Enders. Sie hat die Figur geschaffen und machte mir ihre Vision von Alexandra mit Blicken und bestimmten Tonlagen deutlich. Ohne sie hätte das nicht funktioniert.

1999
49. Deutscher Filmpreis
Filmband in Gold, beste Hauptdarstellerin - Aimée & Jaguar
1999
49. Internationale Filmfestspiele in Berlin
Silberner Bär, beste Darstellerin - Aimée & Jaguar
1998
20. Bayerischer Filmpreis
Beste Darstellerin - Aimée & Jaguar
 

Filmografie

 
Hoch

Ein ruhiges Leben

Als die beiden Mafia-Killer Diego und Edoardo wegen widriger Umstände umdisponieren...


Runter
Hoch

Mein erstes Wunder

Die elfjährige Dole (Henriette Confurius) fährt mit ihrer überforderten,...


Runter
 

facebook

 
Hoch Runter
 

Kostenloser Newsletter