Mads Mikkelsen


  • Bürgerlicher Name
    Mads Dittman Mikkelsen
  • Geburtstag
    22.11.1965
  • Geburtsort
    Østerbro, Kopenhagen

Mads Mikkelsen


  • Bürgerlicher Name
    Mads Dittman Mikkelsen
  • Geburtstag
    22.11.1965
  • Geburtsort
    Østerbro, Kopenhagen
 

In seiner Heimat Dänemark seit Mitte der 90er-Jahre ein populärer Schauspieler, übernahm Mads Mikkelsen 2006 als Erzbösewicht und Spieler Le Chiffre die Rolle des Gegenspielers von Geheimagent James Bond 007 in der Verfilmung von Ian Flemings erstem Bond-Roman "Casino Royale". In der Vorlage ist Le Chiffre russischer KGB-Killer, in der Filmversion unterstützt er zeitgemäß internationale Terroristen und Selbstmordattentäter. Den Bond-Produzenten fiel der Hüne Mikkelsen auf, als er in dem historischen Action-Epos "King Arthur" den Tristan spielte, der zu den an Arthurs Seite reitenden freiheitsliebenden Rittern gehört, einen Falken mit sich führt und mit Armbrust und Äxten kämpft.
Mads Dittman Mikkelsen stammt aus einer Schauspielerfamilie und wurde 1965 in Kopenhagen geboren. 1996 wurde er mit seiner dritten Spielfilmrolle als Junkie und Dealer in dem nationalen Kinoerfolg "Pusher" über Nacht berühmt. Die Rolle des glatzköpfigen Junkies nahm er 2004 im Sequel "Pusher II" wieder auf. Im dänischen "Dogma"-Kino gehört Mikkelsen zu den Charaktergrößen. Mühelos wechselt er vom Chefarzt im Psychodrama ("Open Hearts") zum Gangster in einer schwarzen Komödie ("Flickering Lights") um eine Millionenbeute oder zum geisteskranken Menschenfleisch verkaufenden Metzger ("Dänische Delikatessen") und zum bisexuellen Liebhaber ("En cort en lang"). In der internationalen Co-Produktion und norwegischen Bestsellerverfilmung "Dina - Meine Geschichte" (2002) ist Mikkelsen einer der Bauernsöhne, die in den Bann der Titelheldin (Maria Bonnevie) des um 1860 spielenden Epos geraten.
Für den europäischen Filmpreis wurde er für seine Darstellung des idealistischen indischen Waisenhausleiters in dem Drama "Nach der Hochzeit" von Susanne Bier nominiert. In dem 2006 realisierten Spielfilm "Prag" ist Stine Stengade seine Filmehefrau; nach dem Tod des Vaters reist das Paar nach Prag und betritt eine kafkaeske Welt. Regisseur Ole Christian Madsen lehnt sich dabei an Ingmar Bergmans Werke an. Als Geschäftsmann und Vater gerät Mikkelsen in dem Thriller "Exit" in die Fänge der Unterwelt und in dem Kriegsdrama "Tage des Zorns" von Ole Christian Madsen gehört er zusammen mit Kollege Thure Lindhardt zu den meistgesuchtesten Widerstandskämpfer in Kopenhagen während der NS-Zeit.
Mikkelsen war vor seiner Filmkarriere acht Jahre lang Profitänzer. Er ist mit der Schauspielerin Hanne Jacobsen verheiratet und Vater zweier Kinder. Durch seine tief liegenden Augen und den kompakten Charakterkopf liegt dem Spiel des hochgewachsenen Mads Mikkelsen eine Aura von beunruhigender Gefährlichkeit zu Grunde, jene Doppelbödigkeit, die Abgründe vermuten lässt, wie sie auch den stets aufs Ganze setzenden und über Leichen gehenden Le Chiffre in "Casino Royale" auszeichnen.

Mads Mikkelsen

  • Bürgerlicher Name
    Mads Dittman Mikkelsen
  • Geburtstag
    22.11.1965
  • Geburtsort
    Østerbro, Kopenhagen
  • Geburtsland
    Dänemark

Die Berlinale mit Angelina Jolie im Zeichen von Film, Blut und Honig

Auch wenn das Thermometer gerade bundesweit in den Keller rutscht - eine "Eis-Berlinale" wie vor zwei Jahren ist offenbar nicht zu befürchten.

Am 9. Februar öffnet die 62. Berlinale ihre Pforten - unter anderem für Angelina Jolies Regiedebüt "In the Land of Blood and Honey" um eine Liebe im Bosnienkrieg (Foto: Wild Bunch (Central)) Großansicht

Am 9. Februar öffnet die 62. Berlinale ihre Pforten - unter anderem für Angelina Jolies Regiedebüt "In the Land of Blood and Honey" um eine Liebe im Bosnienkrieg (Foto: Wild Bunch (Central))

Zumindest attestieren die Wetterdienste, dass die Temperaturen bis zur Eröffnung wieder in den einstelligen Minusbereich zurückkehren. Ob Frost oder nicht: Die Berlinale, die am 9. Februar ihre Pforten öffnet, wird keinen Besucher kalt lassen. Zu viel gibt es zu entdecken! Neben den 395 gezeigten Filmen locken an den elf Festivaltagen zahllose Partys, Empfänge und Diskussionsrunden - und natürlich die Stars am roten Teppich.

Viele Regisseure erzählen in ihren Filmen von einer Welt im Umbruch. Darunter auch ein prominentes Regiedebüt: Hollywoodstar Angelina Jolie stellt "In the Land of Blood and Honey" vor, ein Film über den Bürgerkrieg in Bosnien, der der humanitär engagierten Schauspielerin eine Herzensangelegenheit war.

Deutschlands Hollywood-Exportschlager Diane Kruger gibt die französische Königin Marie Antoinette, die von den Unruhen der Französischen Revolution erfasst wird, in dem Historiendrama "Leb wohl, meine Königin!", dem diesjährigen Berlinale-Eröffnungsfilm.

Dänemarks Superstar Mads Mikkelsen ist ebenfalls in einem königlichen Drama zu sehen, in "Die Königin und der Leibarzt" spielt er den Doktor der dänischen Königin Caroline Mathilde. Der Arabische Frühling, der vor einem guten Jahr begann, zieht sich durch alle Sektionen und zahlreiche Diskussionen.

Selbst der oft vergessene Kontinent Afrika rückt in den Fokus und erzählt von Menschen auf der Suche nach einer besseren Zukunft. Der asiatische Film ist traditionell stark in allen Reihen vertreten, etwa mit bei Cineasten heiß gehandelten philippinischen "Skandalfilmer" Brillante Mendoza. Auch Angelina Jolies Ex-Mann, der Schauspieler Billy Bob Thornton, wechselt alle Jahre wieder auf den Regiestuhl, in Berlin hat er die starbesetzte Culture-Clash-Komödie "Jayne Mansfield's Car" im Gepäck.

Tom Hanks und Sandra Bullock sind die Protagonisten in dem oscarnominierten 9/11-Drama "Extrem laut und unglaublich nah", während "Twilight"-Star Robert Pattinson auf dem roten Teppich für Kreischalarm sorgen sollte - er spielt im Paris des 19. Jahrhunderts angesiedelten Bel Ami" einen eleganten Liebhaber - u.a. von Uma Thurman und Christina Ricci. Clive Owen beglückt die Berliner dagegen anlässlich der Premiere des britischen Thrillers "Shadow Dancer".

Auch in diesem Jahr ist Berlinale natürlich DAS Schaufenster für den deutschen Film. Insgesamt 87 deutsche Filme und Koproduktionen laufen in den verschiedenen Sektionen. Auch im Wettbewerb wird geklotzt, gleich drei Schwergewichte des deutschen Autorenfilms rücken ins Rampenlicht: Hans-Christian Schmid mit seinem Familiendrama "Was bleibt", Christian Petzold mit dem geheimnisvollen Drama "Barbara" und Matthias Glasner mit dem am Nordkap gedrehten "Gnade". Außer Wettbewerb zeigt Doris Dörrie ihren neuen Film "Glück", eine berührende Liebesgeschichte zwischen einem Punk und einer jungen Prostituierten.

Welche Wettbewerbsfilme, Darsteller und Filmemacher dieses Jahr die begehrten Bären mit nach Hause nehmen dürfen, das entscheidet die Jury um den Präsidenten Mike Leigh ("Happy-Go-Lucky"). Als kompetente Unterstützung an seiner Seite hat der Top-Regisseur dabei unter anderem Hollywood-Star Jake Gyllenhaal, den legendären Fotografen und Regisseur Anton Corbijn, den Oscar-Nominierten Filmemacher Asghar Farhadi ("Nader und Simin") und die französischen Filmlieblinge Charlotte Gainsbourg und François Ozon. Die glanzvolle Verleihung geht am 19. Februar zum großen Berlinale-Finale über die Bühne.

"Im Endeffekt haben wir uns gegenseitig umgebracht"

Als Wikinger Einauge ist Mads Mikkelsen in "Walhalla Rising" eine Urgewalt. Wir sprachen mit ihm über wortlose Schauspielkunst und das Dasein als dünner Gorilla.

Mads Mikkelsen wird in "Walhalla Rising" zum Tier (Foto: Filmfest München) Großansicht

Mads Mikkelsen wird in "Walhalla Rising" zum Tier (Foto: Filmfest München)

In "Walhalla Rising" spielen Sie eine der wohl extremsten Rollen ihrer Karriere: Ein Mann, der kein Wort sagt, der nur ein Auge hat, der anfangs ein Tier ist und später menschlich wird. Würden Sie selbst sagen, das war eine der heftigsten Rollen, die Sie je gespielt haben?

Für mich war es in anderer Hinsicht extrem. Ich hatte ja gerade "Coco Chanel & Igor Stravinsky" gedreht, einen Film, für den ich innerhalb von zwei Wochen Französisch, Englisch und Pianospielen lernen musste. Insofern habe ich mich durchaus darauf gefreut, keinen Text zu haben, weil das schön einfach klang. Aber natürlich war es das nicht. Wenn man einen Filmcharakter seiner Worte beraubt, ist das eine Sache, aber wenn man ihm auch seine Emotionen nimmt, seine Psyche, dann ist das schon sehr befremdlich. Deswegen habe ich irrsinnig viel geredet, wenn ich nach Hause kam. Der wirklich harte Teil waren aber die körperlichen Anforderungen. Die Kampfszenen waren äußerst brutal. Wir haben bei Nullgraden gedreht, ohne Kleidung am Leib, im Endeffekt haben wir uns gegenseitig umgebracht.

Den stummen Kämpfer Einauge spielt er extrem minimalistisch (Foto: Sunfilm) Großansicht

Den stummen Kämpfer Einauge spielt er extrem minimalistisch (Foto: Sunfilm)

Wie viel mussten Sie für die Rolle trainieren?

Das Training war nicht darauf ausgerichtet, richtig viel Muskelmasse aufzubauen. Es geht da ja um Menschen, die Sklaven sind, die wirklich ungesundes Zeug essen, der Arnold-Schwarzenegger-Look wäre also falsch gewesen - mal abgesehen davon, dass ich den eh nicht hin bekommen hätte. Wir wollten dünne, ausgemergelte Körper. Aber natürlich mussten wir die Kampfszenen in den Bergen irgendwie meistern. Also habe ich mich einfach ein wenig zurückgehalten.

Sie haben mal gesagt, dass Sie für "Walhalla Rising" auf ihr Schauspieler-Einmaleins zurückgegriffen und eins der Basics, den Gorilla, das Tier, gespielt haben...

Ja, ein bisschen hab ich mich ja dafür geschämt, weil das in den 70ern so ein Schauspieler-Klischee war: "Was für ein Tier bist du?" Aber bei dieser Rolle kam ich nicht drumrum, weil Einauge nun mal ein Tier ist. Ein Gorilla. Wenn auch ein dünner Gorilla.

"...im Endeffekt haben wir uns gegenseitig umgebracht." Wer die Kampfszenen in "Walhalla Rising" sieht, glaubt's (Foto: Sunfilm) Großansicht

"...im Endeffekt haben wir uns gegenseitig umgebracht." Wer die Kampfszenen in "Walhalla Rising" sieht, glaubt's (Foto: Sunfilm)

Vor Ihrer Schauspielkarriere waren professioneller Tänzer - hat Ihnen das bei der Choreografie der Kampfszenen geholfen?

Klar - solange ich nicht wie ein Tänzer aussehe, wenn ich kämpfe. (lacht) Die Leute sehen das nicht so gerne. Es sei denn, man heißt Gene Kelly. Aber wahrscheinlich kommt da mehr der Turner in mir raus. Als Kind habe ich immer Stunts gemacht. Ich bin von Dächern gesprungen oder von fahrenden Autos, dumme Sachen eben, frühes Jackass-Zeug. Aber das habe ich einfach schon immer geliebt. Mir war schon immer sehr bewusst, wie man durch die Luft fliegt und sich abrollt, damit man wieder sicher auf den Füßen landet. Das wichtige an einem Stunt ist ja auch, dass man aussieht, als würde man sich gerade tierisch weh tun.

2011
24. Europäischer Filmpreis
Europäischer Beitrag zum Weltkino 2011
2010
28. Filmfest München
CineMerit Award
 

Filmografie

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