Martina Gedeck


  • Geburtstag
    14.09.1964
  • Geburtsort
    München

Martina Gedeck


  • Geburtstag
    14.09.1964
  • Geburtsort
    München
 

Schön und stolz, echt und erotisch, attraktiv und arbeitswütig, wandelbar und wunderbar, ein Chamäleon und furioses Vollweib. Martina Gedeck, zweifache Preisträgerin des Deutschen Filmpreises (1997 und 2002), ist dabei gänzlich unkokett, zeigt mit der Pilsflasche beim Gespräch Bodenhaftung und ist doch Star von europäischem Format wie ihre Kollegin Carmen Maura. Ihre geschmeidige erotisierende Wirkung geht von einer verführerischen samtsanften Stimme und einem Blick aus, der mal in sich gekehrt, mal schweifend wirkt, aber wenn er sein Ziel im Visier hat, um seine Wirkung weiß. Dies stellte sie auch unter Beweis, als sie 2005 für Oskar Roehlers "Elementarteilchen", die Verfilmung des gleichnamigen Skandalromans von Michel Houellebecq, vor der Kamera stand.
Als Kellnerin Seraphina in Helmut Dietls "Rossini" macht sie aus "Gnocchi" eine Liebeserklärung und knallt nach der missglückten Liebesnacht den Teller kommentarlos auf den Tisch: ein Kabinettstück leiser Komikerotik. Sie hat es mit kulinarischen Kostbarkeiten als Tante, die in "Der Neffe" einen Teenie verrückt macht, und in ihrem größten Erfolg in einer Hauptrolle als Küchenchefin, die selbst den Therapeuten bekocht, in "Bella Martha". Als Mutter in "Stadtgespräch" zerdrückt sie vor Rivalin Katja Riemann die Orange in der Hand und stählt sich im Fitness-Studio.
Gedeck zelebriert gekonnt lustvoll sinnliche Spiele, die Verführung zu einer Kunst machen. Sie lässt sich als Proll-Tussi von ihrem Macker (Armin Rohde) mit nacktem Po anturnen ("Das Leben ist eine Baustelle") und treibt es mit Heino Ferch in "Grüne Wüste" auf der Küchenanrichte. In "Viehjud Levi" zelebriert sie als Sekretärin und Geliebte eines Nazi-Funktionärs die Erotik der Strumpfbänder und in "Harald" verwirrt sie einen Außerirdischen mit ihrem Sex-Appeal. Bei aller Sinnlichkeit scheint Komik durch, beißend wie in "Frau Rettich, die Czerni und ich" oder in dem österreichischen Fernsehfilmdoppel "Single Bells" und "O Palmenbaum", wo die Familie ihre Sinnlichkeit ignoriert.
Geboren 1964 in München und in Landshut und Berlin aufgewachsen, wo sie am Max-Reinhardt-Seminar ausgebildet wurde, begann Gedeck auf dem Theater, wo sie ihren Lebensgefährten Ulrich Wildgruber kennen lernte, der ihr 1999 einen Abschiedsbrief hinterließ und auf Sylt ins Meer ging, weshalb Gedeck nicht an der Verleihung des Bayerischen Filmpreises teilnehmen konnte. Für den Film entdeckt wurde sie von Dominik Graf, der sie in "Die Beute" (1986) als Kellnerin und Privatdetektivin und in "Tiger, Löwe, Panther" als unentschlossene Lehrerin und Hobby-Journalistin einsetzte.
In ihren zahlreichen TV-Rollen ist Gedeck fast immer Frau unter Einfluss: als bucklige Bäuerin in "Hölleisengretl" (Bayerischer Fernsehpreis 1995), als Bäuerin, die ihren todkranken Mann ermordet ("Verlorenes Land"), als Sekretärin, die einem Stasi-Spitzel verfällt ("Romeo"), als englische Tochter eines Nazi-Mörders ("Jenseits der Liebe") oder als Witwe, die Verantwortung übernehmen muss, in "Deine besten Jahre" (Bayerischer Fernsehpreis 2000). 2004 spielte sie im Biopic "Hunger auf Leben" die DDR-Schriftstellerin Brigitte Reimann und wurde dafür mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet.
2005 spielte sie die weibliche Hauptrolle im Oscar-gekrönten Drama "Das Leben der Anderen" und durfte Filmpartnerin von Robert De Niro in dessen Thriller "Der gute Hirte" sein. Zu einem Weihnachtsessen lud sie 2007 in "Meine schöne Bescherung" alle ihre Ex-Männern ein und glänzte so in ihrer komödiantischen Rolle, dass ihr dafür der Bayerische Filmpreis überreicht wurde. 2008 war die Premiere der RAF-Verfilmung "Der Baader Meinhof Komplex" nach Stefan Aust, in welcher sie mit der Rolle der Ulrike Meinhof von Regisseur Uli Edel bedacht wurde.
Die Trägerin des Bayerischen Verdienstordens ist seit 2005 mit dem Schweizer Regisseur Markus Imboden liiert.

Martina Gedeck

  • Geburtstag
    14.09.1964
  • Geburtsort
    München
  • Geburtsland
    BRD
  • Familie
    Mutter: Helga
    Vater: Karl-Heinz Gedeck

    Lebenspartner:
    Ulrich Wildgruber (1991 bis 1999, seinem Selbstmord)
    Markus Imboden (Regisseur, seit 2005)
  • Autogrammadresse
    c/o ZBF-Agentur
    Friedrichstraße 39
    10969 Berlin

De Niro und Eastwood in Siegerpose

Es ist schon bitter, wenn Berlinale-Liebling Steven Soderbergh neben Superstar Kate Blanchett auch seinen neuen Film "The Good German" mit an die Spree bringt - und der dann von den Kritikern ausgepfiffen wird...

Zwei Ikonen beehren Berlin: Robert De Niro und Clint Eastwood (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Zwei Ikonen beehren Berlin: Robert De Niro und Clint Eastwood (Foto: Kurt Krieger)

Dabei lief doch "The Good German", ein Nachkriegs-Schwarzweiß-Thriller als Hommage an Klassiker wie "Der dritte Mann" oder "Casablanca" schon in den USA so schlecht. Rückendeckung gab ihm ein Journalist aus Skandinavien: "Sie machen immer so gute Filme. Wie bekommen Sie das Geld dafür zusammen?" Soderbergh: " Ich frage einfach!" Ok, "The Good German" hat weniger überzeugt, dafür entschädigte Frau Blanchett mit ihrem schwarzen langen Kleid auf dem roten Teppich - eine bildschöne Frau!

Und in Sachen Wettbewerbsfilme blieb ja noch "Der gute Hirte". Altmeister Robert De Niro hat "Jason Bourne" Matt Damon in der Rolle des CIA-Gründers Edward Wilson besetzt. Drei Stunden lang wird kalte Kriegsgeschichte aufgearbeitet - stilsicher und spannend von de Niro im Regiesessel inszeniert und vor allem brillant gespielt.

Hingucker des Tages: Cate Blanchett im sehr kleinen Schwarzen (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Hingucker des Tages: Cate Blanchett im sehr kleinen Schwarzen (Foto: Kurt Krieger)

Deutsche auf Augenhöhe mit Hollywood

Großes Lob gab's von Matt Damon für seine deutsche Kollegin Martina Gedeck: "Als sie das erste Mal bei den Proben ihren Mund öffnete, blickte ich gleich auf und wusste, das wird toll!" De Niro, fasziniert vom Kalten Krieg, hatte große Erwartungen an sich selbst: "Mir kam es besonders darauf an, die Welt der Geheimdienste so realistisch und glaubwürdig wie möglich darzustellen!" Gelungen, Herr de Niro!

Noch verblüffender war dann aber der erste deutsche Wettbewerbsbeitrag "Die Fälscher" von "Anatomie"-Regisseur Stefan Ruzowitzky. Ein Drama über die größte Geldfälschungsaktion aller Zeiten, geschehen hinter KZ-Mauern 1944/45. Ein gutes Drehbuch, kein falsches Pathos und vor allem faszinierende Figuren auf guter wie schlechter Seite - "Die Fälscher" ist eine echte Überraschung.

Martina Gedeck fühlte sich pudelwohl inmitten der Superstars De Niro und Damon aus dem gemeinsamen Film "Der gute Hirte" (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Martina Gedeck fühlte sich pudelwohl inmitten der Superstars De Niro und Damon aus dem gemeinsamen Film "Der gute Hirte" (Foto: Kurt Krieger)

Eastwood trotz Mittelmaß vergöttert

Hinter den Erwartungen blieb dafür leider das Kriegsepos "Letters From Iwo Jima" von Altmeister Clint Eastwood zurück. Die große Schlacht an japanischen Stränden nach "Flags of Our Fathers" nun aus japanischer Sicht - Hochachtung für das Projekt an sich. Punkteabzug für die Überlänge und den Kitsch zum Schluss. Doch als Eastwood mit charmantem Lächeln in der Pressekonferenz Platz nahm, wollte der Jubel kein Ende nehmen. Die Legende überstrahlt den enttäuschenden Film!

In den kommenden Tagen wird dann erneut Cate Blanchett strahlen, dann mit "Tagebuch eines Skandals", außerdem stellt Antonio Banderas seine erste Regiearbeit vor. Es bleibt spannend!

2007
29. Bayerischer Filmpreis
Beste Hauptdarstellerin - Meine schöne Bescherung
2006
DIVA - Der Deutsche Entertainment Preis
Hall of Fame - German Award
2004
6. Deutscher Fernsehpreis
Beste Schauspielerin Fernsehfilm - Hunger auf Leben
2002
Adolf Grimme Preis
Grimme-Preisträgerin
2002
52. Deutscher Filmpreis
Beste Hauptdarstellerin - Bella Martha
1999
21. Bayerischer Filmpreis
Beste Darstellerin - Grüne Wüste
1998
Adolf Grimme Preis
Grimme-Preisträgerin
1997
47. Deutscher Filmpreis
Filmband in Gold für darstellerische Leistungen (Nebenrolle) - Das Leben is...
1997
47. Deutscher Filmpreis
Filmband in Gold für darstellerische Leistungen (Nebenrolle) - Rossini - od...
 

Filmografie

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