Matthias Glasner


  • Geburtstag
    20.01.1965
  • Geburtsort
    Hamburg
 

Deutscher Regisseur, Drehbuchautor und Produzent. In seinen Psychodramen und Thrillern interessiert ihn der "Konflikt zwischen äußerer Zwangsläufigkeit und innerem Chaos", dem seine Helden unterworfen sind. Regisseur und Drehbuchautor Matthias Glasner setzt auf Vielschichtigkeit der psychologischen Entwicklung, raffiniert konstruierte Plots und setzt die Zuschauer zuweilen einer harten Belastungsprobe aus, die in Grenzbereiche führt. So wurde sein Vergewaltigungsdrama "Der freie Wille", in dem Jürgen Vogel als Triebtäter keine Kontrolle erlangt, rückfällig wird und sich umbringt, neben "Das Leben der Anderen" zum meistdiskutierten deutschen Film des Jahres 2006. Im Psychothriller "Das Geheimnis der falschen Mutter" (ZDF, 2008) entwickelt sich die gern als positive Identifikationsfigur besetzte Barbara Auer als anfangs perfekte Hamburger Mutter im Kampf mit Rivalin Jördis Triebel zur Negativfigur.
Matthias Glasner wurde 1965 in Hamburg geboren und ist seit dem Alter von sechs Jahren begeisterter Kinogänger. Mit acht Jahren dreht er seinen ersten Sußer-8-Kurzfilm. Nach der Schule arbeitete er an der Hamburger Oper und als Filmvorführer, ging für längere Zeit ins Ausland und bereiste Russland und Texas. Es entstanden weitere Kurzfilme ("...Mein süßes hässliches Mädchen", "Schicksal und Zufall") und das in seinen "Depressionszeiten" entstandene Drehbuch zum Regiedebüt "Die Mediocren", das 1994 in vier Wochen für 450.000 Mark entstand. 1995 uraufgeführt, erzählt der Film eine Überkreuz-Liebesgeschichte in einer WG und wird von Glasner als "neo-romantic-fastfood-comedy" charakterisiert. Der ersten Zusammenarbeit mit Hauptdarsteller Jürgen Vogel folgte 1995 mit "Sexy Sadie" die lakonische Story vom Tod eines Killers. Beide Filme fallen durchs Cinemascope-Format auf, "Sadie" ist in Schwarzweiß gedreht. 1996 gründet Glasner die Schwarzweiß Filmproduktion.
Mit dem Berliner Szene-Drama "Fandango" (1998/2000, mit Nicolette Krebitz und Moritz Bleibtreu) erlitt Glasner kommerziellen Schiffbruch. Er arbeitete fürs Fernsehen an einer "Schimanski"-Folge ("Schimanski muss leiden", 2001, mit Götz George), inszenierte den Politthriller "Das Staatsgeheimnis" (2001, mit Benno Fürmann) und zwei Episoden der Krimireihe "Eva Blond!" ("Wie das Leben so spielt", 2004; "Der sechste Sinn", 2006), in der Corinna Harfouch als modisch unkonventionelle Kommissarin Verbrecher jagt. 2007 entwickelte Glasner die Krimireihe "KDD - Kriminaldauerdienst", für die er den Pilotfilm und die ersten beiden Episoden inszenierte. Die in Berlin-Kreuzberg spielenden Folgen wurden wegen ihrer Authentizität gelobt. 2008 entstand in Berlin, NRW und Vietnam der melodramatische Thriller "This is Love", den Glasner mit seiner 2007 mit Jürgen Vogel und Lars Kraume in Berlin gegründeten neuen Firma Badlands produzierte.
Matthias Glasner wurde für "Die Mediocren" 1996 mit dem C.I.C.A.E. Award des Filmfestivals Angers ausgezeichnet. Für "Der freie Wille" erhielt er auf der Berlinale 2006 den Preis der Gilde deutscher Filmkunsttheater, Co-Produzent, Co-Drehbuchautor und Hauptdarsteller Jürgen Vogel wurde mit dem Silbernen Bären für die "künstlerische Leistung" geehrt. "Der freie Wille" wurde 2007 mit dem Preis des Filmfestivals Triest ausgezeichnet.
Matthias Glasner ist Musiker in der Band Home Sweet Home und landete Mitte der 80er-Jahre mit der Single "Rootless Companions" einen Hit in Südkorea.

Matthias Glasner

  • Geburtstag
    20.01.1965
  • Geburtsort
    Hamburg
  • Geburtsland
    BRD

Die Berlinale mit Angelina Jolie im Zeichen von Film, Blut und Honig

Auch wenn das Thermometer gerade bundesweit in den Keller rutscht - eine "Eis-Berlinale" wie vor zwei Jahren ist offenbar nicht zu befürchten.

Am 9. Februar öffnet die 62. Berlinale ihre Pforten - unter anderem für Angelina Jolies Regiedebüt "In the Land of Blood and Honey" um eine Liebe im Bosnienkrieg (Foto: Wild Bunch (Central)) Großansicht

Am 9. Februar öffnet die 62. Berlinale ihre Pforten - unter anderem für Angelina Jolies Regiedebüt "In the Land of Blood and Honey" um eine Liebe im Bosnienkrieg (Foto: Wild Bunch (Central))

Zumindest attestieren die Wetterdienste, dass die Temperaturen bis zur Eröffnung wieder in den einstelligen Minusbereich zurückkehren. Ob Frost oder nicht: Die Berlinale, die am 9. Februar ihre Pforten öffnet, wird keinen Besucher kalt lassen. Zu viel gibt es zu entdecken! Neben den 395 gezeigten Filmen locken an den elf Festivaltagen zahllose Partys, Empfänge und Diskussionsrunden - und natürlich die Stars am roten Teppich.

Viele Regisseure erzählen in ihren Filmen von einer Welt im Umbruch. Darunter auch ein prominentes Regiedebüt: Hollywoodstar Angelina Jolie stellt "In the Land of Blood and Honey" vor, ein Film über den Bürgerkrieg in Bosnien, der der humanitär engagierten Schauspielerin eine Herzensangelegenheit war.

Deutschlands Hollywood-Exportschlager Diane Kruger gibt die französische Königin Marie Antoinette, die von den Unruhen der Französischen Revolution erfasst wird, in dem Historiendrama "Leb wohl, meine Königin!", dem diesjährigen Berlinale-Eröffnungsfilm.

Dänemarks Superstar Mads Mikkelsen ist ebenfalls in einem königlichen Drama zu sehen, in "Die Königin und der Leibarzt" spielt er den Doktor der dänischen Königin Caroline Mathilde. Der Arabische Frühling, der vor einem guten Jahr begann, zieht sich durch alle Sektionen und zahlreiche Diskussionen.

Selbst der oft vergessene Kontinent Afrika rückt in den Fokus und erzählt von Menschen auf der Suche nach einer besseren Zukunft. Der asiatische Film ist traditionell stark in allen Reihen vertreten, etwa mit bei Cineasten heiß gehandelten philippinischen "Skandalfilmer" Brillante Mendoza. Auch Angelina Jolies Ex-Mann, der Schauspieler Billy Bob Thornton, wechselt alle Jahre wieder auf den Regiestuhl, in Berlin hat er die starbesetzte Culture-Clash-Komödie "Jayne Mansfield's Car" im Gepäck.

Tom Hanks und Sandra Bullock sind die Protagonisten in dem oscarnominierten 9/11-Drama "Extrem laut und unglaublich nah", während "Twilight"-Star Robert Pattinson auf dem roten Teppich für Kreischalarm sorgen sollte - er spielt im Paris des 19. Jahrhunderts angesiedelten Bel Ami" einen eleganten Liebhaber - u.a. von Uma Thurman und Christina Ricci. Clive Owen beglückt die Berliner dagegen anlässlich der Premiere des britischen Thrillers "Shadow Dancer".

Auch in diesem Jahr ist Berlinale natürlich DAS Schaufenster für den deutschen Film. Insgesamt 87 deutsche Filme und Koproduktionen laufen in den verschiedenen Sektionen. Auch im Wettbewerb wird geklotzt, gleich drei Schwergewichte des deutschen Autorenfilms rücken ins Rampenlicht: Hans-Christian Schmid mit seinem Familiendrama "Was bleibt", Christian Petzold mit dem geheimnisvollen Drama "Barbara" und Matthias Glasner mit dem am Nordkap gedrehten "Gnade". Außer Wettbewerb zeigt Doris Dörrie ihren neuen Film "Glück", eine berührende Liebesgeschichte zwischen einem Punk und einer jungen Prostituierten.

Welche Wettbewerbsfilme, Darsteller und Filmemacher dieses Jahr die begehrten Bären mit nach Hause nehmen dürfen, das entscheidet die Jury um den Präsidenten Mike Leigh ("Happy-Go-Lucky"). Als kompetente Unterstützung an seiner Seite hat der Top-Regisseur dabei unter anderem Hollywood-Star Jake Gyllenhaal, den legendären Fotografen und Regisseur Anton Corbijn, den Oscar-Nominierten Filmemacher Asghar Farhadi ("Nader und Simin") und die französischen Filmlieblinge Charlotte Gainsbourg und François Ozon. Die glanzvolle Verleihung geht am 19. Februar zum großen Berlinale-Finale über die Bühne.

 

 

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