Nina Hoss


  • Geburtstag
    07.07.1975
  • Geburtsort
    Stuttgart

Nina Hoss


  • Geburtstag
    07.07.1975
  • Geburtsort
    Stuttgart
 

Die "Coolschaft". Sie wurde über Nacht zum Star, als im Dezember 1996 über neun Millionen Zuschauer "Das Mädchen Rosemarie" auf dem Bildschirm verfolgten. Zehn Jahre später sorgte sie 2005 als "Die weiße Massai" für den erfolgreichsten deutschen Kinofilm des Jahres. Nina Hoss, blonde zarte Schönheit mit auffallend breiten Lippen und durchdringenden Augen, spielt energiegeladen, kraftvoll, zielstrebig, mit viel Entschlossenheit und sogar Härte, die ihr, als sie 2005 die Rolle der Buhlschaft in der "Jedermann"-Aufführung übernahm, den Spitznamen "die Coolschaft" einbrachte. Dabei verbirgt die Unnahbarkeit die Verletzlichkeit von Hoss' Frauen, die sich stets in völlig anderen Lebensumständen einfinden müssen oder gezwungen sind, auf extreme Situationen von der Geiselnahme ("Die Geiseln von Costa Rica") bis zum Tod des Sohnes ("Wolfsburg") oder permanente sexuelle Herausforderungen ("Nackt", "Die weiße Massai", "Elementarteilchen") zu reagieren.
Nina Hoss wurde 1975 in Stuttgart als Tochter der Schauspielerin und Intendantin Heidemarie Rohwedder und von Willi Hoss, Mitbegründer der Grünen, geboren. Sie war als Baby mit auf dem Theater, sprach als Siebenjährige in Hörspielen und nahm als Jugendliche drei Jahre Gesangsunterricht, gab den Plan, Opernsängerin zu werden, auf. Hoss entschied sich für eine Schauspielausbildung an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin, die sie 1997 begann und 2001, als sie schon bekannte Film- und Theaterschauspielerin war, erfolgreich abschloss.
Noch als Abiturientin wurde Nina Hoss von Josef Vilsmaier als lebenshungrige Marilli in der Hauptrolle des mit Schauspielschülern besetzten Dramas "Und keiner weint mir nach" besetzt. Dort fiel sie Bernd Eichinger auf, der sie vom Fleck weg engagierte und als Edelhure Rosemarie Nittribit in "Das Mädchen Rosemarie" zum Star machte. Hoss verfolgte parallel ihre Theaterkarriere weiter, wurde in klassischen ("Don Carlos", "Minna von Bernhelm") wie modernen Bühnenrollen ("Happy End", "Black Rider") gefeiert und ist seit 1998 regelmäßig im Deutschen Theater Berlin und im Berliner Ensemble zu sehen.
Hoss' ersten Kinofilmen wie die Klaus-Mann-Verfilmung "Der Vulkan" (1998, als 1937 im europäischen Exil lebende Berliner Sängerin Marion von Kammer), oder das Hölderlin-Drama "Feuerreiter" blieb der Publikumserfolg versagt. Erst Doris Dörries skurriler Seelenstriptease "Nackt" (2002), wo sie mit Alexandra Maria Lara, Mehmet Kurtulus und Jürgen Vogel mit verbundenen Augen nackt auf einem Tisch tanzt, brachte die Wende. In jenen Jahren arbeitete Hoss zwei Mal mit Regisseur Christian Petzold, der sie in "Wolfsburg" als Mutter einsetzt, die nach dem Unfalltod des Sohnes über sich selbst hinaus wächst, und in "Toter Mann" als Frau, die nach dem Mörder ihrer Schwester sucht. Für beide Filme erhielt Hoss den Adolf-Grimme-Preis. Mit Petzold drehte sie 2006/07 die Produktion "Yella".
Nina Hoss wurde für "Der Vulkan" als Beste Darstellerin in Montreal und für "Die weiße Massai" mit dem Bayerischen Filmpreis 2006 ausgezeichnet. 2005 gehörte die poltisch engagierte Schauspielerin zur Jury des Amnesty-International-Filmpreises der Berlinale. Hoss über Politik: "Da guckt man, dass Dinge nicht aus der Balance geraten, da hat man die Verantwortung, die Augen offen zu halten." Ihre Lebensmaxime: "Wo Gefahr ist, wächst die Kraft."

Nina Hoss

  • Geburtstag
    07.07.1975
  • Geburtsort
    Stuttgart
  • Geburtsland
    BRD
  • Familie
    Mutter: Heidemarie Rohwedder (Schauspielerin)
    Vater: Willi Hoss (Politiker)
  • Autogrammadresse
    c/o Players Agentur Management GmbH
    Sophienstrasse 21
    10178 Berlin

"Ich wollte schneller als 'Twilight' sein"

Mit "Wir sind die Nacht" erfüllte sich Dennis Gansel einen Traum. Lange vor dem "Twilight"-Hype wollte er gemeinsam mit Produzent Christian Becker einen Vampirfilm machen und dem Genre neue Facetten abgewinnen. Der Erfolg von "Die Welle" erlaubte es ihm - nach 15 Jahren.

Wegen "Twilight" musste "Die Welle"-Macher Dennis Gansel seinen Vampirfilm "Wir sind die Nacht" komplett umarbeiten (Foto: Constantin) Großansicht

Wegen "Twilight" musste "Die Welle"-Macher Dennis Gansel seinen Vampirfilm "Wir sind die Nacht" komplett umarbeiten (Foto: Constantin)

Wie stark veränderte sich die Geschichte seit der ersten Idee?
DENNIS GANSEL: Stark. Ursprünglich konzentrierte sich "Wir sind die Nacht" auf die Liebesgeschichte zwischen einem Menschen, dessen Eltern von Vampiren getötet wurden, und einer Vampirin aus den Zwanzigerjahren, die ihres Lebens überdrüssig ist, quasi "Romeo und Julia" unter Vampiren. Aber das konnten wir nicht mehr machen seit es "Twilight" gab. Immerhin hatten Christian Becker und ich den richtigen Riecher beim Stoff. Anfangs wurde uns gesagt: "Ihr müsst euch entscheiden, ob ihr eine Vampir- oder eine Liebesgeschichte erzählen wollt." Mit Autor Jan Berger haben wir einen neuen Ansatz gefunden: zu schildern, wie sich ein Mensch in den ersten Tagen nach dem Biss eines Vampirs entwickelt. Vom Genre her, ist es, etwas hochgestochen ausgedrückt, mit einem Bildungsroman vergleichbar. Da konnten wir auch die Romantik, die für mich zum Genre gehört, beibehalten.

Ungewöhnlich ist, dass es nur weibliche Vampire gibt.
Das gehörte schon zur ersten Idee. Seit über zehn Jahren habe ich auch die Schauspielerinnen im Kopf gehabt. Nina Hoss z.B. wollte ich für den Film haben, seit ich sie in "Das Mädchen Rosemarie" gesehen habe. Wichtig war uns von Anfang an außerdem, dass der Film in Deutschland, in der Berliner Clubkultur spielt. So haben wir nur kurzzeitig damit geliebäugelt, ihn vielleicht in den USA zu realisieren, nachdem es hierzulande nicht voranging.

Warum hat es jetzt geklappt?
Ich hätte den Film auch schon 1998 oder 2006 gedreht, wenn die Finanzierung zustande gekommen wäre. Jetzt sind mehrere Faktoren zusammengekommen. Ich habe einen Film gemacht, der erfolgreich war. Christian Becker gehört mittlerweile zu den profiliertesten Produzenten in der Branche. Wir arbeiten beide seit Jahren sehr gut mit der Constantin zusammen. Und jetzt ist auch das Vertrauen in das Genre da.

Bei dem Hype könnte es auch eine Übersättigung geben.
Natürlich wäre ich gern der Erste gewesen, der wieder einen Vampirfilm dreht. Aber man muss sich der Realität in Deutschland stellen; der Genrefilm existiert im Kino nicht. Da gab es "Nosferatu" und später das Remake. Unser Film ist ein Testballon. Funktioniert er, werden weitere folgen. Immerhin wurde der Fantasyfilm quasi in Deutschland erfunden. Da wird es Zeit, dass er hierher zurückkehrt. Ich kenne auch bereits einige intelligente Bücher für Zombie- bzw. Werwolffilme. So hoffe ich, dass "Wir sind die Nacht" ein Publikumserfolg wird. Ein Genrefilm kostet ja auch ordentlich Geld, und als Regisseur sehe ich mich in der Verantwortung, das wieder hereinzubringen. Ich hoffe, dass der Film auch von der Presse gewürdigt wird; dass wir hier ein Genre probieren und nicht einfach auf den Erfolgszug aufspringen. Ich habe jedenfalls versucht, den Film auf dem bestmöglichen Niveau zu machen.

So haben Sie sich entsprechend viel Zeit mit der Postproduktion gelassen. Abgedreht wurde schon im Dezember 2009.
Wir haben 300 VFX-Schüsse und eine unglaublich aufwendige Tonpostproduktion. Bis kurz vor Kinostart arbeiten wir daran. Es gibt schließlich auch einige Actionszenen. Nina Hoss nimmt etwa ein ganzes Präsidium auseinander. Und in einer anderen Kampfszene trotzen sie und Karoline Herfurth der Schwerkraft, gehen die Wände hoch usw. - alles vor Green Screen. Dann gibt es noch die Verwandlungsaufnahmen. Das alles muss perfekt aussehen.

War es schwierig, sich mit der nötigen Technik auseinanderzusetzen?
Es war nicht einfach, aber sehr spannend. Bei "Napola" mussten wir nur ein paar Schneeflocken einbauen. Mit VFX-Supervisor Alex Lemke, der schon bei "Herr der Ringe" mitarbeitete, hatte ich einen guten, erfahrenen Mann an der Seite. Manche Tricks sind sogar ganz einfach mit Pattex und unsichtbarem Faden herzustellen. Ich habe dabei sehr viel gelernt.

Sind die Geschichte und ihre Figuren so angelegt, dass sie in einem zweiten Film fortgesetzt werden können?
Man könnte sie schon fortsetzen, aber sie ist nicht als Saga angelegt wie "Twilight".

Ihr nächster Film, "Im Jahr des Hundes", ist wie "Das Phantom" ein Politthriller. Sie werden ihren üblichen Produktionspartnern untreu und realisieren ihn mit UFA Cinema. Wann geht es los?
Produzentin Nina Maag kannte ich ja schon von "Die Welle". Das Projekt war auch nicht ganz einfach zu realisieren, ich habe das Buch bereits 2000 geschrieben. Ab Ende November werden wir in Kiew, Moskau, Bayern und Berlin drehen. Moritz Bleibtreu spielt einen Yellowpress-Reporter, der zwischen die Fronten von Geheimdienst und Terrorismus gerät.

 

2008
58. Deutscher Filmpreis
Beste Hauptdarstellerin - Yella
2008
DIVA - Der Deutsche Entertainment Preis
Jurypreis - Schauspielerin des Jahres
2007
57. Internationale Filmfestspiele in Berlin
Silberner Bär, beste Darstellerin - Yella
2005
41. Adolf Grimme Preis
Darstellung: Gold (Fiktion & Unterhaltung) - Wolfsburg
2005
27. Bayerischer Filmpreis
Beste Darstellerin - Die weiße Massai
2003
39. Adolf Grimme Preis
Hauptdarstellung (Fiktion & Unterhaltung) - Toter Mann
1997
Deutscher Videopreis
Nachwuchsförderpreis der Bayerischen Staatsregierung
 

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