Oren Moverman


  • Geburtsort
    Tel Aviv
 

Drehbuchautor, Regisseur und Produzent. Gefragter Drehbuchautor aus New York, schrieb Oren Moverman einen der stimmigsten Filme über Drogenkarrieren ("Jesus' Son"), ein kluges Drama über Ehe, Untreue und Mordgedanken ("Married Life") und den surrealen Puzzle-Tribut an Bob Dylan ("I'm Not There"). 2010 arbeitet er mit Courtney Love am Drehbuch über Kurt Cobain, Leadsänger von Nirvana, der sich 1994 erschoss. Als Regisseur zeichnete er für das eindringliche Antikriegsdrama "The Messenger" (2009) verantwortlich. 2010 inszeniert er mit Ice Cube und Woody Harrelson in den Hauptrollen das Cop Movie "Rampart" über Korruption im LAPD der 90er-Jahre.
Oren Moverman wurde 1965 in New York City geboren. Er diente vier Jahre in einer Fallschirmjägereinheit der israelischen Armee, arbeitete als freier Lektor für den Londoner Verlag Faber & Faber und schrieb Features und Filmkritiken für das Magazin "Interview". 1999 adaptierte er Denis Johnsons Kurzgeschichten "Jesus' Son", die die Drogenkarriere und Heilung des Antihelden Fuckhead in den 70er-Jahren im rasanten Stilmix aus krassen und surreal poetischen Szenen mit den Schauspielern Billy Crudup, Samantha Morton, Jack Black und Dennis Hopper verfolgen. In der Bob Dylan gewidmeten Hommage "I'm not There" von Todd Haynes wird Dylan von Richard Gere, Heath Ledger, Cate Blanchett, Ben Whishaw, Christian Bale und Marcus Carl Franklin verkörpert, die verschiedene Facetten von Dylans Persönlichkeit, Stil und Musik deuten. Zu Movermans Arbeiten gehören das in der chinesischen Community in Queens spielende Familiendrama "Face" (2002) mit Bai Ling und Kristy Wu und das in den 50er-Jahren spielende Ehedrama "Married Life" (2007) mit Rachel McAdams als (blondierte) kokette junge Frau, Patricia Clarkson und Chris Cooper als Ehepaar und Pierce Brosnan als charismatischer Frauenheld.
In Movermans mehrfach ausgezeichnetem Regiedebüt "The Messenger" laden zwei Soldaten (Ben Forster, Woody Harrelson) die schwere Pflicht auf sich, Angehörige gefallener Soldaten zu benachrichtigen und mit Tod und Trauer umzugehen. Vor Drehbeginn steht das Drama "This Side of the Looking Glass" (2010), in dem Ian Holm als alternder Schriftsteller von einem Killer mit strikten Anweisungen heimgesucht wird.
Moverman wurde für "The Messenger" mit dem Silbernen Bären der Berlinale 2009 für das Beste Drehbuch und dem Friedensfilmpreis ausgezeichnet. Er erhielt außerdem eine Golden-Globe- und zwei Oscar-Nominierungen (Drehbuch). (geh)

Oren Moverman

  • Geburtsort
    Tel Aviv
  • Geburtsland
    Israel

Sensations-Bär für Peru und "Alle Anderen"

Das sprengte jeden Rahmen...

"Alle anderen": Zank im Urlaub, humorvoll inszeniert und bärenwürdig! (Foto: Prokino) Großansicht

"Alle anderen": Zank im Urlaub, humorvoll inszeniert und bärenwürdig! (Foto: Prokino)

Der Goldene Bär bei der 59. Berlinale ging überraschend an das experimentelle peruanische Doku-Drama "La Teta Asustada" über eine Frau mit einer mysteriösen, mit der Muttermilch übertragenen Krankheit. Großer Gewinner war die Komödie "Gigante" über einen dicklichen Supermarkts-Wachmann, der eine Putzfrau anhimmelt. Der Film aus Argentinien, Uruguay und Deutschland wurde gleich dreifach gewürdigt, unter anderem mit dem Großen Preis der Jury, den er sich mit der zweifach ausgezeichneten Beziehungsdramödie "Alle Anderen" über Pärchenzank im Urlaub teilte.

Die emotionalsten Momente bei der von Katrin Bauerfeind moderierten Preisverleihung gehörten den Schauspielern. Der Gewinner des Silbernen Bären für seine Performance in Rachid Boucharebs "London River" hatte die längste Redezeit: Sotigui Kouyaté erzählte gewitzt drei Geschichten. Birgit Minichmayr, Bären-Gewinnerin für "Alle Anderen", zeigte sich ebenfalls sehr gerührt und die Hauptdarstellerin von "La Teta Asustada", Magaly Solier, bedankte sich gar singend und auf Ketschua. Jurypräsidentin Tilda Swinton kündigte die Jurypreis-Gewinner souverän auf deutsch an.

Gute Nachrichten für den Todesboten

Den Silbernen Bären für die Regie erhielt der iranische Filmemacher Asghar Farhadi für sein Drama "Darbareye Elly", den Silbernen Bären für das beste Drehbuch "The Messengers", in dem Woody Harrelson Todesnachrichten im Irak gefallener US-Soldaten überbringt. Darsteller Ben Foster nahm den Preis für den abwesenden Regisseur und Drehbuchautor Oren Moverman entgegen. Als Bester Erstlingsfilm wurde "Gigante" geehrt.

Insgesamt wurde also - wie von der Jury zuvor angekündigt - insbesondere das politische Kino gewürdigt. Und wie in den letzten Jahren triumphierten Beiträge aus Lateinamerika. Aber auch das deutsche Kino kam nicht zu kurz: Unter den deutschen Preisträgern ist Hans-Christian Schmids "Sturm" über das Kriegsverbrechertribunal in Den Haag, der mit dem Preis der Gilde deutscher Filmkunsttheater, dem Amnesty International Filmpreis und dem Leserpreis der "Berliner Morgenpost" ausgezeichnet wurde.

Aller Klagen über einen schwachen Wettbewerb zum Trotz verzeichnete das Festival mit 270.000 verkauften Tickets einen Besucherrekord. Der gelang vor allem dank der neuen, großen Location, dem Friedrichstadtpalast.

 

2009
59. Internationale Filmfestspiele in Berlin
Silberner Bär, bestes Drehbuch - The Messenger - Die letzte Nachricht
 

Filmografie

Rampart - Cop außer Kontrolle

Thriller / Kriminalfilm - Nichts passiert auf den Straßen von Los Angeles, was Sergeant Dave Brown groß erschüttern könnte. Routiniert patrouilliert... Zum Video

2011

The Messenger - Die letzte Nachricht

Drama - Will hat noch drei Monate Wehrdienst. Nach längerem Aufenthalt im Krankenhaus wird Will abgestellt, Familien in der Heimat vom Tod... Zum Video

2009

Married Life

Komödie / Drama - In den späten 1940ern: Der wohlhabende Geschäftsmann Harry (Chris Cooper) hat sich in das wesentlich jüngere... Zum Video

2007

I'm Not There

Drama - Als junger Vagabund kämpft sich Bob Dylan, der als Robert Zimmerman geboren wurde, in den 50er Jahren durchs Leben. Er hat sich zum... Zum Video

2007
 
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