Pedro Almodóvar


  • Bürgerlicher Name
    Pedro Almodóvar Caballero
  • Geburtstag
    24.09.1949
  • Geburtsort
    Calzada de Calatrava

Pedro Almodóvar


  • Bürgerlicher Name
    Pedro Almodóvar Caballero
  • Geburtstag
    24.09.1949
  • Geburtsort
    Calzada de Calatrava
 

Er machte Antonio Banderas, Carmen Maura und Victoria Abril zu Stars. Er schuf mit seinen Filmen ein eigenständiges Universum, das mit schrägen, schrillen und provozierenden Szenefilmen aus der Madrider Subkultur begann und sich zu einer stilbewussten Mischung aus Melodram, Screwball Comedy, Tragödie und Groteske entwickelte. Das barocke, exzentrische Kino von Pedro Almodóvar erreichte 1999/2000 mit "Alles über meine Mutter", der mit mehreren Preisen, u.a. dem Oscar als bester ausländischer Film ausgezeichnet wurde, einen ersten Höhepunkt. Die Geschichte einer Mutter, die nach dem Tod ihres Sohnes nach ihren Wurzeln sucht und im Prostituiertenmilieu von Barcelona eine eigene Familie um sich schart, war zugleich Rückkehr Almodóvars zum Lebensgefühl seiner Anfänge.
Damals arbeitete er in Madrid in der Verwaltung der spanischen Telefongesellschaft und wurde noch in der Franco-Ära ein Star der avantgardistischen, schwulen und transsexuellen Szene, in der er als Filmstatist jobbte, Mitglied der Theatergruppe "Los Goliardos" war, Kurzfilme drehte, Texte für Fotoromane schrieb, Kurzgeschichten um die legendäre Figur der "Patty Diphusa" erfand, eine Punk-Rock-Gruppe gründete, sang und in spektakulären Live-Shows auftrat. Mit Geld von Carmen Maura, die bis 1988 zum Clan um Almodóvar gehörte und dann für drei Filme von Victoria Abril abgelöst wurde, entstand mit "Pepi, Luci, Bom und andere Mädchen aus dem Haufen" 1980 Almodóvars erster Spielfilm, geboren aus der "movida madrilena", der Jagd nach einem neuen Lebensgefühl nach Francos Tod. Almodóvars frühe Filme provozieren mit exotischen Charakteren, exzentrischen Bonbonfarben und einem Feuerwerk absurd-grotesker Einfälle.
"Das Gesetz der Begierde", eine schwule, tödlich endende Liebesgeschichte, brachte Almodóvar den nationalen, die turbulente Genremixtur "Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs" den internationalen Durchbruch. In "Fessle mich!" entführt Antonio Banderas die Pornodarstellerin Victoria Abril, um sie zu zähmen, in "High Heels" leidet Abril an ihrem Mutterkomplex, und in "Kika" spielt sie eine Medienfrau mit Kamerakopf. Almodóvars Neigung zum Melodramatischen wurde in seinem ersten "erwachsenen" Film, "Mein blühendes Geheimnis" offenbar, in dem Marisa Paredes als Kitschromanautorin eine neue Identität sucht. Er verfeinerte von Film zu Film seinen Stil und schuf mit "Live Flesh", sehr frei nach einem Roman von Ruth Rendell, eine verwegen komplizierte Vierecksbeziehung, die sich in die Tradition von Luis Bunuel und Rainer Werner Fassbinder stellt.
Im Anschluss verfilmte Almodóvar mit "Alles über meine Mutter" abermals ein eigenes Drehbuch: Der vielfach ausgezeichnete Film wurde eines seiner persönlichsten Werke, das sich trotz der für Almodóvar typisch verwickelten Situationen aufrichtig mit den emotionalen Probleme seiner Hauptfiguren auseinandersetzt. Ebenfalls mit Preisen überhäuft wurde der nächste Streich des Spaniers, "Sprich mit ihr - Hable con ella". Neben zahlreichen europäischen Auszeichnungen erhielt Almodóvar 2003 für "Sprich mit ihr" einen Oscar für das beste Originaldrehbuch - während Spanien darauf verzichtet hatte, den Film für die Kategorie "Bester fremdsprachiger Film" einzureichen.
"La Mala Educacíon - Schlechte Erziehung", Eröffnungsfilm Cannes 2004, ist Almodóvars neben "Matador" düsterster Film, verstörender Thriller, und der Film, der Gael García Bernal zum Weltstar machte. Mit "Volver" (2006) gab sich Almodóvar gelöst wie in seinen frühen Arbeiten und holte sich für seinen übermütigen Frauenfilm in Cannes den Preis für das Beste Drehbuch. In "Volver", der auch den Preis für das Beste weibliche Ensemble erhielt, trat nach fast zwanzig Jahren erstmals wieder Carmen Maura in einem Film von Almodóvar auf.
Um seine ureigene Mischung aus Tragödie, Leidenschaft, Trivialem und Absurd-Komischem finanziell stabil entwickeln zu können, gründete Almodóvar 1985 mit seinem Bruder die Produktionsfirma "Deseo Films" in Madrid.

Pedro Almodóvar

  • Bürgerlicher Name
    Pedro Almodóvar Caballero
  • Geburtstag
    24.09.1949
  • Geburtsort
    Calzada de Calatrava
  • Geburtsland
    Spanien
  • Familie
    Mutter: Francisca Caballero (September 1999 verstorben)
    Bruder: Agustín Almodóvar (Schauspieler, Produzent)
  • Autogrammadresse
    Deseo S.A.
    Ruiz Perelló, 15-1D
    28028 Madrid
    Spanien
  • Links
    http://www.clubcultura.com/clubcine/clubcineastas/almodovar (Offizielle-Seite)

Familiendramen an der Croisette

Das Festival de Cannes kann sich als wichtigstes Filmfestival der Welt regelmäßig mit starken Filmen schmücken. Der Jahrgang 2011 war sogar einer der stärksten der letzten Jahre.

Energischer Vater, einfühlsame Mutter: Der Cannes-Sieger "Tree of Life" fasst in poetische Bilder, wie die Familie als Seinswurzel eine Existenz prägt - und was Existenz über den Menschen hinaus bedeuten kann... (Foto: Concorde) Großansicht

Energischer Vater, einfühlsame Mutter: Der Cannes-Sieger "Tree of Life" fasst in poetische Bilder, wie die Familie als Seinswurzel eine Existenz prägt - und was Existenz über den Menschen hinaus bedeuten kann... (Foto: Concorde)

Schon der Auftaktfilm, Woody Allens "Midnight in Paris", in dem Owen Wilson eine Zeitreise in die Goldenen Zwanziger Jahre antritt, wurde frenetisch gefeiert. Da machte es auch nichts aus, dass Frankreichs First Lady Carla Bruni-Sarkozy den roten Teppich schwänzte - aller Wahrscheinlichkeit nach, um Fragen nach ihrer Schwangerschaft aus dem Weg zu gehen, die zu dem Zeitpunkt der Festivaleröffnung noch nicht offiziell bestätigt war.

Starpower war ohnehin genug geboten - und das nicht nur mit den "Fluch der Karibik 4"-Stars Johnny Depp und Penélope Cruz (» DIE SCHÖNSTEN BILDER VOM ROTEN TEPPICH). Brad Pitt in Begleitung von Angelina Jolie bezauberte die Fans bei der "The Tree of Life"-Premiere. Mel Gibson und Jodie Foster standen im Blitzlichtgewitter bei der "Der Biber". Antonio Banderas, Ryan Gosling, Kirsten Dunst und Charlotte Gainsbourg - die Liste der Top-Schauspieler, die sich an der Croisette die Ehre gaben, ist lang.

Das Schöne dabei: Fast alle waren angereist, um die Werbetrommel für künstlerisch herausragende Filme zu rühren. Sean Penn etwa gab in "This Must Be the Place" des italienischen Regisseurs Paolo Sorrentino eine Glanzvorstellung als alternder Popstar - stark überschminkt irgendwo zwischen The Cure-Sänger Robert Smith und Ozzy Osbourne -, der sich auf einen Road-Trip durch die USA begibt. Denn der von seinen Tantiemen gut lebende Musiker Cheyenne hat sich zum Ziel gesetzt, die Lebensaufgabe seines jüngst verstorbenen Vaters zu vollenden, und dessen ehemaligen Nazi-Peiniger zu stellen.

In den ersten Minuten muss man sich an die groteske Aufmachung und das schläfrige Tempo von Sean Penns Figur gewöhnen, doch der Film entwickelt sich schnell zu einem herzerwärmenden Feel-Good-Film mit großer Lebensweisheit. Am Ende seiner Mission kehrt der Cheyenne mit sich im Reinen zu seiner Frau (Frances McDormand aus "Fargo") in Dublin zurück.

Generell standen häufig Vater-und-Sohn- oder zumindest Familiengeschichten im Vordergrund der Wettbewerbsfilme. So auch in "The Tree of Life" von Ausnahmeregisseur Terrence Malick, der ohne Übertreibung als Meisterwerk bezeichnet werden kann und darum völlig zu Recht die Goldene Palme erhielt.

Bildgewaltig wird hier das Heranwachsen eines Jungen erzählt - und gleichzeitig auf spirituelle Weise das Leben und die Schöpfungsgesichte des Menschen selbst abgehandelt. In knapp zweieinhalb Stunden gibt es wenige Dialoge, stattdessen wispernde Sätze aus dem Off - traumartig erlebt man die Erinnerungen an eine Jugend in den Fünfziger-Jahren aus der Perspektive eines Jungens, der seinen Lebensweg zwischen dem strengen Vater (Brad Pitt) und der ausgleichenden warmherzigen Mutter (Jessica Chastain) sucht.

Auch bei "Le Havre", dem charmanten neuen Film des finnischen Filmemachers Aki Kaurismäki, entsteht eine Vater-Sohn-Beziehung zwischen dem gutmütigen Schuhputzer Marcel (André Wilms) und einem jungen afrikanischen Flüchtling. Marcel liest Idrissa eines Morgens am Hafen auf und versteckt ihn vor der Polizei. Mit nachbarschaftlichem Zusammenhalt gelingt es am Ende sogar den strengen Kommissar auf Marcels Seite zu ziehen und Idrissa bei seiner Weiterreise nach London zu helfen - wo dessen Mutter bereits wartet.

Bei Pedro Almodóvars "Die Haut in der ich wohne" nimmt das Thema Familie abgründige Züge an: Ein Schönheitschirurg erschafft sich das Ebenbild seiner verstorbenen Frau (die bildhübsche Elena Anaya). Antonio Banderas mimt den "Mad Scientist", der im Keller seiner Villa Dr. Frankenstein spielt.

Ästhetisch auf Alfred Hitchcocks Spuren zeigt sich der spanische Regisseur in Bestform. Zu viel soll von der raffiniert gesponnenen Geschichte nicht verraten werden, doch der extrem spannende Film ist reich an inzestuösen und ödipalen Anspielungen und der von Almodóvar gewohnten Fragen um weibliche und männliche Identität.

Dass Familie Ballast und Halt zugleich bedeuten kann, zeigt auch Lars von Trier in seinem neuen Film "Melancholia". Erzählt wird die Geschichte zweier Schwestern vor dem Hintergrund des Weltuntergangs. Justine (Kirsten Dunst, die für ihre Performance als bester Darstellerin prämiert wurde) feiert ihre Hochzeit auf dem Landsitz ihrer Schwester Claire (Charlotte Gainsbourg) und ihres Schwagers (genial besetzt: "24"-Star Kiefer Sutherland).

Doch Justine kann den "schönsten Tag in ihrem Leben" nicht recht genießen, leidet sie doch unter schweren Depressionen. Nicht von ungefähr befindet sich der titelgebende Planet Melancholia (zu deutsch: Schwermut) im Anflug auf die Erde. Es heißt, er gleite knapp an der Erde vorbei, doch weit gefehlt - immer bedrohlicher nähert er sich. Schließlich ist Claire die einzige, die ruhigen Mutes dem Ende der Welt entgegensieht.

"Melancholia" war mit eindrücklichen Bildern und herausragenden Darstellern einer der besten Filme des Festivals - umso bedauerlicher, dass nicht der Film, sondern die sarkastisch gemeinten, aber gründlich in die Hose gegangenen Äußerungen des Regisseurs ("I'm a Nazi") zum Tagesgespräch wurden und schließlich zu Lars von Triers Ausschluss vom Festival als "Persona Non Grata" führten. Der dänische Filmemacher gehört seit zwei Jahrzehnten zur Festivalfamilie - aber auch in einer Filmfamilie gibt es eben Enfants Terribles.

Man kann nur hoffen, dass sich die Familie am Ende wieder versöhnt und man auch in Zukunft nicht auf Lars von Trier in Cannes verzichten muss.

2007
21. Goya
Beste Regie - Volver - Zurückkehren
2006
19. Europäischer Filmpreis
Europäischer Regisseur 2006 - Volver - Zurückkehren
2006
59. Internationale Filmfestspiele in Cannes
Bestes Drehbuch - Volver - Zurückkehren
2003
56. British Academy Awards
Bestes Originaldrehbuch - Sprich mit ihr - Hable con ella
2002
15. Europäischer Filmpreis
Europäischer Regisseur des Jahres - Sprich mit ihr - Hable con ella
2002
15. Europäischer Filmpreis
Europäischer Drehbuchautor des Jahres - Sprich mit ihr - Hable con ella
2002
75. Oscar-Verleihung - Academy Awards
Bestes Originaldrehbuch - Sprich mit ihr - Hable con ella
2000
53. British Academy Awards
Beste Regie (David Lean Award) - Alles über meine Mutter
1999
12. Europäischer Filmpreis
Beste Regie (Publikumspreis) - Alles über meine Mutter
1999
52. Internationale Filmfestspiele in Cannes
Beste Regie - Alles über meine Mutter
 

Filmografie

Die Haut, in der ich wohne

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2011

Zerrissene Umarmungen

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2009

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-
2009

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