Quentin Tarantino


  • Bürgerlicher Name
    Quentin Jerome Tarantino
  • Geburtstag
    27.03.1963
  • Geburtsort
    Knoxville, Tennessee

Quentin Tarantino


  • Bürgerlicher Name
    Quentin Jerome Tarantino
  • Geburtstag
    27.03.1963
  • Geburtsort
    Knoxville, Tennessee
 

Sein in nicht chronologisch angeordnete Episoden gegliederter Gangsterfilm "Pulp Fiction" bedeutete in seiner Mischung aus satirisch überzogenen Gewaltszenen, grotesker Situationskomik und kommentierendem Pop-Soundtrack eine Zäsur in der Geschichte des Kriminalfilms. Das Gewaltpotential wurde in nachfolgenden Filmen weiter ausgereizt, wobei der ironische und makabre Touch in vielen Fällen auf der Strecke blieb - Modefilme "à la Tarantino" liefen sich tot. "Pulp Fiction" selbst ist eine Geschichte um zwei coole Killer und die Frau eines schwarzen Gangsterbosses, der vergewaltigt wird, zeigt Club-Szenen mit dem berühmten Twist zwischen John Travolta und Uma Thurman, erzählt die Story des abgehalfterten Boxers, der aussteigt und auf den Gangster trifft, und die der zwei Möchtegern-Punk-Diebe im Diner. Der Film ist eine kalkulierte Mischung aus Film noir, Hemingway, Black Movies, Splatter Movies und Slacker-Filmen und erhielt in Cannes die "Goldene Palme" und den "Oscar" für das beste Drehbuch.
Quentin Tarantino, geboren 1963, wuchs in Los Angeles auf, arbeitete in einem Videoladen, eignete sich autodidaktisch ein umfangreiches Wissen an und begann, Drehbücher zu schreiben. Sein erster Film "Resevoir Dogs", ein inoffizielles Remake des Hongkong-Films "Ring of Fire" (1989, von Ringo Lam), spielt mit den Mustern des Gangsterfilms und ist wegen gewalttätiger Szenen (u.a. das Ohrabschneiden zur Musik von "Stuck in the Middle with You") umstritten. Nach dem Erfolg von "Pulp Fiction" förderte Tarantino Projekte von Freunden, beteiligte sich an dem Episodenfilm "Four Rooms", der ein Misserfolg wurde, schrieb Drehbücher, trat in dem von ihm geschriebenen "From Dusk Till Dawn" als Darsteller auf und produzierte billige Horrorfilme. Sein dritter Spielfilm "Jackie Brown", nach dem Roman "Rum Punch" von Elmore Leonard, nimmt die Themen von Verbrechen und Verrat aus "Pulp Fiction" wieder auf und gruppiert sie um die Geschichte einer schwarzen Stewardess (Pam Grier), die sich zwischen Waffenhändlern, Geldschmuggel, FBI-Observation und einem sie liebenden Kautionsmakler mit der Beute den Weg in die Freiheit trickst. Der Film bedeutet in seinem betont langsamen Erzählgestus, mit Charakteren, die entwickelt werden, und linearer Handlung einen Wechsel in Tarantinos Schaffen, der diesmal eine Frauenfigur, die schwarze Königin des Blaxploitation Films der 70er Jahre, Pam Grier, eines von Tarantinos Idolen, in ihrer imposanten erotischen Körperlichkeit zum Zentrum macht. Tarantino ist der Mittelpunkt einer Strömung abseits von Hollywood, die sich als neue Welle junger Wilder versteht und zu der u.a. Roberto Rodriguez ("Desperado"), Roger Avary ("Killing Zoe"), Peter Medak ("Romeo is Bleeding") und die Schauspieler Michael Madsen, Tim Roth und Harvey Keitel, der die Gruppe ursprünglich förderte, gehören.
Auf sein nächstes Projekt "Kill Bill", das erneut sämtliche Elemente der pulp fiction zu einer Blaxploitation-Kung-Fu-Martial-Arts-Genremixtur mit Uma Thurman als weiblicher Heldin vereinen wird, ließ Tarantino fünf Jahre warten. 2004 folgte dann der zweite Teil des langen Rachefeldzugs gegen die Viper-Organisation. In "Kill Bill Vol.2" kommt es zum furiosen Endkampf zwischen der Braut (Uma Thurman) und Elle Driver (Daryl Hannah), der Bösesten unter den Killern. Beim Drehbuch war Uma Thurman mitbeteiligt (wie auch schon im Vorgägngerfilm).
Als Gastregisseur drehte er 2005 in Robert Rodriguez Splatter-Melodram "Sin City" eine Szene. Die beiden Regisseure inszenierten ein Jahr später als nächstes Projekt den Action Horror-Thriller "Grindhouse". Der Film setzt sich aus zwei Teilen zusammen mit einer gemeinsamen Laufzeit von 191 Minuten. "Death Proof" nennt Tarantino seine Episode, die von einem psychopathischen Killer (Kurt Russell) handelt, der eine Jagd auf junge Schauspielerinnen veranstaltet. Der Film wurde für die Goldene Palme in Cannes nominiert.
Einen neuen Höhepunkt erreichte Tarantinos Karriere mit "Inglourious Basterds" (2009). Selten wurde schon im Vorfeld so viel und hitzig über eine Filmproduktion gesprochen und diskutiert wie hier, seien es über Details des Drehbuches oder der exquisiten Besetzung. Für die wilde, mehrsprachige Zweite-Weltkriegs-Mär räumte vor allem einer bei den Preisvergaben ab: Christoph Waltz für seine Rolle als smart-diabolischer Judenjäger. Der Film war ein gleichermaßen kritischer wie kommerzieller Erfolg.
2007 erhielt Quentin Tarantino den ACE-Golden-Eddie-Award als Filmemacher des Jahres.

Quentin Tarantino

  • Bürgerlicher Name
    Quentin Jerome Tarantino
  • Geburtstag
    27.03.1963
  • Geburtsort
    Knoxville, Tennessee
  • Geburtsland
    USA
  • Familie
    Vater: Tony Tarantino
    Mutter: Connie Zastoupil, Managerin in einer Firma für Medizintechnik
    Stiefvater: Curt Zastoupil, Musiker
  • Autogrammadresse
    c/o A Band Apart Prod.
    10202 W. Washington Blvd.
    Culver City, CA 90232
    USA
  • Links
    http://www.tarantino.info (Fan-Seite)

Tarantino wird Kino-Chef in L.A.

Handgemacht und schön dreckig!

Quentin Tarantino sagt ab sofort im "New Beverly Cinema" an, wo's lang geht (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Quentin Tarantino sagt ab sofort im "New Beverly Cinema" an, wo's lang geht (Foto: Kurt Krieger)

Wo Quentin Tarantino draufsteht, da ist echtes Kino drin: Kernige Storys, epische Bilder, knackige Soundtracks - und das alles schön klassisch auf 35mm-Film statt in digitaler Technik, die der Regisseur zutiefst verabscheut.

Seinen persönlichen Filmgeschmack teilt Tarantino ab sofort nicht mehr nur über seine eigenen Werke mit den Fans, sondern er stellt als Kinobetreiber in Los Angeles auch sein eigenes Filmprogramm zusammen! Der Kultregisseur hat sich gerade selbst zum neuen Chef des traditionsreichen New Beverly Cinema ernannt.

Tarantino hatte das Haus 2007 erworben, weil er das Gebäude retten wollte, in dem zu dessen Zeiten als Varieté-Theater schon Größen wie Dean Martin und Jerry Lewis aufgetreten waren. Nach wechselhafter Geschichte, unter anderem als Erotik-Klitsche, wurde das New Beverly 1978 zum klassischen Kino mit der Spezialität, Double Features zu zeigen.

Nur echt auf 35 mm

Bis heute hatte die Familie Torgan diese Tradition als Betreiber weiter geführt. Einzige Ausnahme waren die Vorführungen der XXL-Fassung von Quentin Tarantinos "Django Unchained" im Dezember 2012. Das war einer der "Programmvorschläge", die Tarantino als Besitzer des Hauses gemäß Absprache von Zeit zu Zeit der Familie Torgan machte.

Nun übernimmt Tarantino selbst als offizieller Kino-Chef komplett das Geschäft und wird ebenfalls weiter Double Features zeigen - bevorzugt Streifen nach seinem eigenen Geschmack: "Was sich hauptsächlich ändern wird, wo ich jetzt das Kino übernehme, ist, dass ab sofort nur Werke gezeigt werden, die wirklich auf Film entstanden sind", verspricht der Regie-Star. "Nichts Digitales, basta! Wenn im Beverly etwas läuft, wenn wir es zeigen, dann ist es ein echter Film!"

Momentan laufen erst noch Renovierungsarbeiten in dem Haus, das nur einen einzigen Saal mit 228 Plätzen und riesiger Leinwand hat. Im Oktober soll das "New Beverly" dann in neuem Glanz erstrahlen und wieder Filmfans zum Double Feature locken. Die nächste Ausnahme gibt's dann bestimmt, wenn Tarantinos viel diskutiertes Western-Projekt "The Hateful Eight" fertig ist...

2013
66. British Academy Awards
Bestes Originaldrehbuch - Django Unchained
2013
70. Golden Globe
Bestes Drehbuch - Django Unchained
2012
85. Oscar-Verleihung - Academy Awards
Bestes Originaldrehbuch - Django Unchained
1995
48. British Academy Awards
Bestes Originaldrehbuch - Pulp Fiction
1995
52. Golden Globe
Bestes Drehbuch - Pulp Fiction
1994
67. Oscar-Verleihung - Academy Awards
Bestes Originaldrehbuch - Pulp Fiction
 

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