Tom Hanks als diebischer Rabenvater
Die Mutter im Irrenhaus, der Vater ein streunender Gauner, die Heimat eine langweilige Kleinstadt mitten im Nirgendwo zwischen New York und Toronto.
Großansicht
Schließen
Nach "Ladykillers" bald erneut als Gauner: Tom Hanks (Foto: Buena Vista)
Nach "Ladykillers" bald erneut als Gauner: Tom Hanks (Foto: Buena Vista)
Unter diesen wenig erfreulichen Umständen wächst der junge Ned Hall aus Richard Russos Roman "Der Sohn eines Diebes" auf. Die Geschichte um eine Familie, die so gar nicht ins Traumbild der amerikanischen Hinterlandsidylle passen will, geriet erwartungsgemäß zum Bestseller - und wird nun mit Tom Hanks als Rabenvater verfilmt.
Der Superstar spielt Ned Halls Erzeuger Sam, der den Filius schon kurz nach der Geburt im Stich lässt, um sich seinen kleinen Gaunereien und Diebeszügen zu widmen. Sam ist der typische Loser, ein Trunkenbold und Tunichtgut. Wann immer er sich bei seinem Sohn blicken lässt - und das passiert wahrlich nicht häufig - stiftet er nur Unheil.
Der Clou bei Russos Roman: Die Familienstory wird aus der Perspektive des Sohnes geschildert, der seinem verantwortunglosen Vater allen Verfehlungen zum Trotz sympathische Züge verleiht. Im Thema "Nobody's Fool" ähnlich, besticht "Der Sohn eines Diebes" - wie zuvor schon Russos zweite Filmvorlage "Im Zwielicht" - durch feine Charakterzeichnung und brillante Dialoge.
Einmal Ganove, immer Ganove
In Szene gesetzt wird das literarische Kleinod von Lawrence Kasdan, der auch die Drehbuchadaption übernimmt. Kasdan skriptete Top-Erfolge wie "Star Wars 2" & "3", "Indiana Jones" oder "Bodyguard" und war als Regisseur zuletzt mit der Stephen-King-Verfilmung "Dreamcatcher" im Kino.
Für Tom Hanks ist "Der Sohn eines Diebes" nach "Ladykillers", der im Juli ins Kino kommt, die zweite Gaunerrolle innerhalb kurzer Zeit. Die Parts seines Sohnes und seiner geisteskranken Frau sind noch zu besetzen.