Action und Slapstick
150 Mio. Dollar US-Einspiel für ihre Comic-Verfilmung "Scooby-Doo", das Sequel fest im Blick: Regisseur Raja Gosnell und Produzent Richard Suckle sprechen über Nostalgie, Respektlosigkeit und die Arbeit mit Hundepuppen.
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Wo gibt's was zu essen? Matthew Lillard und Scooby-Doo
Wo gibt's was zu essen? Matthew Lillard und Scooby-Doo
» "Scooby Doo" ist in Amerika Kult. Im Rest der Welt ist er dagegen lange nicht so bekannt...
RAJA GOSNELL: Deswegen haben wir auf viel Action und Slapstick gesetzt sowie auf eine internationale Starbesetzung mit Sarah Michelle Gellar, Freddie Prinze jr. und eben Rowan Atkinson.
» Wie dreht man einen modernen Film über eine Figur aus einer Zeit, die mit dem Heute wenig zu tun hat?
RICHARD SUCKLE: Die erste Folge lief 1969, aber der Film ist zeitgenössisch; wobei wir die nostalgischen Momente nicht rauslassen konnten, denn die gehören zu Scooby-Doos Erfolgsrezept.
RG: Wir wollten den Scooby-Doo-Konventionen gerecht werden und gleichzeitig sollte es respektlos sein.
Regisseur Raja Gosnell
» Wie schwierig war es, mit einem computeranimierten Scooby-Doo zu arbeiten?
RG: Es war die einzige Möglichkeit, diesen Film zu machen. Schwierig war es vor allem für die Schauspieler. Sie mussten mit einem Wesen spielen, das nicht da ist und hatten als Orientierungshilfe, wenn überhaupt, nur eine Puppe. Es hat lange gedauert, den Computer-Scooby-Doo zu entwickeln und ihn soweit zu perfektionieren, dass er lebendig wirkt, eine Seele bekommt.
Sarah Michelle Gellar, Linda Cardellini, Mathew Lillard und Freddie Prinze jr.
» Diese Art der Arbeit war neu für Sie. Wie sind Sie damit umgegangen, einen Titelstar zu haben, der erst später entsteht?
RG: Man stellt sicher, dass man genug Material hat. Manchmal haben wir sogar improvisiert und einfach eine Szene gedreht und gehofft, dass die Animatoren einen Weg finden, Scooby einzufügen.
» Noch vor ein paar Jahren wäre das nicht möglich gewesen.
RS: Ja, man musste sich exakt an das halten, was Storyboard und Drehbuch vorgaben. Die Technologie entwickelt sich aber von Jahr zu Jahr weiter und bietet Filmemachern immer mehr Freiheiten. Wir waren ein Jahr in Postproduktion und haben darauf gewartet, dass unser Held ein Gesicht, einen Körper bekommt. Und ich hatte keinen Tag Langeweile.
"<a href="http://www.kino.de/kinofilm/mr-bean/73104.html">Mr. Bean</a>" Rowan Atkinson als Mondavarious
» Warum fiel die Entscheidung für eine Live-Action-Aaption?
RS: Der Plan war immer, einen Familienfilm für 6 bis 60-Jährige zu machen. Natürlich bringen Sarah Michelle Gellar, Freddie Prinze Jr. und Matthew Lillard eine bestimmte Gruppe Fans mit, Rowan Atkinson eine weitere. Wir wollten eine gesunde Mischung. Genauso ist es mit dem Humor, der mit Pupsen und Rülpsen für Kinder funktioniert, aber auch noch genügend Anspielungen für älteres Publikum bietet.
» Warum hat es solange gedauert bis Scooby-Doo überhaupt gemacht wurde?
RG: Die Technologie war erst jetzt reif dafür. "Jurassic Park" hatte zwar Dinosaurier, aber die hatten kein Fell. "Stuart Little" hatte Fell, ist aber sehr klein und hat keinen ausgeprägten Körper. Erst vor kurzem ist das "Fellprogramm" an einen Punkt gelangt, wo man einen fotorealistischen Hund wie Scooby-Doo erschaffen konnte.
Scooby-Doos Grinsen wird bald auch in Teil 2 bezaubern
» Die Marktsituation hat aber sicherlich auch etwas damit zu tun. Niemals zuvor wurden so viele auf Fortsetzungen angelegte Filme produziert, die auf populären Figuren oder Stoffen basieren.
RS: Ich weiß nicht, ob es die einzige Lösung ist. Es gibt immer noch ein paar Beispiele wie "Matrix", die aus einer originären Idee entstanden sind. Aber bei dem Preis, den Filme heute kosten, ist es dem Studio, das die Sache von einer rein wirtschaftlichen Seite aus betrachtet, natürlich lieber, wenn es bei einem Filmprojekt schon eingebaute Zuschauer gibt und man nicht ganz von vorne anfangen muss.
» War Scooby-Doo von vornherein als Franchise angelegt?
RS: Die Option ist da und auch vertraglich festgehalten, wie bei fast allen Filmen dieser Größenordnung.
Endlich: Hundchen und Herrchen beim gemütlichen Dinner
» Arbeiten Sie gemeinsam neben dem Sequel noch an einem anderen Projekt?
RG: Es ist noch in einer frühen Phase, aber wir haben ein Drehbuch um die Gebrüder Grimm. Die Grimms sind Glücksritter, die in kleinen Dörfern erst einen Spuk inszenieren, um ihn später gegen Geld zu verjagen. Das Gesetz kommt ihnen auf die Schliche und zwingt sie, einen echten Spuk aufzuklären - ein Actionabenteuer in der Tradition von "Sleepy Hollow" und "Die Mumie". Wir würden es sehr gerne in Deutschland drehen.