Hinter den Kulissen: "8 Frauen" vor einer Kamera - der Regisseur muss Franzose sein
Eine Filmdiva alleine kann einen Regisseur locker in die Verzweiflung treiben - Brigitte Bardot, Marylin Monroe oder auch Sharon Stone haben das mit links geschafft. So gesehen hat Francois Ozon wirklich Großes geleistet: Gleich acht Diven folgten brav den Regieanweisungen des 34jährigen - eine Aufgabe, um die er auf den ersten Blick nicht zu beneiden und auf den zweiten zu bewundern ist.
Gruppenbild mit Damen: Versammlung der Diven
Immerhin handelte es sich nicht um irgendwelche Schauspielerinnen, sondern um die "Crème de la Crème" des französischen Films: Catherine Deneuve, Isabelle Huppert, Emmanuelle Béart, Fanny Ardant, Virginie Ledoyen, Danielle Darrieux, Ludivine Sagnier und Firmine Richard - allesamt grandiose Miminnen.
Ozon wollte aber genau diese Herausforderung. Lange, bevor er überhaupt an "8 Frauen" dachte, hegte er den Wunsch, einen nur mit Schauspielerinnen besetzten Film zu realisieren.
Zunächst plante er eine Wiederverfilmung von George Cukors "Die Frauen". Aber zwei davon kamen ihm zuvor: Julia Roberts und Meg Ryan hatten sich bereits die Option auf dieses Remake gesichert. Der arme Ozon musste das Projekt auf Eis legen.
<br />Die Frauen sind zwar schön, haben es aber auch ganz schön in sich
Eine Ode an die Weiblichkeit
Dann stieß er auf ein Theaterstück von Robert Thomas mit dem Titel "8 Frauen", eine Krimikomödie, in der ausschließlich Frauen auftreten. Sie sind in einem Haus eingeschlossen und einander ausgeliefert. Für Ozon der richtige Rahmen für eine Ode an die Weiblichkeit.
Ozon dazu: Wie "Tropfen auf heiße Steine" ist "8 Frauen" ein anti-naturalistischer Film, der Stilisierung und Künstlichkeit nutzt, um weibliche Schönheit und Glamour zu vermitteln. Jede Schauspielerin sollte ein Schönheitsideal verkörpern, das das Publikum zum Träumen bringt."
Da liegt er der Hausherr - und jede der Frauen könnte es gewesen sein
8 Frauen - 8 Schönheitsideale
Natürlich ist es für einen jungen Filmemacher eine große Herausforderung, mit Leinwandgrößen wie Deneuve, Huppert oder Beart zu drehen, die bereits mit Regisseuren wie Claude Chabrol, François Truffaut und Jean-Luc Godard zusammengearbeitet haben.
Die Hauptschwierigkeit bestand vor allen Dingen darin, die Stärken jeder einzelnen Diva zur Geltung zu bringen, ohne damit die Spielfreunde der anderen einzuengen. In Francois Ozons Vorstellung sollte jede Schauspielerin ein Schönheitsideal vermitteln.
Catherine Deneuve und Fanny Ardant in ihren beeindruckenden Kostümen
Atemberaubende Kostüme
Ein wichtiges Mittel waren daher die Kostüme, die auch einen Eindruck des jeweiligen Charakters der dargestellten Person geben. Fanny Ardant, die die Rolle einer ehemaligen Cabaret-Tänzerin verkörpert, ist in einem schwarzroten, hautengen Kleid zu sehen. Pikantes Detail: Es wurde so eng genäht, dass Ardant darunter keine Wäsche tragen konnte.
Keine Frage, warum sowohl der Regisseur mit den Hauptdarstellerinnen, als auch diese untereinander wunderbar harmonierten: Ozon verlangte ihnen Höchstleistungen ab.
Ein echter Augenschmaus: Catherine Deneuve tanzt
Künstlerische Herausforderungen
Die acht Diven mussten spielen, sprechen, singen - und tanzen. Jede Persönlichkeit im Film wird über eine individuelle Choreografie herausgearbeitet.
Emmanuelle Beart, die in ihrer Karriere bereits einige Tanzerfahrungen gesammelt hat, bereitete dieser Teil der Dreharbeiten erheblich weniger Schwierigkeiten als Catherine Deneuve. Nach Aussage von Sebastien Charles, der für die Choreographie zuständig war, brauchte die Deneuve viel Ermutigung und Zuspruch. Sie meisterte die Herausforderung, wie es sich für eine Diva gehört:
"Meine Natur ist es eher Kino zu machen, als Schauspielerin zu sein. Ich bin eine Dienerin des Films," sagte sie.
Insgesamt scheint ihr die Arbeit mit den anderen Frauen jedoch viel Spaß gemacht zu haben. Angeblich schenkte sie jeder ihrer Kolleginnen am letzten Drehtag eine rote Rose.