Roger Donaldson


  • Geburtstag
    15.11.1945
  • Geburtsort
    Ballarat
 

Für ihn ist Geschichte erzählbare Spannung, die sich, ohne trocken zu sein, in ausgefeilten Dialogpassagen und gekonnten Interaktionen der handelnden Personen herstellen lässt. Regisseur Roger Donaldson schaffte das Kunststück mit "Thirteen Days" (2000), der Rekonstruktion jener 13 Tage im Oktober 1962, als die Welt am Rande des Atomkriegs stand und Präsident John F. Kennedy die Seeblockade über Kuba verhängte. "Thirteen Days" war Donaldsons zweiter Ausflug ins Weiße Haus und der zweite Film mit Kevin Costner, der hier Kennedys persönlichen Berater spielte und 1986 mit Donaldsons Hollywooddebüt, dem Thriller "No Way Out", einen Karrieresprung erfuhr. In "No Way Out", der wegen der Liebesszene in der Limousine zwischen Costner und Sean Young in die Annalen des erotischen Films einging, sind Mitglieder der amerikanischen Regierung in einen Mordfall verwickelt.
Donaldson wurde 1945 in Australien geboren, ging mit 19 nach Neuseeland, wo er seine Karriere als Standfotograf und mit der Produktion von TV-Werbung und Serien begann. Sein Filmdebüt "Sleeping Dogs", ein in die Zukunft projizierter Politthriller, war 1977 der erste neuseeländische Film seit 15 Jahren und führte zur Gründung eines Filmfonds; "Smash Palace" (1981) wurde zum Festivalhit und brachte ihn mit Produzentenlegende Dino de Laurentiis zusammen, für den er 1984 "Die Bounty" inszenierte, die dritte Kinoversion der Meuterei auf hoher See, in der Mel Gibson die Marlon Brando/Clark Gable-Rolle, und Anthony Hopkins die Trevor Howard/Charles Laughton-Rolle übernahm.
In den USA schickte Donaldson Tom Cruise 1987 in "Cocktail" auf die Reise durch Cocktailbars und ließ Robin Williams als Autoverkäufer und Tim Robbins als nervigen Geiselnehmer in "Cadillac Man" aufeinandertreffen. Er wagte sich an das Remake des Sam-Peckinpah-Klassikers "The Getaway" nach dem Roman von Jim Thompson (mit Kim Basinger und Alec Baldwin in den Rollen von Ali MacGraw und Steve McQueen), bei dem er die Erotik in dem ansonsten beinahe identischen Thriller stärker betonte. Dem Science-Fiction-Horrorfilm "Species" um ein verführerisches Alien aus dem All (Model Natasha Henstridge) folgte mit "Dante's Peak" ein Katastrophenfilm um einen Vulkanausbruch, in dem Pierce Brosnan als renommierter Vulkanologe den Ausbruch vorhersagt und ihm niemand glaubt.
Mit dem spannenden Spionagethriller "The Recruit - Der Einsatz" (2003) inszenierte Donaldson ein Drama um Verrat beim CIA und paarte in einem packenden Schauspielerduell Al Pacino als Anwerber und Ausbilder und Colin Farrell als manipulierter Computerspezialist. "The World's Fastest Indian - Mit Herz und Hand" (2006) entstand nach der Biografie von Motorradrennfahrer Burt Munro (1899-1978), der mit 63 einen Geschwindigkeitsrekord aufstellte, und ist großes Solo für Sir Anthony Hopkins als unangepassten Senior.

Roger Donaldson

  • Geburtstag
    15.11.1945
  • Geburtsort
    Ballarat
  • Geburtsland
    Australien

"Ein Stück Papier wird zu einem Film"

Mit dem Krimi "Bank Job" landete der australische Regisseur Roger Donaldson in den USA einen der Überraschungshits des Kinofrühjahrs und auf Nummer eins in den britischen Charts.

"Bank Job": Jason Statham und sein Team wollen den Safe knacken (Foto: Kinowelt) Großansicht

"Bank Job": Jason Statham und sein Team wollen den Safe knacken (Foto: Kinowelt)

» Was reizte Sie an "Bank Job"?

ROGER DONALDSON: Mir gefiel, worum es bei der Geschichte ging. Die sozialen Folgen waren ebenso reizvoll wie der pure Unterhaltungswert. Mich sprach an, dass der Film eine zeitlose Aussage über die britische Gesellschaft trifft. Es ist eine Art Seifenoper über die britische Lebensart, verpackt in einen höchst spannenden Thriller. Als Regisseur muss man auf so etwas einfach anspringen.

» Die wahre Begebenheit des "Walkie-Talkie-Bankraubs", auf dem der Film basiert, war Ihnen also kein Begriff?

Nein, ich hege zwar eine perverse Faszination für die Auswüchse des Lebens in England, aber davon hatte ich noch nie gehört. Man schickte mir das Drehbuch zu, zusammen mit ein paar Zeitungsausschnitten von damals. Das weckte mein Interesse. Als ich dann noch von demjenigen, der das Projekt von Beginn an begleitet hatte, Hintergrundinformationen erhielt, wurde mir klar, dass ich diesen Film drehen wollte. Und zwar in London, denn dieser Abschnitt der Geschichte interessiert mich.

Regisseur Roger Donaldson am Set von "Bank Job" (Foto: Kinowelt) Großansicht

Regisseur Roger Donaldson am Set von "Bank Job" (Foto: Kinowelt)

» War es eine Herausforderung, mit einem so großen Ensemble zu arbeiten?

Es gibt mehr als 70 Sprechrollen in "Bank Job", und jede von ihnen ist wichtig. Aber das bereitete mir keine Sorgen. Ich habe schon in der Vergangenheit Ensemblefilme gedreht und dabei gelernt, dass es entscheidend ist, sich bei der Besetzung besonders viel Mühe zu geben. Alle Figuren müssen voneinander leicht zu unterscheiden sein. Dann kommt man nicht in Schwierigkeiten.

» Was war Ihr konkreter Beitrag zum Drehbuch?

Als ich an Bord kam, war die Geschichte mehr eine komödiantische Betrachtung der britischen Gesellschaft. Ich hatte nichts gegen den humoristischen Aspekt, der sich auch im fertigen Film durchaus findet. Mir gefiel aber gerade die politische Dimension ausgesprochen gut, und ich wusste, dass man ihr in Form eines Thrillers gerecht werden konnte.

 

Filmografie

kino.de

Seeking Justice

Drama / Thriller Zum Film

2011

Bank Job

Thriller / Kriminalfilm - Familienmensch Terry (Jason Statham) ist ein Kleingauner, der seiner alten Freundin Martine (Saffron Burrows) zuliebe ein... Zum Video

2008

The World's Fastest Indian

Abenteuer / Drama - Wenn Burt Munro (Anthony Hopkins) in den späten 60ern nicht gerade mit seiner aus dem Jahr 1920 stammenden Indian Spirit... Zum Video

2005

Werbung

 
Hoch

Dante's Peak (Jahr100Film, Special Edition)

Die Kleinstadt Dante's Peak liegt unmittelbar am Fuße des gleichnamig...


Runter
 

facebook

 
Hoch Runter
 

Kostenloser Newsletter