Ron Clements


  • Geburtstag
    25.04.1953
 

Gemeinsam mit seinem Partner John Musker war Ron Clements in den 80er und 90er Jahre für einige der größten Erfolge der Disney-Zeichentrick-Studios verantwortlich. Musker und Clements haben seit ihrem Regiedebüt 1986 mit "Basil, der große Mäusedetektiv", der die Arbeit des Meisterdetektivs Sherlock Holmes in der Mäusewelt spiegelt, vermehrt Computer in die Animationsarbeit eingebracht, um mit Hilfe digitaler Effekte vor allem die Bewegungsabläufe der Figuren schneller und temporeicher gestalten zu können. Seinen Höhepunkt erreichte dieses Verfahren mit "Aladdin" in der Figur des Flaschengeistes Dschinn. "Aladdin" war der größte Kassenerfolg eines Disney-Zeichentrickfilms, bevor "Der König der Löwen" noch größere Einnahmen erzielte. Musker und Clements realisierten "Arielle, die Meerjungfrau" (nach dem Märchen "Die kleine Meerjungfrau" von Hans-Christian Andersen) und die Abenteuer des antiken griechischen Helden "Hercules". Clements fing 1974, Musker 1977 bei Disney an. Beide durchliefen die Karriere vom Phasenzeichner über den Assistenz-Zeichner, bis sie sich 1986 für "Basil" in der Regie zusammentaten. Während Musker seine Ausbildung an der Kunsthochschule erst beendete und in dieser Zeit ein Praktikum bei Disney machte, drehte Clements den 15-minütigen Kurzfilm "Shades of Sherlock Holmes", der später die Grundlage für "Basil" bildete. Beide waren seit ihrer Jugend überzeugt, in der Zeichentrickkunst einmal Karriere machen zu können, und beide hatten Disneys "Pinocchio" als wesentliche Inspirationsquelle.

Ron Clements

  • Geburtstag
    25.04.1953
  • Geburtsland
    USA

Making of: "Der Schatzplanet"

Lange mussten John Musker und Ron Clements warten, bis sich die beiden erfolgreichsten Zeichentrick-Regisseure aller Zeiten ihren erklärten Traum selbst erfüllen konnten: eine vor Fantasie nur so strotzende Science-Fiction-Version von Robert Louis Stevensons Klassiker "Die Schatzinsel".

Mit dem Raumschiff zum Schatzplaneten Großansicht

Mit dem Raumschiff zum Schatzplaneten

Vor 17 Jahren äußerten die beiden in einem Studio-Meeting bei Disney erstmals den Wunsch, die Abenteuer des Jim Hawkins neu zu erzählen - und zwar als überwältigendes Zeichentrickepos.

Damals wurde noch abgewinkt. Lieber gab man dem zweiten Musker-Clements-Vorschlag, "Arielle, die Meerjungfrau", den Zuschlag. Der Stoff war näher an der damaligen Disney-Philosophie und als Projekt deutlich überschaubarer.

Es ist Ironie des Schicksals, dass ausgerechnet der überwältigende Erfolg von "Arielle" und die daraus resultierende Renaissance des Zeichentrickfilms "Der Schatzplanet" den Weg ebneten. Denn obwohl Musker und Clements mit "Aladdin" und "Hercules" noch zwei weitere Filme einschoben, verloren sie ihre Stevenson-Verfilmung nie aus den Augen.

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Im Weltall gibt es viel zu entdecken

#RIGHT] Der Durchbruch war "Tarzan", bei dem erstmals die Deep-Canvas-Technologie zum Einsatz kam. Sie erlaubt es Animationskünstlern, die Kamera räumlich durchs Bild gleiten zu lassen.

"Der Schatzplanet" verlässt sich in großem Maße auf diese Technik und wirkt daher wie ein Action-Spielfilm, allerdings mit dem Charme, der nur im Animationsfeld möglich ist. Dafür sorgten unter anderem die Topzeichner John Ripa und Glen Keane, die ihre Figuren, Jim Hawkins und Long John Silver, teilweise gleichzeitig auf dem selben Zeichenblatt animierten und die Figuren sozusagen selbst spielten. Und das ist fast so revolutionär wie Deep Canvas.


DIE FILMEMACHER IM GESPRÄCH:

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Die kreativen Köpfe Ron Musker und John Clements

Die kreativen Köpfe Ron Musker und John Clements

» Sie haben das Projekt bereits vor 17 Jahren erstmals vorgeschlagen. Entspricht das Ergebnis Ihrer damaligen Vorstellung?

JOHN MUSKER: Das wird Sie überraschen: Ja. Stimmt, vieles wäre damals nicht umsetzbar gewesen - wie der im Computer entstandene Ölgemälde-Look der Hintergründe oder das freie Bewegen der Kamera in Räumen, was erst durch die Deep-Canvas-Technologie umsetzbar gemacht wurde. Aber deshalb haben wir auch so lange mit der Adaption von "Die Schatzinsel" gewartet. Alles sollte bei diesem Projekt perfekt sein, und wir wollten auch nur mit den besten Leuten des Hauses arbeiten. Das Warten hat sich gelohnt!

RON CLEMENTS: Wir hatten aber auch Glück, dass wirklich nur die besten Künstler für unseren Film frei waren. Das ist keinesfalls selbstverständlich, weil bei Disney parallel immer an mehreren Trickfilmen gefeilt wird.

"Der Schatzplanet" bietet<br />Abenteuer pur

"Der Schatzplanet" bietet<br />Abenteuer pur

» Wie legten Sie die Mischung aus Abenteuer und Science-Fiction fest, die den besonderen Zauber dieses Films ausmacht?

MUSKER: Wir wollten nicht zuviel Science-Fiction. Der Film sollte auf keinen Fall zu technisch werden. Der Durchbruch kam, als wir uns dafür entschieden, den Film in einem eigenen Universum anzulegen, in dem es auch möglich ist, ohne Sauerstoffanzug im Weltall zu atmen. Diese Entscheidung eröffnete uns ungeahnte Möglichkeiten.

CLEMENTS: Anfangs schwebte uns ein Mix aus 60 zu 40 Prozent vor. Aber das war zu futuristisch. Die letzte Vorgabe für alle Beteiligten war dann 70 Prozent Vorlage, 30 Prozent Science-Fiction.

Der junge Held Jim Hawkins kämpft an der Seite von Doktor Doppler und Kapitän Amelia

Der junge Held Jim Hawkins kämpft an der Seite von Doktor Doppler und Kapitän Amelia

» Wie teilten Sie beide sich die Arbeit auf?

CLEMENTS: Weil wir streitsüchtig sind, teilten wir die Filme nach Szenen auf. Dann kommt man sich nicht ins Gehege. Aber die wichtigen kreativen Entscheidungen trafen wir natürlich gemeinsam.

» Ihre Sprecher sind allesamt Stars. War dies ihre Traumbesetzung?

MUSKER: Ja, da hatten wir Glück. Anders als bei "Hercules". Da wollten wir eigentlich Jack Nicholson als Hades. Tja, Pech gehabt.


Tom Schumacher: "Ist doch klasse"

<br />Disney-Spezialist<br />Tom Schumacher

<br />Disney-Spezialist<br />Tom Schumacher

» Sie sind Chef der Zeichentrick-Abteilung. Ist "Der Schatzplanet" ein besonders großes Risiko für Disney?

TOM SCHUMACHER: Jeder Film dieser Größe ist ein Risiko. Aber diese Frage wird mir vor jedem Film gestellt - und im Nachhinein heißt es immer: War ja klar, dass es ein Hit wird. Also macht mich allein Ihre Frage schon sehr zuversichtlich.

» Warum funktioniert dieser Film?

SCHUMACHER: Für mich funktioniert er, weil er tolle Charaktere hat. Weil er eine tolle Kulisse hat. Weil die Geschichte von Jim Hawkins so universell und gerade gegenwärtig hochaktuell ist. Das simple Thema ist einfach wundervoll: Junge träumt von Schatz, sucht Schatz, kehrt mit Schatz zurück nach Hause, der aber ein anderer Schatz ist als ursprünglich gedacht - der Schatz ist sein Ich. Ist doch klasse.


Produzent Roy Conli: "Habe jede Sekunde geliebt"

Produzent Ray Conli ist begeistert

Produzent Ray Conli ist begeistert

» Sie haben Jahre in den Film investiert...

ROY CONLI:... und jede Sekunde davon geliebt! "Die Schatzinsel" war immer mein Lieblingsroman. Und ich liebe Science-Fiction. Dass ich jetzt mit John und Ronan an einer Filmfassung arbeiten durfte, die beide Elemente vereint, ist die Erfüllung meines Lebenstraums.

» Die Budgets für Trickfilme von Disneys scheinen unermesslich.

CONLI: Natürlich ist das ein Irrtum. Obwohl sich die Arbeit über Jahre erstreckt, ist jeder Schritt minutiös geplant, um die Kosten überschaubar zu halten.

» Ist das möglich, wenn man mit völlig neuen Technologien arbeitet?

CONLI: Sicher. Unsere Entwicklungsphasen sind großzügig bemessen. Und wir arbeiten nur mit den besten Leuten. Da sind Topergebnisse garantiert - und zwar pünktlich.

 

 

Filmografie

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1997
 
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