Sandra Bullock


  • Bürgerlicher Name
    Sandra Annette Bullock
  • Geburtstag
    26.07.1964
  • Geburtsort
    Arlington, Virginia

Sandra Bullock


  • Bürgerlicher Name
    Sandra Annette Bullock
  • Geburtstag
    26.07.1964
  • Geburtsort
    Arlington, Virginia
 

Patent, ein guter Kumpel, mit dem man Pferde stehlen kann, energisch und gleichzeitig das sexy Mädchen von nebenan: So trat Sandra Bullock in der Rolle der den Bus mit der Bombe lenkenden und stets bei 50 km/h haltenden Passagierin in dem Action-Thriller "Speed" mit Verve in ihre Weltkarriere ein. Ihr herzliches breites Lachen brachte ihr den Beinamen "Sandra Sonnenschein" ein, und auf Filmsets ist sie besonders bei der Crew beliebt wegen ihrer unkomplizierten Art.
Die als Tochter einer deutschen Opernsängerin und eines amerikanischen Gesangslehrers 1964 in Arlington, Virginia, geborene Bullock verbrachte ihr halbes Leben auf Tourneen, konzentrierte sich, als die Eltern in den USA blieben, auf die Theaterschauspielerei und begann bei Film und Fernsehen in kleinen Rollen.
Darunter sind die als Lenina Huxley in dem SF-Actioner "Demolition Man" und die der auf der Autobahnraststätte verschwundenen Ehefrau in "Spurlos" die bekanntesten. Der Durchbruch kam mit drei Hits in Folge: "Speed", die romantische Komödie "Während du schliefst", in der sie mit Bill Pullman das Flirten um den Begriff des "Andrückens" erweitert, und der Thriller "Das Netz".
In den folgenden Jahren pendelte ihre Karriere zwischen mittleren Erfolgen (die John-Grisham-Verfilmung "Die Jury") und Flops ("In Love and War", als Krankenschwester, die mit Ernest Hemingway eine Affäre hat), die an der Wahl ihrer Stoffe zweifeln ließen, bis sie mit "Miss Undercover", dem 2005 eine weniger erfolgreiche Fortsetzung folgte, wieder an ihre besten Leistungen anknüpfen konnte.
In der Pygmalion-Geschichte spielte sie eine schlampige FBI-Agentin, die als Miss New Jersey in die nationalen Miss-Wahlen eingeschleust wird und ein Attentat verhindert. Die dankbare Aufgabe, aus der Kratzbürste mit dem grunzenden Lachen eine Schönheit zu machen, oblag Sir Michael Caine als Benimmlehrer. In Barbet Schroeders Hitchcock-Hommage "Mord nach Plan" ist sie die Polizistin, die das von zwei Teenagern perfekt geplante Verbrechen aufklärt und dabei mit ihrer eigenen Vergangenheit vor Gericht gehen muss.
Ähnliche Auseinandersetzungen führt Bullock in der Rolle der jungen Theaterregisseurin Siddalee Walker in dem Südstaatendrama "Die göttlichen Geheimnisse der Ya-Ya-Schwestern", in der sie die Beziehung zu ihrer exzentrischen Mutter aufarbeitet. Mit "Ein Chef zum Verlieben" wechselt Bullock 2003 als von ihrem Chef Hugh Grant beinahe in den Wahnsinn getriebene Anwaltsgehilfin zurück ins romantische Komödienfach, in dem sie mit "Selbst ist die Braut" 2009 erneut erfolgreich war.
Doch es ist eine ernste Rolle, die Bullock den vorläufigen Karrierehöhepunkt bescherte: In "Blind Side - Die große Chance" nimmt sie nach einer wahren Begebenheit ein afroamerikanisches Football-Talent unter ihre Fittiche. Dafür gab's gleich im ersten Anlauf den Oscar als beste Hauptdarstellerin.
Dann bildete sie in "Taffe Mädels", einer weiblichen Variante des Buddymovies á la "Lethal Weapon", mit Melissa McCarthy ein Copduo. Im anspruchsvollen SciFi-Thriller "Gravity" von Alfonso Cuarón ist sie nun neben George Clooney - die beiden sind die einzigen Darsteller des Films - als verunglückte Astronautin zu sehen. In Cannes gab es dafür großes Lob, das Space-Epos wird sogar mit Stanley Kubricks "2001 - Odyssee im Weltraum" verglichen.
Bullock, auch Fräulein "Anti-Glamour" genannt, hat im Internet eine begehrte Website und reagiert gelassen auf gefälschte Nacktfotos, auf denen ihre Brüste vergrößert sind. Mehrfach für "Golden Globes" nominiert, erhielt die Schauspielerin vom Publikum, der Filmindustrie und dem Verband der Kinobetreiber mehrere Popularitätspreise (People's Choice Award, Blockbuster Entertainment Award). Für einen ihrer ersten Filme, Peter Bogdanovichs Country-Komödie "The Thing Called Love", in dem sie eine Nachwuchssängerin spielte, komponierte sie den Song "Heaven Knocked on My Door".

Sandra Bullock

  • Bürgerlicher Name
    Sandra Annette Bullock
  • Geburtstag
    26.07.1964
  • Geburtsort
    Arlington, Virginia
  • Geburtsland
    USA
  • Familie
    Mutter: Helga Bullock (Opernsängerin, Deutsche, gestorben am 4.4.2000)
    Vater: John Bullock (Gesangslehrer)

    Schwester Gesine Bullock-Prado (Anwältin, Vize-Präsidentin von Fortis Films)

    5 Hunde: Mr. Mustard, Bob, Luigi, Pony und Baba

    Ehemann: Jesse James (Reality-TV-Star, seit 16. Juli 2005)
  • Autogrammadresse
    c/o Creative Artists Agency
    9830 Wilshire Blvd
    Beverly Hills, CA 90212
    USA
  • Links
    http://www.sandrabullock.de/ (Fan-Seite)
    http://www.sandra-bullock.co.uk/ (Fan-Seite)

Fast schwerelose Oscar-Party

Wenn es nur nach der Zahl der Goldjungs geht, sind die "Gravity"-Macher völlig losgelöst vor Glück. Doch als der wichtigste Preis vergeben wurde, schlug die Entscheidung ein wie der Weltraumschrott in die ISS…

Beste Hauptdarsteller: Cate Blanchett für "Blue Jasmine" und Matthew McConaughey für "Dallas Buyers Club". Lupita Nyong'o ist beste Nebendarstellerin in "12 Years A Slave", dem besten Film. Die meisten Oscars gewinnt Alfonso Cuaróns "Gravity". (Foto: ©A.M.P.A.S.) Großansicht

Beste Hauptdarsteller: Cate Blanchett für "Blue Jasmine" und Matthew McConaughey für "Dallas Buyers Club". Lupita Nyong'o ist beste Nebendarstellerin in "12 Years A Slave", dem besten Film. Die meisten Oscars gewinnt Alfonso Cuaróns "Gravity". (Foto: ©A.M.P.A.S.)

Die Academy hat eine ihrer ungeschriebenen Regeln gebrochen, die da lautet: Wenn ein Film die meisten Oscars gewinnt und auch noch den Preis für die Regie, dann gibt's auch den Preis für den besten Film.

Demnach hätte "Gravity" den wichtigsten Academy Award bekommen müssen. Denn das bahnbrechende Weltraum-Epos räumte von seinen zehn Nominierungen sieben Oscars ab und war damit eigentlich der Gewinner des Abends: Alfonso Cuarón durfte sich über den Regie-Preis freuen, dazu gab's Auszeichnungen für Kamera, Schnitt, Musik, Ton, Tonschnitt und Spezialeffekte. Lediglich bei Kostümen und Ausstattung hatte passend zum Genre die opulente Romanverfilmung "Der große Gatsby" die Nase vorn.

Doch zum Finale einer Oscar-Verleihung, die lange nach einem großen Siegeszug für "Gravity" aussah, platzte dann die Bombe: Bester Film wurde das mitreißende Drama "12 Years a Slave".

Entsprechend überwältigt zeigte sich Regisseur Steve McQueen, der seine mit zittriger Stimme vorgetragene Dankesrede mit den Worten schloss: "Das ist für die über 20 Millionen Menschen, die auch heute noch in Sklaverei leben."

Es war ohnehin ein Abend der großen Gesten. Matthew McConaughey gewann wie erwartet den Preis als bester Hauptdarsteller für seine Leistung in "Dallas Buyers Club" als Aids-Patient, der zum Medikamentenschmuggler für Miterkrankte wird. Und für jene hatte der Preisträger ein Zitat aus seinem Debüt "Dazed and Confused" gewählt: "Just keep living" schloss er seine Danksagung für seinen ersten Oscar.

Neben McConaughey wurde auch Jared Leto als bester Nebendarsteller gefeiert für seinen Auftritt als ebenfalls erkrankte Dragqueen - und für seine Dankesrede, in der er den Menschen in der Ukraine und Venezuela seine Solidarität versicherte. Dazu gewann "Dallas Buyers Club" auch den Preis fürs beste Makeup - eine besondere Ehrung, nachdem Maskenbildnerin Robin Matthews vor der Verleihung enthüllt hatte, dass sie für den gesamten Film nur 250 Dollar ausgeben durfte und sie die Schminke der Erkrankten daher zum Teil aus Müsli-Bestandteilen herstellte.

Ihr seid doch alles alte Säcke in der Academy!

Cate Blanchett, die für ihre Leistung als abgestürzte Ex-Society-Lady in "Blue Jasmine" einen Favoritensieg einfuhr, hatte ebenso wie Matthew McConaughey eine Nachricht zu verkünden: "Ich danke alle denen in Hollywood, die an etwas Seltsames glauben: Filme über Frauen bringen tatsächlich Geld ein. Und ja, außerdem ist die Erde eine Kugel!"

Blanchett, die nach ihrem Nebenrollenpreis für "Aviator" schon ihren zweiten Goldjungen gewann, war zu Scherzen aufgelegt. Schon als sie mit Standing Ovations gefeiert wurde, mahnte sie die ehrwürdigen Damen und Herren der Academy: "Setzt Euch lieber wieder hin, ihr seid doch zu alt zum Stehen"!

Beste Nebendarstellerin wurde Lupita Nyong'o, die in "12 Years A Slave" das Opfer der Gemeinheiten von Sklaventreiber Michael Fassbender wird. Sie dankte Regisseur Steve McQueen für "die größte Freude in meinem Leben" und war von allen Preisträgern die offensichtlich Gerührteste.

Kein Wunder, denn sie hatte immerhin Hollywoods derzeitigen Darling Jennifer Lawrence ausgestochen, die für ihre zwielichtige Betrügergattin in "American Hustle" nominiert war. Das Gaunerstück war insgesamt der Verlierer des Abends: Trotz zehn Nominierungen, also genauso viel wie beim Abräumer "Gravity", ging man ohne einen einzigen Oscar nach Hause.

Im Schatten eines "Ghostbusters"

Alfonso Cuarón, der nur zu gerne auch den Preis für den besten Film gewonnen hätte, durfte sich für "Gravity" persönlich immerhin mit Oscars für Regie und Schnitt trösten. Während er beim Schnitt noch seinem Kollegen Mark Sanger das Mikro überließ, hielt er beim Regiepreis eine mitreißende Rede und dankte seiner Hauptdarstellerin, die Cate Blanchett unterlag: "Sandra, Du bist für mich die Schwerkraft - einer der besten Menschen, denen ich je begegnet bin." Die zweite Hälfte seiner Ansprache hielt Cuarón auf mexikanisch und dankte seinen Landsleuten Alejandro González Iñárritu und Guillermo Del Toro - und brav auch seiner "Mama"!

Sein berühmtes Gespür für bittersüße Scherze stellte einmal mehr Bill Murray unter Beweis. Er durfte gemeinsam mit Amy Adams den Kamera-Oscar überreichen. Als die Nominierten genannt waren, sagte er: "Oh, Moment, wie haben noch jemanden vergessen: Harold Ramis für 'Caddyshack', 'Und täglich grüßt das Murmeltier' und 'Ghostbusters'!" Ramis war vergangene Woche an den Folgen einer Immunerkrankung gestorben.

Als sich die Academy traditionell mit bewegenden Bildern von den im laufenden Jahr Verstorbenen verabschiedete, wurde es beim Gedenken an Maximilian Schell sowie den viel zu früh verschiedenen Philip Seymour Hoffman und Paul Walker besonders still im Saal.

Überhaupt war es keine rauschende Gala, was auch am eher unterkühlt-ironischen Stil von Gastgeberin Ellen DeGeneres lag, die durch den Abend im Dolby Theatre zu Los Angeles führte. Ihr größter Kalauer des Abends: Sie sammelte mit dem legendären Hut von Song-Nominee Pharrell Williams Trinkgeld für die Pizza-Lieferung, die sie extra für die Oscar-Gäste organisiert hatte. Dafür gab's unter anderem eine Spende von "House of Cards"-Star Kevin Spacey.

Den Preis für den besten Song gewann aber nicht Favorit Williams für "Happy" aus "Ich - Einfach unverbesserlich 2", sondern der Titel "Let it Go" aus "Die Eiskönigin - Völlig unverfroren". Die Märchen-Neuverfilmung wurde auch als bester Animationsfilm geehrt.

Und welches Urteil fällt die Filmgeschichte?

Am Ende zeigten sich dann wieder die Tücken der Oscar-Regeln: In den meisten Kategorien dürfen nur jene Mitglieder abstimmen, die selbst im fraglichen Bereich tätig sind. Kameraleute stimmen über den Kamera-Oscar ab, Cutter über den Schnitt-Oscar, Tonexperten über den Ton. Nur beim besten Film dürfen ausnahmslos alle Mitglieder der Academy mitstimmen.

Das ist einer der Gründe, warum die Königskategorie Bester Film im Ruf steht, nicht immer fachlich fundierte Urteile zu fällen. So erhielten in der Vergangenheit Nominierte keinen Oscar als bester Film, die sich im Nachhinein als filmgeschichtlich epochale Werke erwiesen: "Citizen Kane", "Taxi Driver", "Apocalypse Now" oder "Pulp Fiction" sind einige der prominenten Beispiele.

Hier könnte sich auch "Gravity" einreihen. Denn wenn es 2013 einen Film gab, der in Sachen Seherlebnis und visueller Darstellungskunst neue Maßstäbe setzte, dann war das sicher das 3D-Weltraum-Epos mit seinen spektakulären Kamerafahrten und atemberaubenden Schwenks. Man darf also gespannt sein, ob in einigen Jahrzehnten der Oscar-Jahrgang 2013 ähnlich gesehen wird wie die Jahre 1941, 1976, 1979 oder 1994…

» Alle Oscar-Gewinner im Überblick

» Alle Oscar-Nominierungen im Überblick

» Die Favoriten nach den Nominierungen

2010
67. Golden Globe
Beste Darstellerin (Drama) - Blind Side - Die große Chance
2009
82. Oscar-Verleihung - Academy Awards
Beste Hauptdarstellerin - Blind Side - Die große Chance
 

Filmografie

Taffe Mädels

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