Sarah Polley


  • Geburtstag
    08.01.1979
  • Geburtsort
    Toronto

Sarah Polley


  • Geburtstag
    08.01.1979
  • Geburtsort
    Toronto
 

Vom kanadischen Kinderstar zur Charakterdarstellerin, der Regisseurin Isabel Coixet wegen ihrer Wandlungsfähigkeit die Rolle der Hanna in "Das geheime Leben der Worte" auf den Leib schrieb, gehört Sarah Polley zu den Hollywood-Rebellen und politischen Aktivisten ihrer Zunft, ist Ikone des Independent-Films, mit über 50 Spielfilmen und TV-Movies in ihrer Filmografie (bis 2006) ein Workaholic erster Güte und hat neben der Schauspielerarbeit sechs Filme in eigener Regie abgedreht. Polley bevorzugt seit den Anfängen Rollen als Leidende, als Schmerzensmadonna und tiefgründige, seelische Verletzungen verbergende junge blonde Frau mit in sich gekehrtem Blick im bleichen Gesicht, das Abgründe ahnen lässt. Seit Polley in Atom Egoyans Meisterwerk "Das süße Jenseits" 1997 ihren internationalen Durchbruch als körperbehindertes Mädchen, das durch eine Lüge ein auch seelisch eingeschneites Dorf rettet, feiern konnte, ist sie in Dramen und Melodramen begehrt, versiert und zu Hause.
Sarah Polley wurde 1979 in Toronto in eine Schauspielerfamilie geboren, trat mit vier Jahren in der Disney-Produktion "Wenn Träume wahr werden" auf und verlor mit elf Jahren ihre Mutter Diane, die an Krebs starb. Sarah schmiss die High School und ging zum Film. Sie war 1988 der sture Sidekick Sally in Terry Gilliams "Münchhausen"-Verfilmung und 1992 Waisenmädchen in "Lantern Hill". Im kanadischen Fernsehen wurde sie zum Kinderstar in mehreren Serien (u.a. "Ramona") und löste später auf eigenen Wunsch den Vertrag mit den Disney-Studios, auf dessen "Blacklist" sie steht. Der Hintergrund: Die bekennende Sozialistin Polley wollte 1992 während des Golfkrieges ihren "Peace"-Button während einer Pressekonferenz nicht ablegen. Darüber hinaus engagierte sie sich für die Sozialistische Partei Kanadas und verlor 1995 während einer Kundgebung in Queens Park, Florida durch polizeiliche Maßregelungen ein paar Zähne.
Das Rebellische findet sich in Sarah Polleys Rollen wieder, ob in "Das süße Jenseits", wo sie die selbst komponierten Lieder zur Gitarre singt, oder im Schnee-Western "Das Reich und die Herrlichkeit" von Michael Winterbottom, wo sie sich mit ihrer Mutter (Nastassja Kinski) gegen eine ganze Stadt stellt. Nach dem Erfolg von "Das süße Jenseits" war Polley in Filmen von Hal Hartley, Thom Fitzgerald, David Cronenberg ("ExistenZ") und Kathryn Bigelow (die Geschichte einer Schiffsreise in "Das Gewicht des Wassers") zu sehen. Regisseurin Isabel Coixet wählte sie unter Dutzenden von Kandidatinnen für die Hauptrolle in "Mein Leben ohne mich" aus, wo sie genau in dem Moment die Lust am Leben wiederentdeckt, als sie sich vom Leben verabschieden will. Coixet besetzte sie erneut in "Das geheime Leben der Worte", wo sie als wortkarge Pflegerin mit schrecklicher Kriegsvergangenheit auf einer Bohrplattform durch den Humor ihres Patienten (Tim Robbins) wieder zu sich findet.
Polley inszenierte 1999 ihren ersten Film ("The Best Day of My Life") und hat, Kurzfilme und Fernsehepisoden inklusive, bis 2006 ("Away From Her", nach einer Story von Alice Munro) sechs eigene Filme inszeniert. Sie wurde mehrfach mit dem kanadischen Genie Award (u.a. für "Mein Leben ohne mich") und dem Gemini Award (für "Lantern Hill") ausgezeichnet und gewann für "Das süße Jenseits" die Preise der Kritiker von Boston und Chicago.
Privat wurde Polley durch ihre Affären mit wesentlich älteren Männern bekannt, die erste noch als Minderjährige unter Duldung ihres Vaters. Sie war mit Stephen Rea und Michael Winterbottom liiert und ist seit 2003 mit David Miller, dem sozialistischen Bürgermeister von Toronto, verheiratet.

Sarah Polley

  • Geburtstag
    08.01.1979
  • Geburtsort
    Toronto
  • Geburtsland
    Kanada

"Splice ist ein Kammerspiel"

Er liebt "Alien", ist fasziniert vom Ungeheuer Mensch und schafft Entsetzen durch subtile Veränderungen. Der Regisseur von "Splice" erklärt, was ein Monster eigentlich zum Monster macht.

Regisseur Vincenzo Natali: "Ich bin einfach fasziniert von diesem Monster, das in jedem von uns ruht" (Foto: Universum Film GmbH) Großansicht

Regisseur Vincenzo Natali: "Ich bin einfach fasziniert von diesem Monster, das in jedem von uns ruht" (Foto: Universum Film GmbH)

Was macht einen guten Monsterfilm aus?

Vincenzo Natali: Es gibt viele Arten von Monsterfilmen. Einer meiner Lieblingsfilme ist Ridley Scotts "Alien" der ist fast perfekt. Aber "Splice" ist eine andere Art Film. In "Alien" ist das Monster eine versteckte Gefahr. In meinem Film ist das Monster allgegenwärtig, es ist einfach ein weiterer Charakter. "Splice" ist ein Kammerspiel, es gibt nur fünf Sprechrollen. Letzten Endes geht es in "Splice" eher darum zu zeigen, wie jemand ein Monster erschafft, als ein herum wütendes Monster einfach nur darzustellen.

Wie kann man eine Kreatur erzeugen, die uns erst berührt und dann erschreckt?

Es ist ein schmaler Grat. Ich wollte keinen E.T., auch wenn ich zugeben muss, dass auch ein bisschen E.T. in Dren steckt. Ich wollte eine moralisch komplexe Kreatur. Sie kann sehr nett sein, aber auch gefährlich und rachsüchtig. Außerdem war mir wichtig, dass Clive und Elsa eine Kreatur erschaffen, die sich immer weiterentwickelt, sodass man niemals weiß, was am Ende aus ihr wird.

Das Geschöpf Dren ist putzig und harmlos - allerdings nur am Anfang (Foto: Universum Film GmbH) Großansicht

Das Geschöpf Dren ist putzig und harmlos - allerdings nur am Anfang (Foto: Universum Film GmbH)

Wie viele Special Effects wurden auf Dren verwendet?

Dren ist eine Mischung aus Mensch, digitalen Effekten und Prothetik. Wir mussten unheimlich viele Entscheidungen treffen. Zum Beispiel, wie soll sie laufen? Auf ihren Füßen oder auf Stelzen? Wie weit sollen wir gehen? Wir entschieden uns für eher subtile Eingriffe. In den meisten Filmen wird mit einem Menschen begonnen, der dann durch eine Vielzahl an Effekten stark verändert wird. Wir fanden es spannender, eher ein paar Aspekte verschwinden zu lassen oder umzuwandeln. Eine subtile Veränderung im menschlichen Gesicht, kann schockierender wirken als ein großartiger Wandel.

"Splice" war eigentlich bereits in den späten 1990er Jahren als Projekt angedacht…

Das stimmt. Ich habe diesen Film tatsächlich über 10 Jahre immer wieder vertagt. Im Jahr 2000 war es fast soweit, direkt nach "Cube". Ich habe wie verrückt ein ganzes Jahr daran gearbeitet, am Design, am Storyboard, aber in der letzten Minute war dem Produzenten das Projekt zu teuer. Keiner macht einen Film, nur weil das Drehbuch gut ist. "Splice" war irgendwie dazu bestimmt, in der heutigen Zeit gedreht zu werden. Wäre der Film vor zehn Jahren entstanden, wäre die Technik längst nicht so weit gewesen und ich noch nicht in der Lage, als Regisseur mit dem Thema adäquat umzugehen. Und, was am allerwichtigsten ist: Die Forschung wäre nicht so weit gewesen. Die Konzepte in unserem Drehbuch waren eher Science Fiction als Fakt. Aber die Genforschung hat sich immens weiterentwickelt und hat meine Geschichte inzwischen aufgeholt. Das Thema Genmanipulation ist aktueller als je zuvor.

Adrien Brody und Sarah Polley spielen als Wissenschaftler-Paar Gott (Foto: Universum Film GmbH) Großansicht

Adrien Brody und Sarah Polley spielen als Wissenschaftler-Paar Gott (Foto: Universum Film GmbH)

Ihr Kurzfilm "Elevated", "Cube" und "Splice" haben alle ein Thema gemeinsam: Die Möglichkeit, dass ein Mensch zum Monster wird…

Ich bin einfach fasziniert von diesem Monster, das in jedem von uns ruht. In gewisser Weise ist dieses Monster viel angsteinflößender als alles, was man sich in einem Horrorfilm vorstellen kann. In "Splice" werden diejenigen, die diese Kreatur erschaffen haben, am Ende beängstigender als die Kreatur selbst. Das wird dadurch verstärkt, dass sie nette, anständige und bescheidene Leute zu sein scheinen. Deshalb habe ich Adrien Brody und Sarah Polley ausgewählt: Man mag sie irgendwie, egal was sie tun.

Im Gegensatz zu Ihrem ersten Film "Cube" hat sich Ihr Budget fast verhundertfacht

Dadurch hat sich gar nichts verändert, weil "Splice" 100mal so groß und so anstrengend war. Wir konnten nicht lügen. Ridley Scott, mit all seiner Genialität, zeigt das Alien immer nur für wenige Sekunden, ein bisschen wie es auch Steven Spielberg mit dem weißen Hai gemacht hat. Das ist eine klassische Technik. Aber Dren kann man nicht in einer dunklen Ecke verbergen. Sie ist von der 20. bis zur 110. Minute ein einziger Special Effect.

 

Filmografie

kino.de

Take This Waltz

Drama / Komödie Zum Film

2011
kino.de
2010

Splice - Das Genexperiment

Science Fiction / Thriller - Das Forscherpaar Clive und Elsa leistet bei der Züchtung von Tier-Hybriden Pionierarbeit. Als ihnen der Geldhahn abgedreht... Zum Video

2009

Mr. Nobody

Drama / Science Fiction - 2092: Nemo Nobody ist 118 Jahre alt und der letzte Sterbliche in einer Gesellschaft, die durch Zellerneuerung den... Zum Video

2009

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Das geheime Leben der Worte

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